Herbstblätter

Liebe Taiji-Freunde

Die Temperaturen sind gesunken, der erste Schnee schon gefallen und doch klingen in mir noch die milden Herbsttage nach, mit welchen wir dieses Jahr reich beschenkt wurden. Immer wieder zog es mich hoch zur Buessbergwiese, wo ich die Farbenpracht des Waldes bewunderte und mich vom Windspiel in den Baumkronen verzaubern liess.

Manche Blätter wurden hoch- und herumgewirbelt, andere segelten still und ruhig durch die Luft. Ihren eigenen Landeplatz fanden sie dann alle am Boden. Einfach faszinierend, wie jeder Baum, ja sogar jedes Blatt seine eigene Zeit hat für’s allmähliche Verfärben und  Loslassen. Beim Bestaunen der herunterfallenden Herbstblätter musste ich an den Prozess des Entspannens und Loslassens im Taiji denken.

Die luftig verspielte Akrobatik der fallenden Blätter ist nun in geerdeter Stille zur Ruhe gekommen. Auch jetzt wird man der Herbstblätter gewahr, jedoch weniger aus ästhetischen Gründen, sondern weil sie am Boden liegen und man auf ihnen ausrutschen könnte oder auch indirekt durch das lautstarke Getöse der Laubbläser. Immer seltener ist das rhythmische kratzen der fegenden Reisigbesen zu hören … Spannend, wie aus die Bäume krönender Schönheit dann plötzlich etwas wird, das mit Unfallgefahr oder lärmiger Gartenarbeit verbunden wird. Doch ob in der Baumkrone oder am Boden, eigentlich sind es die gleichen Blätter, einfach in einem anderen Stadium. So braun, klebrig und nass auf der Erde liegend sind sie vielleicht kein Blickfang mehr, dennoch haben sie genau dort ihren guten Grund zum Sein und in der Stille zu wirken: Sie schützen die Wurzeln vor Bodenfrost, bieten wertvollen Lebensraum für Klein- und Kleinsttiere, welche sie zersetzen und so die Erde mit wertvollen Nährstoffen düngen. Diese kommen dann wiederum den Wurzeln nährend zu Gute. So unscheinbar und manchmal auch störend die Blätter am Boden erscheinen mögen, so sind gerade sie für das Wohle der Bäume von grundlegender Bedeutung. Was hat das nun mit Taiji zu tun? Sehr viel. Bei Taiji denken die allermeisten Leute oft an die schönen, geschmeidig fliessenden Bewegungsformen. Nicht selten segeln dabei die Arme – wie vom Wind getragene Herbstblätter – beschwingt durch die Luft.

Stille in der Bewegung - Bewegung in der Stille

Welche Bedeutung den nicht so spektakulären Taiji Grundlagenübungen zur Entwicklung solcher Bewegungsqualitäten zukommt, wird jedoch oft verkannt. „基本功“ = „Ji Ben Gong“ ist das Chinesische Wort für „Grundlagenübungen“. Während das Zeichen „基“ = „Ji“ mit „Grundlage / Basis / Fundament“, und das Zeichen „功“ = „Gong“ mit „Übung / Training / Fertigkeit“ übersetzt werden kann, befindet sich in der Mitte des Chinesischen Wortes noch das Zeichen „本“= „Ben“, dessen Bedeutung im Deutschen Ausdruck „Grundlagenübung“ nicht enthalten ist. „本“ steht für „Wurzel“ und weist piktografisch auf die Wurzelstränge einer Pflanze hin.

Nicht umsonst heisst es bei den alten Meistern: „Trage Sorge zu den Wurzeln und die Blüten und Früchte gedeihen wie von selbst.“ Dies braucht Geduld und Achtsamkeit. Zwei Eigenschaften, die in unserer eher leistungsorientierten Gesellschaft nicht gerade an erster Stelle vermittelt werden. Umso mehr freut es mich, wenn Kursteilnehmende nach ein paar Monaten regelmässigen Taiji-Trainings berichten: „Weisst du, also mit der Taiji-Form läuft’s bei mir zwar noch nicht so ganz rund … das braucht wohl noch etwas Zeit, … aber durch die Grundlagenübungen merke ich, wie meine Bewegungen im Alltag immer lockerer, immer freier werden!“ Dann wirkt Taiji über die formellen Bewegungsübungen hinaus in den eigenen Alltag … was will man mehr?! :-)

Eine ganz gute und gesunde Winterzeit wünsche ich euch allen!

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Taiji und Qigong beim Bechterew – Mit achtsamer Bewegung zur vertikalen Ausrichtung

Erschienen in „vertical“ – der Zeitschrift der Schweizerischen Vereinigung Morbus Bechterew im November 2021.

Quellenangabe: Nedeljkovic, M. (2021) Taiji und Qigong beim Bechterew – Mit achtsamer Bewegung zur vertikalen Ausrichtung, vertical, 90, 4-17.

Für unser Wohlbefinden ist eine vertikale Ausrichtung von zentraler Bedeutung. Ist alles im Loht, dann ist alles gut. Das ist aber nicht immer der Fall. Kommen wir in eine Schieflage, tun wir gut daran, diese bei Zeiten wahrzunehmen und Wege zurück zu einer entspannten Balance und damit auch wieder zurück zur vertikalen Ausrichtung über der uns tragenden Grundlage zu finden. Zwei Wege, um unser Körperbewusstsein zu verbessern, sind die beiden Bewegungsformen Taiji und Qigong. Worum es sich dabei handelt, welche gesundheitsfördernde Wirkung ein regelmässiges Taiji und Qigong Training entfalten kann, welche Rolle dabei die vertikale Ausrichtung spielt und wie dies insbesondere für Menschen mit Morbus Bechterew von Nutzen sein kann, wird in diesem Schwerpunktartikel erörtert.

Taiji und Qigong – worum geht es dabei?

Wer schon einmal asiatische Länder bereist hat und dort einen Spaziergang durch einen Stadtpark unternommen, oder auch nur schon eine Dokumentationssendung über China geschaut hat, ist bestimmt schon einmal diesen langsamen, harmonisch fliessenden Bewegungsformen der einheimischen Parkbesucher begegnet. Meist in Gruppen finden sich diese bereits früh am Morgen an einem offenen Platz zusammen und beginnen gemeinsam den Tag mit meditativ anmutenden, ruhigen Bewegungsübungen. In der Gruppe still und synchron ausgeführt, mögen solche Bewegungen an das sanfte Wiegen eines Weizenfeldes im Wind, an das ruhige Mäandrieren eines Flusslaufes oder auch an die sich ständig wandelnden, gemächlich vorbeiziehenden Wolkenformationen am Himmel erinnern. Die beruhigende Wirkung dieser achtsamen Bewegungsweise ist selbst für den stillen aussenstehenden Beobachter oft spürbar. Diese beiden aus China stammenden Übungsformen haben viele Gemeinsamkeiten, wohl aber auch charakteristische Unterschiede.

Über Taiji

Taiji, das mancherorts auch als „Tai Chi“ oder auch „Taijiquan“ bezeichnet wird, hat seine Wurzeln in den chinesischen Kampfkünsten. Ursprünglich wurde Taiji nur in engsten Kreisen einzelner Familien-Clans sozusagen hinter verschlossenen Türen als eine besondere Form der Kampfkunst gelehrt. Dabei galt es nicht die harte, auf die eigene Anspannung basierte Muskelkraft zu trainieren, sondern eine achtsam entspannte, geschmeidig resiliente Bewegungsweise zu entwickeln, um sich so möglichst mühelos die Wirkkräfte aus der Umgebung zu Nutze zu machen. Auch heute noch zählen Achtsamkeit, Entspannung und Resilienz zu den wesentlichen Merkmalen von Taiji. Erst mit dem Fokus auf die Gesundheitsförderung verbreitete sich diese sanfte und zugleich kraftvolle Bewegungsform in der breiten Bevölkerung im asiatischen Kulturraum aus. Auch hierzulande entdecken immer mehr Menschen für sich die wohltuende Wirkung von Taiji auf Körper und Geist. Nicht umsonst heisst es in einem Chinesischen Sprichwort: „Wer regelmässig Tai Chi übt, wird geschmeidig wie ein Kind, kräftig wie ein Holzfäller und gelassen wie ein Weiser.“ Die Bedeutung der Schriftzeichen für „Taiji – 太極„ ist gar nicht so leicht ins Deutsche wiederzugeben, ohne dabei auch etwas über die Chinesische Betrachtungsweise zu sagen. Die Zeichen können mit „der höchste Grad“ oder auch mit „der Firstbalken“ übersetzt werden und beziehen sich auf ein Konzept aus dem philosophischen Daoismus. Dabei handelt es sich um ein harmonisches Zusammenwirken von einander entgegengesetzten, zugleich auch einander bedingenden und ergänzenden Qualitäten. So, wie der sinnbildliche Firstbalken die linke und die rechte, die Sonnen- und die Schattenseite eines Daches quasi als „höchster Grad“ miteinander verbindet, so fliessen auch im Taiji komplementäre Bewegungseigenschaften wie rund und gerade, leicht und schwer, weich und fest in der Bewegungsgestaltung zusammen. Durch das Yin-Yang Symbol wird dieses Prinzip des lebendig-runden Zusammenspiels von zwei polaren Wirkkräften besonders gut veranschaulicht.

