Taiji-Tage auf der Alp Collo 2026

Dieses Jahr fand zum zehnten Mal das White Crane Taiji Intensivseminar auf der Alpe Collo statt. Zu siebt hatten wir eine ganz gute Zeit auf der Alp im Valle Onsernone verbracht mit viel Training, gemeinsamem Kochen und ausgiebigen Siestas in der Natur. Wie jedes Jahr habe ich es genossen, alle vier Tage unter dem freien Sternenhimmel zu schlafen und durfte dabei einige Sternschnuppen bestaunen. Normalerweise wünscht man sich etwas, wenn man eine Sternschnuppe sieht. Ich habe es diesmal aber anders gemacht und mich gefragt, wo ich mit meinen Gedanken gerade war, in dem Moment als die Sternschnuppe über mich ihren Goldschweif zog. Das machte mir so erst richtig bewusst, was mir wichtig war und ganz nach dem Prinzip „energy flows where the mind goes“ wohin es mich hinzog.

Für mich war es ein grosses Geschenk dieses Jahr wieder mit so tollen Leuten in der Gruppe das Taiji-Seminar auf der Alp zu gestalten. Wie es die Teilnehmenden erlebt haben, dass könnt ihr den nachfolgenden Erlebnisberichten entnehmen.

Der Weg hinauf zur Alp war bereits ein Teil des Erlebnisses. Der Aufstieg in der Mittagshitze war zwar teilweise ziemlich heiss, aber zwischendurch gab es immer wieder schattige Abschnitte unter den Bäumen und Möglichkeiten, an einem Brunnen eine Pause einzulegen und frisches Wasser zu tanken. Die Wanderung selbst hatte etwas Mystisches – die Wege, die Natur und das zunehmende Gefühl, immer mehr Abstand vom Alltag zu bekommen. Oben angekommen, hatte sich der Aufstieg definitiv gelohnt.

Der Workshop selbst war geprägt von einer sehr entspannten und lockeren Atmosphäre. Gleichzeitig war die Begleitung sehr aufmerksam und individuell. Marko geht auf die einzelnen Teilnehmer ein, nimmt sie ernst und hat ein gutes Gespür dafür, wo jemand gerade steht, welche Stärken vorhanden sind und wo es vielleicht noch etwas genauer hinzuschauen gilt. Dadurch konnte ich mich sehr gut einbringen und hatte gleichzeitig genügend Raum für meine eigenen Erfahrungen.

Besonders geschätzt habe ich Markos ruhige und präsente Art. Bei den verschiedenen Übungen war er aufmerksam dabei, ohne sich aufzudrängen. Er konnte den Raum sehr gut halten und gleichzeitig jedem Teilnehmer die Freiheit lassen, seinen eigenen Weg durch die Erfahrungen zu gehen.

Auch das gemeinsame Leben auf der Alp hat für mich einen grossen Teil der Erfahrung ausgemacht. Feuer machen, Gemüse schneiden, kochen, abwaschen – jeder konnte seinen Teil beitragen. Dadurch entstand ganz selbstverständlich ein gemeinschaftliches Miteinander. Und das Essen schmeckte entsprechend frisch, einfach und richtig lecker.

Was ich besonders deutlich gespürt habe, war die Wirkung der vier Tage danach: Ich fühle mich zentrierter, zufrieden und entspannt bei mir. Die Erfahrung wirkt für mich auf mehreren Ebenen nach und hat etwas sehr Wohltuendes und Nährendes. Ein kleiner praktischer Hinweis: Auf der Alp gibt es doch einige Mücken, und auch das Wetter kann schnell wechseln. Entsprechende Kleidung und Mückenschutz gehören deshalb für mich definitiv ins Gepäck.