Das Yin-Yang Symbol steht für das Zusammenspiel zweier polarer Wirkkräfte.

 

Im Verlaufe der Entwicklungsgeschichte von Taiji sind verschiedene Stile mit unterschiedlichen Schwerpunkten entstanden. Allen gemeinsam ist jedoch der Bezug zu den grundlegenden Bewegungsprinzipien, welche in den klassischen Lehrversen vergangener Taiji Meister überliefert wurden. Diesen zufolge soll der Körper möglichst entspannt, aufrecht ausgerichtet und gut geerdet sein. In Interaktion mit den auf ihn wirkenden Kräften soll er sich in seiner Ganzheit ausbalanciert von seiner Mitte aus möglichst mühelos bewegen lassen. Was sich in wenigen Sätzen verdichtet zusammenfassen lässt, darf als eine Einladung für eine längere innere Entdeckungsreise zu mehr Entspannung und Ausgeglichenheit aufgefasst werden. Je nach Schule und Stilrichtung kann ein Taiji-Training nebst lockernden Grundlagenübungen und den fliessend miteinander verbundenen Bewegungsabfolgen einer Solo-Form auch Partnerübungen und das Üben mit Gegenständen und Trainingswaffen beinhalten. In Anbetracht der grossen Vielfallt an Unterrichtsinhalten und auch -stilen, sei allen, die sich für Taiji interessieren und es gerne einmal ausprobieren möchten, der Besuch einer Schnupperstunde bei verschiedenen Anbietern empfohlen.

Über Qigong

Qigong, auch „Qi Gong“ oder „Chi Kung“ geschrieben, umfasst traditionelle Bewegungs-, Atem- und Meditationstechniken, welche sich in China unter daoistischen, buddhistischen und medizinischen Einflüssen über viele Jahrhunderte hinweg entwickelt haben. Insbesondere die Theorien und Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) bilden im Qigong eine wichtige Grundlage. Zu diesen zählen unter anderem auch das bereits oben erläuterte Yin-Yang Prinzip der sich ergänzenden und ausgleichenden Polaritäten und die Lehre von den energetischen Leitbahnen, den sogenannten Meridianen, über welche alle Vitalpunkte in unserem Körper miteinander verbunden sind. Eine ausführliche Beschreibung der Zusammenhänge von Qigong und der TCM ist in der Vertical-Ausgabe Nr. 19/2004 nachzulesen. [1] Die ruhigen, sich wiederholenden Bewegungsabläufe im Qigong tragen zu innerer Entspannung und Ausgeglichenheit bei und begünstigen somit die Regeneration und den freien Fluss der Vitalkraft (auf Chinesisch „Qi“ = 氣, ausgesprochen „Tschi“) in unserem Körper. Ganz in diesem Sinne kann Qigong mit „Kultivierung der Vitalkraft“ übersetzt werden, wobei das Zeichen für „Gong“ = 功auch für „Arbeit“ und „Fertigkeit“ stehen kann. Das Üben von Qigong lässt sich sehr gut mit dem Bewirtschaften eines Reisfeldes vergleichen. Damit es eine reiche Ernte gibt, bedarf es eines bestellten Feldes, das ausreichend mit Wasser durchflutet wird. Aber auch die Arbeit eines tüchtigen und umsichtigen Bauers darf nicht fehlen. Dieser hält nicht nur die Bewässerungskanäle in Stand, sondern reguliert auch vor zu geschickt die optimale Wasserzufuhr. Die „Ernte“ ist als Sinnbild für unsere Gesundheit zu verstehen, das „Reisfeld“ steht für unseren Körper, das „Wasser“ für die nährende Vitalenergie, welche wir der Atemluft und der Nahrung entnehmen, die möglichst freien „Bewässerungskanäle“ für die durchlässig entspannte, unseren ganzen Körper durchziehende Verbundenheit, und der „Bauer“, der mit allem was er tut und lässt dem Wohlergehen seines Ackers Sorge trägt, das ist der achtsame Qigong-Praktizierende. Auch im Qigong gibt es eine grosse Vielfalt an Stilen und Übungsreihen. In vielen Übungsreihen steht die körperliche Beweglichkeit und Lockerheit im Vordergrund. Bei einigen hingegen wird der Fokus auf die inneren Bewegungen und Rhythmen des Körpers gerichtet, so dass von aussen betrachtet kaum Körperbewegungen auszumachen sind. In anderen wiederum wird der Stimmbildung oder auch der Resonanzerfahrung mit der Natur besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Was jedoch allen Qigong Formen gemeinsam ist, ist das Verbinden der drei wesentlichen Komponenten: Bewegung, Atmung und Meditation. Ob auf körperlicher, emotionaler oder geistiger Ebene, alle Formen von Qigong zielen auf einen Zustand des Entspannens und des Loslassens ab, welcher sich von Grund auf positiv auf unser Wohlbefinden auswirkt. Neben Übungen im Gehen und Stehen gibt es im Qigong auch Übungen im Sitzen und Liegen, so dass auch ältere, schwache oder kranke Menschen von der gesundheitsfördernden Wirkung dieser achtsamen Bewegungsform profitieren können.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Taiji und Qigong auf einen Blick

Beide Methoden werden heute überwiegend zur Gesundheitsförderung vermittelt. Im Taiji können auch Aspekte der Kampfkunst und Selbstverteidigung mitenthalten sein.

  • Für beide Methoden sind gelenksschonende, achtsame und überwiegend langsam ausgeführte Bewegungen charakteristisch. Während beim Qigong kürzere, sich wiederholende Bewegungsabläufe üblich sind, werden im Taiji umfangreichere zusammenhängende Bewegungsabfolgen erlernt, welche je nach Stilrichtung auch dynamische Bewegungssequenzen enthalten können.
  • Bei beiden Methoden sind körperliche Entspannung, strukturelle Ausrichtung, mentale Sammlung und Aufmerksamkeitslenkung von grundlegender Bedeutung. Im Taiji können diese zentralen Aspekte über das Solo-Training hinaus auch mittels Partnerübungen geschult werden, was im Qigong in der Regel nicht der Fall ist.
  • Bei beiden Methoden sind Konzepte der TCM wie komplementäre Polaritäten (Yin und Yang), 
Vitalenergie (Qi), Energiezentren, Leitbahnen (Meridiane) und deren Vitalpunkte vertreten. Bei Qigong stehen diese jedoch stärker im Vordergrund.
  • Beide Methoden haben ihren Ursprung in China. Während Taiji seine Wurzeln in den Kampfkünsten hat, gründet Qigong auf einer langen Tradition meditativer Gesundheitspraktiken. Hierzulande werden beide Bewegungsformen transkulturell und konfessionsneutral vermittelt.
  • Taiji-Lektionen beinhalten in der Regel immer auch Übungselemente aus dem Qigong. Umgekehrt werden in einigen Qigong-Übungsreihen auch einzelne typische Bewegungssequenzen aus dem Taiji entnommen und diese im Sinne einer Qigong-Übung vermittelt.

Gesundheitsfördernde Wirkung von Taiji und Qigong

Wie aus aktuellen wissenschaftlichen Übersichtsarbeiten hervorgeht, ist die Evidenzlage für Taiji und Qigong als zwei wirkungsvolle Massnahmen zur Förderung des Gleichgewichts und der Sturzprophylaxe besonders stark. Mittlerweile liegen auch einige randomisiert kontrollierte klinische Studien vor, deren Ergebnisse aufzeigen, dass Taiji und Qigong den Behandlungsverlauf bei Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen, Depressionen, chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen und Krebserkrankungen begünstigen. Auch bei Patienten nach einem Hirnschlag, bei Parkinson-Patienten, sowie auch bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen konnten infolge eines regelmässigen Taiji bzw. Qigong Trainings signifikante Symptomreduktionen verbunden mit einer deutlich Zunahme an Mobilität und Lebensqualität festgestellt werden. [2, 3] Neben dem breiten klinischen Wirkspektrum ist hervorzuheben, dass es sich bei Taiji und Qigong um zwei nichtinvasive, nebenwirkungsarme und die eigene Selbstwirksamkeit fördernde Bewegungsformen handelt, deren Potential im Bereich der Krankheitsprävention besonders gross ist. Dafür sprechen auch diverse Forschungsarbeiten, in welchen bei den untersuchten Taiji und Qigong Praktizierenden eine deutliche Verbesserung der Schlafqualität und eine signifikante Verminderung der psychischen und biologischen Stressreaktivität beobachtet wurden. [4]

Wie wirken Taiji und Qigong?

Ungleich wie bei einem Medikament, lässt sich die Wirkweise dieser beiden Bewegungsformen nicht über einen spezifischen Wirkstoff erklären. Vielmehr gründen die gesundheitsfördernden Effekte von Taiji und Qigong auf einer facettenreichen, synergistisch wirkenden Komponentenvielfalt. Diese beinhaltet nebst den Wirkfaktoren auf der muskuloskeletalen Ebene auch salutogene Aspekte der Atmung, der Achtsamkeit, der Vorstellungskraft, der Berührung, der sozialen Interaktion und des Trainingssettings. [5] So hat beispielsweise auf körperlicher Ebene die für Taiji und Qigong charakteristische langsame Bewegungsweise eine die Gelenke schonend mobilisierende und das Gleichgewicht fördernde Wirkung. Gleichzeitig entsteht durch das langsame Ausführen der Bewegungen ein grösserer Wahrnehmungsraum, in welchem die eigenen Körperempfindungen wie Muskel(ent)spannung, Gelenksdehnung und natürlich auch die vertikale Ausrichtung achtsam wahrgenommen und in einem immer freier werdenden Bewegungsfluss bewusst integriert werden können. Auch die Atmung wird durch diese entspannende Entschleunigung auf natürliche Art und Weise langsamer und tiefer. Nach und nach können sich so die Atembewegungen über den Brustkorb und den Unterbauch hinaus im ganzen Körper bemerkbar machen. Eine solche Atmung kann ihrerseits wiederum die Funktionsweise des vegetativen Nervensystems spannungsausgleichend unterstützen und infolge dessen wesentlich zur Optimierung von weiteren Vitalfunktionen wie zum Beispiel der Herztätigkeit, des Blutdrucks und der Thermoregulation beitragen. Im Taiji und Qigong verbinden die langsamen Körperbewegungen, zu welchen auch das Atmen zählt, Aktivität mit Entspannung und Entspannung mit Aktivität. Über die körperliche Ebene hinaus ist dies auch einer ausgeglichenen Gemütslage zuträglich, welche wiederum grundlegend für ein achtsameres Präsentsein im Augenblick ist. Typisch für den Taiji und Qigong Unterricht sind auch bildhafte Bewegungsanleitungen mit Metaphern aus der Natur wie z.B. bei der Benennung der einzelnen Bewegungssequenzen „Der Kranich lüftet seine Schwingen.“ oder „Die Hände lassen sich wie Wolken am Himmel bewegen“. Durch das Vergegenwärtigen und zunehmende Verkörpern von naturbezogenen Bewegungsqualitäten können nicht nur kraftvoll entspannte Resonanzerfahrungen entstehen, sondern auch das eigene Bewegungserleben kreativ bereichert und freudvoll angeregt werden. Berührung, als ein weiterer Wirkfaktor, kommt insbesondere im Qigong oft in Form von spannungslösender und durchblutungsfördernder Selbstmassage zur Geltung. Dabei werden gut erreichbare Vitalpunkte und Meridianverläufe abgeklopft, massiert und abgestreift. Bei den Taiji-Partnerübungen kann auf achtsame Art und Weise ein ergonomischer Umgang mit Zug- und Druckkräften geschult werden, wodurch nebst Beweglichkeit und Standsicherheit vor allem auch die Selbstwahrnehmung verbessert wird. Zusätzlich zu den bisher aufgeführten spezifischen Wirkkomponenten kommen im Taiji und Qigong, genau so wie dies auch bei anderen Bewegungsformen der Fall ist, auch unspezifische Wirkfaktoren zum Tragen. So können die eigene Erwartungshaltung, die in der Kursgruppe erfahrene soziale Unterstützung oder auch das angenehme Ambiente im Kursraum ebenfalls nicht nur zur Verbesserung des eigenen Wohlbefindens, sondern auch zur Entwicklung und Aufrechterhaltung einer regelmässigen Übungspraxis massgeblich beitragen. [5]

Die Bedeutung der vertikalen Ausrichtung im Taiji und Qigong

Die bei uns gängigen Redensarten wie „einsame Spitze“, „das Tüpfchen auf dem ‚i’ “ oder auch „Kopf hoch“ vergegenwärtigen, dass im westlichen Kulturraum die vertikale Ausrichtung hauptsächlich eine „Haupt-Sache“ ist, die mit einer Erweiterung nach oben hin assoziiert ist, denn „alles Gute kommt von oben“. Im Taiji und Qigong ist der Schwerpunkt etwas anders gelagert. Da geht es in erster Linie um die Ausdehnung nach unten. Indem der Erdanziehungskraft folgend durch den Körper hindurch nach unten hin entspannt wird, entsteht in den Füssen, den Beinen und im Becken ein gut geerdeter und tragender Bodenkontakt. Bleibt der Kopf dabei über dem Scheitelpunkt ruhig im Raum positioniert, so erfährt die Wirbelsäule durch die nach unten hin sich setzende Bewegung des Beckens eine passive Dehnung in vertikaler Ausrichtung. Treffend wird dies durch das erste Schriftzeichen von Taiji, dem Zeichen „Tai – 太“, dass mit „höchst, äusserst, mega“ übersetzt werden kann, veranschaulicht. Als Piktogramm betrachtet, stellt es einen Menschen (人 = Ren) dar, der gross ist (大 = Da) und sich, damit er über sich hinaus wachsen kann, nach unten hin mit der Erde verbindet (太 = Tai). In dem Masse, wie es uns gelingt alles Schwere, Angespannte und Belastende nach unten hin lösend setzen zu lassen, kann in der Folge auch ein entsprechender Entfaltungsraum für eine aufsteigende Leichtigkeit entstehen. Nicht umsonst heisst es den alten Meistern zufolge: „Wässere die Wurzeln und die Blüten und Früchte gedeihen von alleine.“ Dass das Schwere unten und das Leichte oben seinen Platz hat, darauf weist auch das erste Schriftzeichen von Qigong, das Zeichen für Vitalkraft „Qi – 氣“, hin. Mit der unteren Komponente für Reiss (米 = Mi) und der oberen Komponente für Luft (气 = Qi), stellt es als Piktogramm den aufsteigenden Dampf über einem Reisstopf dar, ein Wohlgeruch, der in die Nase steigt, den Appetit anregt und so manch Einem ganz spontan ein genüssliches „Mmmm!“ entlockt. Genau dann kann eine natürliche, sanft aufrollende Aufrichtung der Wirbelsäule gefolgt von einer mühelosen Weitung des Brustraumes und einem zufriedenen Lächeln im Gesicht beobachtet werden. Die vertikale Ausrichtung im Taiji und Qigong erfolgt stets durch ein Loslassen hin zum tragenden Boden. Von diesem aus können dann Stützkräfte durch einen durchlässig entspannten, ausbalancierten Köper wirkungsvoll hochsteigen. Fazit: Alles Gute kommt also nicht nur von oben sondern auch von unten.

 