Insgesamt war es für mich eine sehr wertvolle Auszeit vom Alltag – verbunden mit Natur, Gemeinschaft, persönlicher Erfahrung und einer sehr achtsamen Begleitung. Ich bin dankbar, dass ich diese vier Tage erleben durfte. (Remo)

 

Ich glaube, ich konnte noch nie so viel aus dem Seminar für mich mitnehmen wie in diesem Jahr. Toll fand ich, dass die Unterrichtstiefe immer etwas variierte und dass auch Raum für’s Selbststudium vorhanden war. Aus diesem sind dann Fragen entstanden, mit denen ich dann wieder in den Gruppenunterricht zurückkommen konnte. Das hat mir wirklich sehr geholfen. Ich fand es schön, dass die eigenen Bedürfnisse viel Platz hatten. So konnte ich mich immer wieder mal zwischendurch zurückziehen, mir Notizen machen und dieser Freiraum war für mich sehr wertvoll. 

Inhaltlich fand ich das Seminar sehr ansprechend. Es hatte einen schönen Mix von Wiederholungen von Bekanntem aber auch einigen neuen Übungen. Ich nehme einen vollen Rucksack mit, der sich aber doch sehr leicht anfühlt. (Petra)

 

Ich fand es mega cool, dass wir so viel die Quick-Fist (schnelle Taiji-Faustform) trainiert haben. Es hat mir das schöne Gefühl gegeben, wieder voll in die Bewegungsabläufe der Form reinzukommen. Das hat mir richtig Lust gemacht, weiter spielerisch-erkundend mit dieser tollen Form unterwegs zu sein. Auch die 8-Brokate Qigong Übungen haben für mich nach einer längeren Übungspause jetzt wieder ein neues Kleid bekommen. Hier konnte ich sie wie nocheinmal für mich neu entdecken. Daran hatte ich richtig Freude! Ansonsten hätte für mich das Taiji-Seminar hier oben auf der Alp ruhig noch etwas länger dauern können. (Monika)

 

Ich fand es wieder einmal eine sehr erholsame und aber auch bereichernde Zeit hier oben auf der Alp. Inhaltlich haben mich einige der 8-Brokatübungen sehr angesprochen – die nehme ich auf alle Fälle mit. Toll fand ich auch, dass wir auch bei der Quick-Fist Form wieder ein gutes Stück weiter gekommen sind, und dabei aber gleichwohl das bisher Gelernte noch einmal mit einem Feinschliff im Detail durchgegangen sind. Und die Lösungsübungen waren für mich auch diesmal immer wieder neu zum Entdecken. Die Sanftheit und Achtsamkeit in deinem Unterricht, das habe ich besonders geschätzt. Danke vielmals. (Cornelia)

 

Ich bin dieses Jahr zum ersten Mal hier auf der Alp Collo mit dabei. Das Seminar wurde mir von meiner Taiji-Lehrerin ans Herz gelegt. Ich konnte mir kein klares Bild davon machen, was mich hier oben erwarten würde. Als ich dann hier oben ankam, hatte ich mich gleich sehr wohl gefüht und war ganz überwältigt von so viel Schönheit und Ruhe auf dieser Alp!

Zu Beginn konnte ich mir gar nicht vorstellen, wie man so viel Zeit mit Qigong und Taiji überhaupt verbringen kann, die Zeit verging dann aber doch immer so schnell. Hier konnte ich vieles geniessen, wie z.Bsp. das Schlafen unter dem freien Himmel, Holz hacken, auf dem Feuer kochen, einmal weg vom Luxus aus dem Alltag hin zu den ganz einfachen Dingen zurückkommen, die einen richtig schön erden. Das Vorwärtskommen in der Quick-Fist Form hatte mich zeitweise doch recht herausgefordert und mich mit meiner Ungeduld und meinen eigenen Ansprüchen konfrontiert, spüre aber, dass ich in dieser kurzen Zeit hier oben doch sehr viel dazugelernt habe und freue mich darauf, das Gelernte im Training zu Hause weiter zu vertiefen. Auch deine Anregungen zu den Lösungsübungen haben mir sehr weitergeholfen und mir das bisher Bekannte in einem neuen Licht zu sehen. Herzlichen Dank, und ich komme sehr gern wieder. (Martina)

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.