Taiji und Qigong bei Morbus Bechterew

Ein erster Erfahrungsbericht zur symptomlindernden Wirkung von Taiji bei Morbus Bechterew wurde 1982 in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift veröffentlicht. In diesem wird insbesondere die Bedeutung einer regelmässigen und kontinuierlichen Übungspraxis betont. Der Autor berichtete, dass er bei sich nach 6 monatigem Taiji-Training eine Zunahme an Muskelkraft, eine grössere Standsicherheit, eine verbesserte Entspannungsfähigkeit und Schlafqualität, eine Verminderung seines Blutdrucks, sowie eine graduelle Schmerzreduktion feststellte. Diese Veränderungen erlaubten es ihm seine Schmerzmedikation zu reduzieren. [6] Erst ganze 25 Jahre später wurde die erste und bisher einzige randomisiert kontrollierte klinische Studie über die Wirkung von Taiji bei Morbus Bechterew Betroffenen publiziert. Alle Studienteilnehmende hatten ihre übliche Behandlung während der Laufzeit der Studie fortgesetzt. Die Teilnehmenden in der Interventionsgruppe besuchten während zwei Monaten 2 x pro Woche einen Taiji-Kurs. Die zur Kontrollgruppe zugeteilten Personen wurden gebeten ihre bisherige Lebensweise möglichst unverändert weiterzuführen. Die Ergebnisse zeigten eine signifikante Verringerung der Krankheitsaktivität, im Sinne einer Abnahme von Müdigkeit, Gelenksschmerzen und Schmerzen in der Wirbelsäule, sowie einer kürzeren Dauer und geringeren Intensität der Morgensteifigkeit in der Taiji-Gruppe im Vergleich zur passiven Kontrollgruppe. Ausserdem ergaben Messungen zur Beweglichkeit der Wirbelsäule, dass diese bei den Taiji-Praktizierenden im Gruppenvergleich signifikant zugenommen hatte. Bezüglich Symptomlage zur Depressivität wurden keine Gruppenunterschiede festgestellt. [7] Die Wirkung von Qigong bei Morbus Bechterew Patienten wurde erstmals 2019 in einer randomisiert kontrollierten Studie dokumentiert. Teilnehmende der Interventionsgruppe besuchten während eines Monats 2 x pro Woche einen Qigong-Kurs und verpflichteten sich während den nachfolgenden zwei Monaten mindestens 3 x wöchentlich selbständig weiter zu üben. Im Vergleich zur passiven Kontrollgruppe konnte bei der Qigong-Gruppe eine signifikante Abnahme von Müdigkeit, sowie eine signifikant verminderte Dauer und Intensität der Morgensteifigkeit gemessen werden. Es konnten jedoch keine Gruppenunterschiede betreffend krankheitsbedingten funktionellen Einschränkungen, Beweglichkeit und Schmerzen in der Wirbelsäule und in den Gelenken beobachtet werden. [8] Die Autoren beider Studien heben die vielversprechenden Befunde hervor, welche eine Verminderung der Krankheitsaktivität durch Taiji und Qigong nahelegen. Kritisch zu beachten sind jedoch methodische Einschränkungen bei beiden Studien wie zum Beispiel die kleine Stichprobengrösse, das Fehlen von biometrischen Messwerten und die relativ kurze Interventionsdauer. Um aus wissenschaftlicher Sicht klarere Aussagen über die Wirksamkeit von Taiji und Qigong bei Morbus Bechterew Patienten machen zu können, bedarf es umfangreicherer, methodisch elaborierterer Forschungsarbeiten vorzugsweise mit Langzeitverlaufsmessungen. Wer nicht auf diese warten mag und stattdessen eigene erste Erfahrungen mit Taiji und / oder Qigong machen möchte, findet auf der Webseite der Schweizerischen Gesellschaft für Qigong und Taijiquan (SGQT) www.sgqt.ch Adressen der vom Berufsverband anerkannten und in der Schweiz tätigen Lehrpersonen für Taiji und Qigong. Einen ersten praktischen Eindruck kann auch die nachfolgend beschriebene Grundlagenübung vermitteln, welcher man sowohl in einer Qigong- als auch in einer Taiji-Stunde begegnen kann.

Von der Theorie zur Praxis – Die Schalenübung 

Bei dieser Grundlagenübung stehen wir in einem schulterbreiten Parallelstand. Wir stellen uns vor, dass wir in einem Handteller eine Reisschale haben (Abb. 1) und diese so kreisen, dass deren Inhalt nicht ausgeschüttet wird (Abb. 1 – Abb. 8). Wir führen die Schale unter der Achselhöhle vorbei (Abb. 2) seitlich nach aussen (Abb. 3) und winden sie spiralig nach vorne aufwärts (Abb. 4). Oben kreist die Schale einmal um den Kopf (Abb. 4 – Abb. 6). Dann lassen wir sie durch ein entspanntes Setzenlassen des Schulter- und Ellenbogengelenkes wieder spiralig nach unten zurück in die Ausgangsposition gleiten (Abb. 5 – Abb. 8). Pro Seite ca. 10 bis 20 mal kreisen.

Hinweis: Die vertikale Drehachse durch unsere Körpermitte bleibt möglichst gerade und zentriert – so als ob auf unserem Kopf eine weitere Schale liegen würde. Rumpf und Schultern lassen sich während der ganzen Übung möglichst locker und entspannt vom Becken tragen. So wird der Oberkörper für den durch das Becken hochsteigenden Bewegungsfluss immer durchlässiger.

Varianten: a) Die Schale anstatt über dem Kopf nur vor der Brust kreisen lassen; b) Die Schalenübung beidhändig ausführen und abwechselnd mal die rechte, mal die linke Hand kreisen lassen oder c) mit beiden Händen gleichzeitig ausführen; d) die Schalenübung auf einem Bein stehend ausführen; e) die Schalenübung beim langsamen Gehen ausführen; f) alle Variationen mit rückläufigen oder auch gegenläufigen Armbewegungen ausführen; g) kreativ sein und eigene Variationen erfinden … der Rumpf bleibt jedoch immer über dem Becken möglichst entspannt, zentriert und vertikal ausgerichtet.

 

Quellenverzeichnis

  1. Li, Y. & Rigter, K. (2004). Taijiquan, Qigong und Morbus Bechterew. Vertical, 19, 4-8.
  2. Klein, P. J., Baumgarden, J. & Schneider, R. (2019). Qigong and Tai Chi as therapeutic exercise: Survey of systematic reviews and meta-analyses addressing physical health conditions. Alternative Therapies, 25 (5), 48-53.
  3. Easwaran, K. et al. (2020). Effectiveness of Tai Chi for health promotion for adults with health conditions: A scoping review of meta-analyses. Disability and Rehabilitation, doi:10.1080/09638288.2020.1725916.
  4. Nedeljkovic, M. & Gemperli-Link, B. (2020). Welchen Beitrag können die Chinesischen Bewegungskünste Qigong und Taijiquan zur Gesundheitsförderung leisten? Informationsdokument abrufbar unter www.sgqt.ch.
  5. Wayne, P. M. & Kaptchuk, T. J. (2008). Challenges inherent to T’ai Chi research: part I – T’ai Chi as a complex multicomponent intervention. Journal of Alternative and Complementary Medicine, 14, 95- 102.
  6. Koh, T. C. (1982). Tai Chi and ankylosing spondylitis – a personal experience. American Journal of Chinese Medicine, 10, 59-61.
  7. Lee, E. N. et al. (2008). Tai Chi for disease activity and flexibility in patients with ankylosing spondylitis – a controlled clinical trial. Evidence Based Complementary and Alternative Medicine, 5 (4), 457-462.
  8. Xie, Y. et al. (2019). A 12-week Baduanjin Qigong exercise improves symptoms of ankylosing spondylitis: A randomized controlled trial. Complementary Therapies in Clinical Practice, 36, 113-119.

 

Über den Autor

Dr. phil. Marko Nedeljković hat an der Universität Zürich klinische Psychologie und Sinologie studiert und an der Universität Bern zum Thema „Taiji und Stressprotektion“ promoviert. Seit über 20 Jahren übt er Taiji und Qigong aus und ist ein von der Schweizerischen Gesellschaft für Taiji und Qigong (SGQT) anerkannter Taiji Ausbildner und Qigong Lehrer. Für ihn sind diese beiden Bewegungskünste zu einem wunderbaren Weg zur Kultivierung von innerer Kraft, Klarheit und Ausgeglichenheit geworden, den er mit viel Freude und grosser Sorgfalt mit allen an gesunder Bewegung interessierten Menschen teilt. Er unterrichtet in verschiedenen Institutionen im Gesundheits- und Bildungswesen und bietet auch eigene Kurse und Weiterbildungsseminare in Baden, Brugg und in den Bergen an. Weitere Informationen sind seiner Webseite www.space2be.ch zu entnehmen.

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Unvergessliche Taiji-Intensivtage auf der Alp Collo

Mit einer grossen „Entschleunigung“ hat die Anreise zum Seminarort im Valle Onsernone begonnen. Kurz vor Bellinzona ist mein Zug stecken geblieben und nach zwei Stunden des Wartens in Ungewissheit an Ort und Stelle habe ich meine erste Zugevakuierung auf offener Bahnstrecke erlebt. Es dauerte dann doch noch eine gute Weile, bis zur Ankunft in Intragna, wo dann der knapp 4 stündige Wanderweg zur Alp Collo hoch erst seinen Anfang nahm. Normalerweise reichen für den Aufstieg etwa 3 Stunden. Doch mit meinem für die kommenden Tage reich an Lebensmitteln bepacktem Rucksack war eher „achtsame Gehmeditation“ angesagt. So konnte ich mich bestens in Zentrierung und vertikaler Ausrichtung üben. Oben einmal angekommen wollte es dann auch mit dem abendlichen Brotbacken nicht so recht klappen. Irgendwie dauerte alles an diesem Tag einfach viel länger als geplant. Gut Ding will eben seine Weile haben – schön, wenn es diese dann auch bekommt! :-)

Dieses Jahr fand das Taiji-Seminar auf der Alp zum ersten Mal während vier Tagen statt – also einen Tag mehr als bisher – und das war dann auch wirklich sehr gut so. Alles hatte etwas mehr Zeit. Neben den intensiven und gehaltvollen Trainingsstunden gab es zum Ausgleich immer auch geruhsame Verdauungs- und Erholungspausen während der Siesta, wie auch am Abend nach dem Znacht. Für mich waren diese Tage voller Naturverbundenheit sehr, sehr wohltuend!

Das Wetter war einfach fantastisch, so dass ich auch die Nächte unterm meist sehr klaren Sternenhimmel verbrachte. Ich weiss gar nicht wie lange es schon her ist, seitdem ich das letzte Mal so viele Tage am Stück praktisch rund um die Uhr draussen an der frischen Luft war. Jeder Tag begann bei mir mit einem frühmorgendlichen, erquickenden „Wim Hoff’schen“ Wasserbad. Welch ein Segen so ein grosser, kupferner von frischem Bergquellwasser durchflossener Käsertrog sein kann!

Reich beschenkt fühlte ich mich auch von den wunderschönen Morgen- und Abendstimmungen, der meditativen Bergruhe und den vielen Sternschnuppen. Und ich glaube, so geht es eigentlich allen, die den Weg zur Alp hoch auf sich nehmen und sich auf eine eindrucksvolle Zeit intensiven Trainings, wie auch entspannten Zusammenseins in einer naturbelassenen, von rustikaler Einfachheit geprägten Umgebung einlassen. Jedenfalls fand sich auch dieses Jahr wieder eine ganz tolle Seminargruppe auf der Alp Collo zusammen. Viele unvergessliche Augenblicke konnten wir miteinander teilen. So zum Beispiel der Blick durch das Sternrohr auf Jupiter und seine drei Monde, die sagenhaften Sonnenuntergänge auf der hinteren Alp … und das Taiji-mässige Öffnen einer Banane ;-)

… to be continued!

Und das berichteten die Teilnehmenden …

„Ich habe den Wechsel von den ganz stillen Übungen, bei welchen jeder mit den Bewegungen ganz bei sich am Vertiefen war, zu den Partnerübungen zu zweit sehr geschätzt. Diese Kombination hat mich sehr inspiriert. Spannend fand ich auch die Rückmeldungen und Anregungen aus den Partnerübungen dann wieder zurück zu mir selbst in mein eigenes Üben aufzunehmen und Neues auszuprobieren. Auch sehr schön fand ich, wie du uns auf unseren verschiedenen Wegstrecken – ich ganz am Anfang, andere schon einiges weiter – so gut begleitet hast. Ich bin da weder zu kurz gekommen, noch habe ich zu viel gemacht und fand es einfach wunderbar, dass ich so mit dabei sein konnte. Danke!“

„Ich habe das Seminar als sehr intensiv erlebt und bin immer wieder an den Punkt gekommen, an dem ich recht müde geworden bin. Ich fand es sehr bewundernswert, wie du selbst am Abend noch so eine Energie hattest und auch wirklich noch auf alles reagieren konntest und die Inhalte mit immer wieder neue Beispielen und Bildern vermittelt hast. Deine Anregungen haben mich dann immer wieder mitgenommen und mich meine Müdigkeit vergessen lassen. Das fand ich sehr schön, dass du mich so unterstützen konntest. Dass ich diese Intensivtage so durchziehen konnte ist für mich persönlich eine grosse Leistung.“

„Mir haben diese Tage hier auf der Alp auch wieder sehr gut getan. Dieser Ort ist wirklich super! Alles was man hier macht, wird einfach nur noch besser. Für mich war es sehr spannend zu erleben, wie du die Seminarinhalte vermittelt hast. Ich glaube, dass wenn man vorher noch nicht so genau wusste, was Taiji eigentlich ist, dass man in diesen Tagen einen sehr breiten Überblick bekommen hat, was Taiji so alles beinhaltet, … dass es Partnerübungen gibt, dass es Grundlagenübungen und Formen gibt und was dabei so die wichtigsten Punkte sind, die es zu beachten gilt. Ich glaube, jemand der noch kein Taiji gemacht hat wäre sicher gefordert auch von der Tiefe des vermittelten Stoffes, aber nicht zwingend überfordert … vor allem nicht, wenn man „seinen Becher leert“ und offen ist für Neues. Und ich finde, du hast in dieser kurzen Zeit wirklich ganz viel Wesentliches vermittelt, an dem man jetzt selbst noch jahrelang weiter arbeiten könnte. Vom Umfang und von der Dichte der Inputs her fand ich es sehr gehaltvoll und stimmig vermittelt. Auch ich fand die Kombination von Lösungsübungen mit vertiefenden Partnerübungen sehr gut. Mitzuerleben wie andere diese Übungen zum ersten Mal machen, war für mich sehr spannend. Mir wurden dabei immer wieder neue Details bewusst, auf die ich mich dann beim eigenen Üben achten konnte und die mich dann wieder einen Schritt weitergebracht haben. Danke.“

„Im Taiji bringe ich schon gewisse Vorkenntnisse mit. Die Verbindung von Taiji mit seinem philosophischen Hintergrund hat mir sehr gut gefallen. Wichtig für mich ist, dass die philosophischen Konzepte, die vermittelt wurden, nicht aus der Luft gegriffen, sondern sehr konkret erlebbar waren. Meinem Empfinden nach hatte das die erdende Wirkung der Übungen verstärkt. Besonders inspiriert haben mich die Lösungsübungen, welche ihren Ursprung ja im weissen Kranich Stil Kungfu (white crane style; ) haben. Ich konnte mir sehr gut die luftig-schwungvollen Bewegungen dieses schönen, eleganten Vogels vorstellen. Diese bildhaften Assoziationen an den Kranich zusammen mit dem Gefühl der Erdung haben für mich das Bewegungserleben der fünf Lösungsübungen noch viel intensiver gemacht. Was mir auch sehr gut gefallen hat, war die Einfachheit unserer Unterkunft. Da wurde mir so richtig bewusst, dass so ganz alltägliche Dinge wie Elektrizität und Wasserspülung plötzlich gar nicht mehr so selbstverständlich sind. Auch das Schlafen im Freien mit den vielen Sternschnuppen war für mich eine sehr schöne Erfahrung, die ich bis jetzt so in der Schweiz noch nicht gemacht habe. Zu Beginn des Seminars hatte ich etwas Bedenken, ob ich wohl den Anschluss in der Gruppe finden würde. Die Leute hier waren aber alle sehr nett und ich habe mich in der Gruppe sehr wohl und gut aufgehoben gefühlt. Marko bringt neben seinen Erfahrungen im Taiji auch sonst noch sehr Vieles mit, so dass ich mich von ihm gut verstanden gefühlt habe.“

„Das erlebte Raum- und Zeitgefälle fand ich dieses Jahr besonders spannend. Bisher hatten wir jeweils drei Tage auf der Alp verbracht. Jetzt aber waren wir zum ersten Mal vier Tage am Stück hier oben im Taiji-Workshop. Trotzdem kam mir die Zeit hier oben so kurzweilig wie ein Wochenende vor. Obwohl alles so dicht war, war es zugleich auch irgendwie sehr ausgedehnt gewesen. Begonnen hat das Seminar dieses Jahr ja mit einigen „Pannen“: Angefangen mit der Zugverspätung bei der Anreise, dem Brotbacken am ersten Abend, dass sich bis drei Uhr morgens in die Länge gezogen hatte und auch die Polenta-Gemüsepfanne hatte doch einiges mehr an Zeit in Anspruch genommen als geplant. Ich fand es sehr spannend, solche Prozesse in diesem leeren Raum, in diesem Spielraum des Raum-Zeit-Kontinuums, zu beobachten. Schon zum fünften Mal bin ich jetzt auf der Alp Collo im Taiji-Workshop und ich profitiere jedes mal von neuen Herangehensweisen, die mich zu neuen Entdeckungen führen und mich in meinen eigenen Prozessen unterstützen. Herzlichen Dank.“

 

 

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frisches Taiji

Liebe Taiji-Freunde

Ich hoffe, dass ihr alle gut im Sommer angekommen seid und schon viele sonnige Stunden geniessen konntet. Seit März bin ich draussen am Taiji-Kurse geben. Obwohl ich seither mehr Zeit im Freien verbringe als zuvor, zieht es mich jetzt sogar noch mehr raus in die Natur. So kam mir ende Mai die Idee, während 30 Tagen jeden Tag einmal zur Buessbergwiese hochzulaufen. Diese Wiese ist einer meiner Lieblingsorte hier in Wettingen. Sie befindet sich am Hang der Lägern. Das letzte Stück ist zwar etwas steil, doch wird man dafür umso mehr mit einer wunderschönen Aussicht über das Limmattal bis weit hinaus zu den Alpenketten belohnt. Jedesmal habe ich vom gleichen Platz aus ein Bild aufgenommen und so versucht, die Wirkung des Augenblicks festzuhalten. Daraus entstanden ist eine kleine Foto-Reportage.

Durch diese ist mir nochmals bewusst geworden, wie unterschiedlich der ein und der selbe Ort wirken kann. So vielseitig meine Eindrücke auch waren, so hat mir jeder dieser Ausflüge doch immer sehr gut getan! Mit dem Taiji geht es mir ebenso. Der Bewegungsablauf einer Taiji-Form oder einer Grundlagenübung mag wohl immer der gleiche sein, erleben tue ich ihn aber jedesmal von neuem. So bleibt Taiji für mich frisch. Kulinarisch ausgedrückt könnte man auch sagen, dass es nicht nur das gute, alte Rezept ist, das ein Gericht vortrefflich gelingen lässt, sondern auch die Frische und der Naturgehalt der Zutaten, die Freude und das Können des Koches, aber auch der gute Apetit der Gäste! :-)

Ob mit „fischem“ Taiji oder auch einem eigenen „30-Tage-Lieblingsort-Challenge“, in jedem Fall wünsche ich euch allen eine ganz gute zweite Jahreshälfte mit viel Freude an gesunder Bewegung!

Herzliche Grüsse
Marko

 

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Licht im Dunkel

Liebe Taiji-Freunde

Ich hoffe, dass es Euch allen gut geht und Ihr Euch vieler schöner Herbsttage erfreuen durftet. Jetzt steht der Winter vor der Tür. Eine Jahreszeit, in welcher sich alles etwas setzen lassen und zur Ruhe kommen darf. Vielleicht sind es gerade die kürzeren Tage und die kälteren Temperaturen die uns einladen, uns stärker auf das Lichtvolle und Warme in und um uns zu besinnen und dem Sorge zu tragen. Mir kommt dazu gerade ein Erlebnis in den Sinn, das ich gerne mit Euch teilen möchte:

… Es war einmal spät am Abend, als ich mit der S-Bahn von Zürich nach Wettingen unterwegs war. Im Abteil neben mir sass ein Vater mit seinem etwa vier jährigen Sohn. Der Zug fuhr gerade durch den vielgleisigen Rangierbahnhof bei Dietikon vorbei, als plötzlich während der Fahrt das Licht in unserem Wagen ausging. Der Vater nahm sein Kind zu sich auf den Schoss. Gemeinsam schauten sie aus dem Fenster. Da fragte ihn sein Bub: „Papa, warum gibt es denn eigentlich die Nacht?“ Fast flüsternd gab ihm sein Vater zur Antwort: „Damit wir dann besser sehen können, wie die Sterne am Himmel leuchten“, und gab ihm einen Kuss …

Für mich war es ein berührendes Geschenk im Dunkel des Zugwagens Zeuge dieses liebevollen Augenblickes zu sein. Wie wenig es doch braucht, um Licht ins Dunkel zu bringen … eigentlich ist es ja schon da! :-)

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen viel Licht und Wärme in den kommenden Adventstagen und eine ganz gute und gesunde Winterzeit!

Herzliche Grüsse
Marko

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Taiji und Qigong zur Gesundheitsförderung

Seit bald zwei Jahren bin ich im Vorstand der Schweizerischen Gesellschaft für Qigong und Taijiquan (SGQT) als Fachbereichsleiter für Taijiquan aktiv. Die Öffentlichkeitsarbeit für Qigong und Taiji – das haben wir im Vorstand beschlossen – soll gefördert werden.  Ich für meinen Teil habe während der letzten Corona bedingten Unterrichtspause im Frühling meine frei gewordene Zeit genutzt, um die aktuelle wissenschaftliche Studienlage zu Taiji und Qigong als Sturzprophylaxe, bei Rückenschmerzen und zur allgemeinen Gesundheitsförderung zu recherchieren. Die Ergebnisse habe ich dann nach den WZW-Kriterien – WZW steht für Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit – reflektiert. Daraus entstanden ist ein Informationsdokument für Krankenkassen, Ärzte und therapeutische Fachkräfte, das ihr hier gerne herunterladen und lesen könnt und wenn ihr möchtet natürlich auch sehr gerne weiterstreuen dürft. Erste Krankenkassen haben bereits positiv auf diese informative Zusammenfassung der Evidenzlage reagiert und haben eine Aufnahme von Qigong und Taijiquan in ihren Leistungskatalog der Zusatzversicherung angekündigt. Bleibt zu hoffen, dass auch alle weiteren Krankenkassen bald nachziehen werden, zumal alle WZW-Kriterien überzeugend erfüllt sind.

Darüber hinaus wäre gerade in jüngster Zeit sehr wünschenswert, das im Gesundheitswesen nebst den rigorosen Massnahmen zur Krankheitsprävention ebenso, wenn nicht sogar noch mehr auch Massnahmen zur Gesundheitsförderung gefördert werden. Denn das Abträgliche zu vermeiden und das Gesunde zu fördern sind immer noch zwei verschiedene Paar Schuhe. Während das Erstere primär misserfolgsmotiviert ist, d.h. es gilt einen potentiellen Misserfolg zu vermeiden, dominiert beim Zweiteren die Erfolgsmotivation, d.h. es gilt einen ersehnten Zustand zu erreichen. Da könnte ich jetzt noch viel über motivationspsychologische Betrachtungsweisen und deren Wirkung auf unsere Befindlichkeit schreiben … doch was schlussendlich zählt, ist die eigene Praxis und die darf meines Erachtens mehr im Zeichen des Pflegens und Förderns des Gesunden stehen, als im Zeichen des Bekämpfens des Krankmachenden. So habe ich mich während meines Corona Frühlings- und Sommers nebst meiner Schreibtischarbeit auch ganz praxisbezogen intensiv mit einer kleinen aber feinen Taiji-Qigong Übungsserie befasst. Entstanden ist dabei als kreatives Gemeinschaftswerk ein Video zu dieser Übungsabfolge. Sonja Schumacher hatte das Video aufgenommen und mit künstlerischen Elementen vortrefflich die Brücke zwischen Theorie und Praxis verbildlicht, Karl Zehnder hat das Ganze musikalisch untermalt und dabei gekonnt seine klassisch anmutenden Pianomelodien mit modernen Impulsen stimmig zu den Bewegungen akzentuiert, und ich meinerseits habe in dieser Momentaufnahme die 21er Taiji-Qigong Form zum Besten gegeben. Schön, wenn es euch gefällt – noch besser aber, wenn es euch selbst – in welcher Form auch immer – „zur Kräftigung des Körpers und zur Bewegung der Vitalenergie“ motiviert! ;-)  … was auch immer die bevorstehende Winterzeit mit sich bringen wird, mögen wir alle das Beste daraus machen und den Blick für das Gesunde nicht verlieren!

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Taiji Langstockseminar in Aarau – Oktober 2020

Mein letztes Taiji Seminar in diesem Jahr hat am vergangenen Wochenende in Aarau stattgefunden. Am Samstag war das Wetter besonders kalt und regnerisch. Zusammen mit zehn Seminarteilnehmenden fand ich im schönen Kursraum der Taiji Schule Aarau nebst Wetterschutz und Wärme auch viel Bewegungsraum. Unter diesen optimalen Voraussetzungen haben wir uns ganz in die Grundlagen- und Partnerübungen mit dem Taiji Langstock vertieft und darauf aufbauend auch mit dem ersten Teil der Langstockform nach T.T. Liang vertraut gemacht. Die Zeit verging wie im Fluge und einmal mehr war ich wieder beeindruckt, wie viel die Teilnehmenden in so kurzer Zeit und mit so viel Freude gelernt haben! Die alten Griechen meinten schon: „Die Freude an der Arbeit lässt das Werk vortrefflich geraten!“ (Aristoteles), was ich nur bestätigen kann. Allen Teilnehmenden möchte ich an dieser Stelle herzlich danken, denn jede und jeder hat mit ihrer/seiner einzigartigen Präsenz zur Bereicherung des gemeinsamen Interaktions- und Erlebnisraumes beigetragen! Gerne teile ich unten ihre Rückmeldungen zusammen mit ein paar fotografischen Impressionen aus dem Langstock-Wochenende und hoffe sehr, dass auch im neuen Jahr wieder so ein tolles Seminar möglich sein wird. Unterdessen wünsche ich allen eine gute und vor allem gesunde Zeit, in welcher neben all den aktuell zunehmenden Einschränkungen und Schutzmassnahmen die Bewegungsfreude doch immer wieder eine kreative Ausdrucksform findet!

„Ich fand es super! Ausser dass wir eine Form mit dem Langstock lernen werden, hatte ich keine Ahnung, was mich dieses Wochenende erwartete. Toll fand ich die Partnerübungen, die zusammen mit jeder neuen Sequenz der Form vermittelt wurden. So wurde mir nicht nur klarer, was die Bewegungen in der Form eigentlich bedeuteten, auch war für mich das Abspeichern der Bewegungsabläufe durch diese ergänzenden Partnerübungen viel einfacher. Das fand ich prima.“

„Spannend fand ich es zu erleben, wie bei der Taiji-Form über den Stock die eigenen Bewegungen verlängert und so auch die Fehler besser sichtbar werden. Toll, wie du uns in diesen zwei Tagen auf wunderbarer Art die Langstock-Form vermittelt hast. Ein grosses Kompliment!“

„Ich fand es total toll, wie du unterrichtest! Und was mich vor allem beeindruckt ist, dass es bei dir nicht einfach ein stures ‚richtig’ oder ‚falsch’ gibt, sondern dass du eben auch aus einem Schritt heraus oder mit einer Gewichtsverlagerung ausprobierst, was da auch noch Sinn machen könnte, auch wenn es nicht mit der Ausführungsweise in der Taiji-Form übereinstimmt. Und die Stimmung in der Gruppe fand ich auch super! Vielen Dank an euch alle!“

„Besonders schön fand ich, dass bei jeder neuen Bewegung in der Form eine Anwendungsmöglichkeit – ob mit oder ohne Partner – mitvermittelt wurde. So ist bei mir ein klareres Bild im Kopf entstanden, wie dann die Bewegungen sein könnten. Auch fand ich das Üben mit dem Langstock ein super Training für die Koordination der Hände. Mir stellt sich jetzt die Frage: ‚Wie weiter?’ Ich fände es schön, wenn ein weiteres Wochenende zum zweiten Teil der Langstock-Form zustande kommt. Toll wäre auch, wenn vorher noch ein Auffrischungstag zum ersten Teil möglich ist.“

„Ich habe das Wochenende als sehr kurzweilig empfunden. Vom Gefühl her ist die Zeit extrem schnell vorbei gegangen. Die Abwechslung zwischen Form und Anwendung fand ich ganz toll. Ebenso auch deine Art des Unterrichtens. Ich finde du bringst sehr viele Bilder und anschauliche Beispiele, und das macht für mich das Aufnehmen der neuen Inhalte einfacher und leichter.“

„Zwei Tage am Stück Taiji zu üben, das bin ich mir überhaupt nicht gewohnt. Für mich war das eine ziemliche Herausforderung – aber total gut! Heute Morgen habe ich mich sogar richtig auf’s weitere Lernen gefreut und war da also nach dem ersten Tag überhaupt nicht ausgepowert. Jetzt nach dem zweiten Tag merke ich, dass bei mir eine Sättigungsgrenze erreicht ist und ich wahrscheinlich auch nicht mehr viel Neues aufnehmen könnte. Ich staune, wieviel ich in diesen beiden Tagen gelernt habe, zumal Taiji mit Stock für mich noch ganz neu war. Aus diesem Seminar nehme ich die Grundlagenübungen mit dem Stock zum Auflockern für Zwischendurch mit. Ich finde, du hast eine angenehme Art zu unterrichten. Ich konnte gut dranbleiben und viel lernen. Danke.“

„Mit den zusätzlichen Grundlagenübungen habe auch ich das Wochenende als sehr abwechslungsreich erlebt. Schön fand ich, dass du offen bist, mit den Bewegungen zu experimentieren und Variationen nicht als falsch betrachtest.“

„Ich fand den Aufbau des Seminars super. Mit Form-Training, Partner- und Grundlagenübungen war viel Abwechslung da. Auch ich habe das Wochenende als sehr kurzweilig erlebt. Und deine Art, leicht, locker und spielerisch die Inhalte zu vermitteln, finde ich super. Dankeschön.“

„Mal abgesehen davon, dass du eine sehr schöne und ruhige Art hast, anderen etwas beizubringen, nehme ich für mich vor allem zwei Dinge mit: Das eine ist, dass eben nicht nur – so wie ich es bisher oft erlebt habe – stur eine Bewegungsform vermittelt wurde, sondern mit viel Abwechslung auch ergänzende Inhalte. Ich habe den Eindruck, dass man sich dadurch die neuen Bewegungsabläufe noch einfacher merken kann. Und das zweite, das ich sehr spannend fand, war bei einer Partnerübung, bei welcher du uns einen Part nicht wirklich vorgezeigt und erklärt hast, sondern uns einfach mal hast machen lassen. Das fand ich sehr spannend! Mit ganz frischen Anfängern, wäre das wohl eher schwierig gewesen, aber ab einem gewissen Level wird dadurch die Eigeninitiative gefördert. Das fand ich sehr cool!“  „Das Wochenende war sehr schön, und ich habe ganz viel für mich mitgenommen. Für ein andermal hätte ich noch folgende Anregungen: Ich würde jeweils nur 1.5 Stunden Mittag in die Planung nehmen. Und am Sonntag würde ich nach der Mittagspause nur noch 2 Stunden machen. Ich hatte das Gefühl, da war es für alle genug. Und für Leute mit einem etwas weiteren Reiseweg käme es gelegen, wenn das Seminar am Sonntag um 16 Uhr enden würde. Sehr gerne komme ich wieder an weitere Wochenenden oder Tageskurse!“

 

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Erlebnisbericht zum Taiji-Langstock Seminar

Neulich hatte ich die Freude an der Taiji-Schule Aarau ein Wochenende zum Taiji-Langstock anzubieten. Von den ursprünglich neun angemeldeten Teilnehmenden waren dann doch einige verhindert, so dass wir zu fünft den schönen, geräumigen Kursraum ganz entspannt und ohne allzu grosse Kollisionsgefahr für unsere Bewegungs- und Interaktionsübungen mit dem Langstock nutzen konnten. Bei dieser steilen Lernkurve, welche die Teilnehmenden an den Tag legten, hätte ich am liebsten gleich noch einen dritten und vierten Tag drangehängt! Doch wollen die über das Form-Training und die Partnerübungen vermittelten Inhalte auch in Ruhe verdaut und verinnerlicht werden. Zumal durch diese Art von Taiji-Training die Wirkkräfte nach Aussen hin besonders deutlich gemacht werden und dabei doch auch der eine oder andere innere Prozess angeregt werden kann. Beeindruckend fand ich, wie selbst in so einer kleinen Gruppe eine derart grosse, schöne und gegenseitig inspirierende Lernfreude und Interaktionsvielfalt zusammengekommen ist – da freue ich mich jetzt schon sehr auf das nächste Taiji-Langstockseminar im Oktober!

Und das berichteten die Teilnehmenden:

„Ich fand das Taiji-Langstock Wochenende recht cool. Obwohl ich bereits mit dem Ablauf der ganzen Langstockform vertraut bin, fand ich es super, diese Form nun auch mal auf der anderen Körperseite zu üben. Spannend, wie sich beide Seiten vom Gefühl her angleichen und verschmelzen! Auch wenn ich schon wusste, welche Bewegungen als nächstes kommen würden, fand ich es dennoch immer wieder recht anspruchsvoll und anstrengend. Aber ich glaube, das geht auch nicht anders. Das spricht auch dafür, dass da eben sehr viel Dichte in deinem Unterricht vorhanden war. Für mich war es damals schon eine sehr dichte Lernerfahrung, als du mir die Langstockform vermittelt hast. Die Dichte ist jetzt aber nicht weniger geworden :-) Auch fand ich die Erfahrung toll, am Lernprozess der anderen Teilnehmer teilhaben zu dürfen. Durch ihre Lernschritte konnte ich auch die meinigen bewusster reflektieren und für mich klarer erfassen, was es ausmacht, dass die Bewegungen immer besser gehen… also da nehme ich für mich aus diesem Wochenende ganz viel mit. Aus meiner Sicht ein klarer Erfolg – Danke!“

„Ich habe vor zwei Jahren schon mal bei dir an einem Taiji-Langstockwochenende teilgenommen und fand es spannend zu erleben, wie anders dieses Wochenende jetzt auf mich wirkte. Beim letzten Mal stand das Vertrautwerden mit dem Stock, mit seinem Gewicht und seinen Dimensionen im Vordergrund. Das ging dieses Mal vom Gefühl her schon viel besser, dafür konnte ich mich jetzt viel mehr auf die Kreuzverbindungen im Körper achten. Alles in allem „hät’s u gfägt“! Wir waren eine prima Gruppe und das gemeinsame Üben – auch in Kombination mit der Spiegelwand – das fand ich besonders schön.“

„Ich nehme aus diesem Wochenende sehr viel mit. Die letzten beiden Tage waren für mich wie eine Oase. Körperarbeit macht immer etwas mit einem, man arbeitet mit sich selbst und das ist etwas, das mir gut tut, das ich geniesse und das mir viel gibt. Die Gruppe fand ich super und fand es sehr angenehm, dass wir nur zu viert waren. Auch den Austausch untereinander mit den verschiedenen Erfahrungswerten habe ich total bereichernd empfunden. Mir hat die Art der Lektionen sehr gut gefallen. Es war dicht aber trotzdem gut portioniert. Es war step-by-step aufbauend und hat Hand und Fuss. Du als Lehrer bist ein sehr geerdeter Mensch. Vom ersten Moment an habe ich mich sehr wohl gefühlt und würde jederzeit wiederkommen. Danke.“

 

„Vielschichtig habe ich dieses Wochenende erlebt. Durch den Taiji-Unterricht, durch das Training der Form findet bei mir etwas Auflösendes statt, das für mich nicht unbekannt ist und doch immer wieder etwas desorientierend auf mich wirkt und auch Emotionen auslöst. Aktuell beschäftigen mich Themen wie „Stärke und Dominanz“. Und wenn ich dann im Training mit Aussagen konfrontiert werde wie „Dir möchte ich in der Nacht nicht auf der Strasse begegnen“, so löst das in mir etwas aus, auch wenn ich weiss, dass diese Bemerkung humorvoll gemeint war. Einfach weil ich immer wieder mal die Erfahrung gemacht habe, dass man mir Dominanz zuschreibt, ich mich selbst aber eigentlich als hochsensibel wahrnehme. Vielleicht hat das jetzt auch mit der Stockarbeit zu tun. Über den Stock bekomme ich klare Informationen und finde so einen immer besseren Zugang zu dieser mühelosen Kraft in mir. Vielleicht löst gerade dieses Element Holz auf körperlicher Ebene Spannungen auf, die mit Emotionen verhängt sind. Und mein Eindruck ist, dass so, wie wir jetzt dieses Wochenende trainiert haben, vor allem die Ebene der Körperstruktur im Vordergrund gestanden ist. Wenn sich da dann die Emotionen einzugliedern haben, nehme ich wahr, wie mich das auf verschiedenen Ebenen in eine Dysbalance bringt … und das finde ich sehr interessant! Den Boden unter den Füssen hat es mir schon nicht genommen, aber ein bisschen rütteln darf es ja auch. Und ich denke, dass das Element „Stock“ an sich bereits eine weitere Dimension mit sich bringt, durch welche nochmals etwas ganz anderes mit der Interaktion mit meinen Körpermustern passiert. Ich habe jetzt nicht das Gefühl, dass ich mit dem Taiji-Langstock gleich intensiv weiter trainieren werde, aber ihn ganz die Ecke stellen werde ich auch nicht. Auf alle Fälle kommt er mit mir nach Hause mit.“

 

 

 

 

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Taiji auf der Alp Collo – Ein ganz besonderes Geschenk!

Letztes Wochenende war ich mit einer kleinen aber feinen Gruppe im Onsernone-Tal auf der Alp Collo. Dort haben wir uns in die fünf Lösungsübungen nach Meister Huang Xingxian vertieft und darüber hinaus uns auch mit der Eröffnungssequenz der „White Crane“-Formen vertraut gemacht. Das alleine war schon ein reichhaltiges Programm, doch mindestens genau so bereichernd, wenn nicht sogar noch mehr, war für mich die Erfahrung von all dem nicht direkt Taiji-Bezogenem, das für mich dieses Seminar so richtig beseelte! Wie zum Beispiel: das schwerbepackte Hochwandern und erleichternde Ankommen in dieser wunderschönen Naturpracht der Tessiner Berge, die erfrischenden Abkühlungen im riesigen, mit Quellwasser gefüllten Kupferkessel, die Übernachtungen unterm freien Sternenhimmel, das kontemplative Morgentraining im Mondschein für mich alleine, während alles um mich herum noch schlief, das gemeinsame Zubereiten und Geniessen der einfachen aber umso leckeren Mahlzeiten – natürlich wieder mit selbstgebackenem Dinkelbrot frisch aus dem Holzofen! :-) , die Präsenz von so verschiedenen und vielleicht gerade auch deshalb so wunderbar zusammenwirkenden Seminarteilnehmenden, die für mich sehr spannende und zeitweise ganz schön herausfordernde Erfahrung der Doppelrolle als Seminarleiter und Dolmetscher, … das alles und noch Einiges mehr rührt in mir eine tiefe Dankbarkeit, dass ich so viel Schönes und Bereicherndes in diesen drei Tagen zusammen mit so wundervollen Menschen erleben durfte – ein ganz besonderes Geschenk!

Welche Eindrücke die Teilnehmenden aus diesem Wochenende auf der Alp mitnahmen, dass könnt ihr gerne in den nachfolgenden Erlebnisberichten lesen …

„Von diesem Wochenende nehme ich die Wirkung der gelernten Taiji-Übungen mit: Lösungen und Entspannungen, die sich bei mir im ganzen Körper in verschiedenen Körperpartien ergeben haben. Erstaunt hat mich der grosse Lernfortschritt in dieser kurzen Zeit. Die dritte Lösungsübung, welche sich am ersten Tag für mich koordinativ noch ganz unvertraut anfühlte, war mir am zweiten Tag schon viel geläufiger und fliessender. Das Zusammensein und der Austausch in der Gruppe, wie wir alles gemeinsam organisiert haben und dass dann das alles auch aufgegangen ist, das hat mir besonders gut gefallen. Ich wüsste nichts was man hätte besser machen können. In dieses Taiji-Seminar bin ich ohne Erwartungen gekommen, und ich muss sagen, es ist besser geworden, als dass ich es mir je hätte vorstellen können! :-) Und ja, du hattest Recht … „Wer es hinauf schafft, der wird belohnt!“ Herzliches Danke an euch alle und speziell auch an dich, Marko.“

„Merci vell mol – es ist wieder einmal sehr schön gewesen, Taiji hier oben in der Natur zu erleben. Das finde ich einfach eine wunderschöne Kombination. Den Fluss habe ich nicht nur in den Bewegungen als sehr stimmig empfunden, sondern auch im gemeinsamen Wirken in der Gruppe. Du bist sehr flexibel auf unsere Wünsche eingegangen und hast über die Seminarinhalte hinaus dafür gesorgt, dass es auch Gelegenheiten zum Auffrischen der von uns gewünschten Themen wie Partnerübungen und die Kurzstockform gab. Deine Offenheit für unsere Anliegen und deine planerische Flexibilität schätze und bewundere ich sehr. Vielen Dank auch, dass du so viel zu Essen für uns auf die Alp hochgetragen hast! (alle Lachen :-) ) Toll fände ich, wenn dieses Taiji-Wochenende im nächsten Jahr nicht auf das Baskers-Festival fallen würde. Obwohl es dieses Jahr wegen Corona ja ausgefallen ist. Aber für’s nächste Jahr, wäre das für mich noch „das Tüpfchen auf dem i“. Hier durfte ich wieder einiges dazulernen und mit nach Hause nehmen: Eine grössere Verbundenheit und mehr Fluss in den fünf Lösungsübungen. Insbesondere die 4. und die 5. Lösungsübung habe ich diesmal im Vergleich zum letzten Jahr deutlich intensiver und gehaltvoller erlebt. Sehr intensiv und kompakt nehme ich deine Seminare wahr und wo meine Aufnahmekapazität an ihre Grenzen stösst, da kann ich dann zu einem späteren Zeitpunkt wieder anknüpfen. Schön, dass das auch jetzt wieder möglich war!“

„Der für mich stärkste Eindruck, den ich aus diesem Wochenende mitnehme – das mag für euch jetzt vielleicht etwas merkwürdig sein – ist das Plumpsklo (alle lachen! :-) ). Das meine ich wirklich nicht abwertend! Die Erinnerungen, welche für mich mit diesem charakteristischen Geruch verbunden sind, liegen viele viele Jahre zurück in meiner Jugend, die ich in Taiwan verbracht habe. Als Teenager war ich damals bei meiner Tante auf dem Land zu Besuch. Die einfachen und robusten Steinhäuser, die Morgentoilette mit Waschschüssel und frischem Quellwasser und ganz besonders eben auch das Plumpsklo … das alles hat in mir sehr schöne Erinnerungen an meine Jugendtage geweckt! Hier oben auf der Alp bin ich zum ersten Mal so richtig in Kontakt mit der Schweizer Küche gekommen. Diese unterscheidet sich von der Zubereitungsweise, den Zutaten und dem Geschmack der Gerichte her gänzlich von der Taiwanesischen Küche. Ob ein Ort gut oder schlecht ist, ist aus meiner Sicht nicht so sehr von dessen Lage abhängig. Viel mehr sind es die Menschen, mit denen ich gemeinsam die Zeit an einem Ort teile, welche für mich den Ort unvergesslich machen. Dank euch allen, werde ich die Alp Collo, in allerbester Erinnerung behalten. Die Atmosphäre hier mit euch zusammen hat mir sehr gut getan, auch das, was du uns vermittelt hast, fand ich sehr spannend. Als Akupunkturarzt habe ich bereits einige Erfahrung mit Qigong-Übungen und deren therapeutischen Anwendungen. Was du uns über die „White Crane“- Formen vermittelt hast, war für mich etwas ganz Neues und fand das sehr interessant. Herzlichen Dank für deinen prima Unterricht und für deine grosse Geduld!“

Also ich kann mich all dem vor mir Gesagten nur anschliessen – auch wenn ich das Chinesische nicht ganz alles verstanden habe (alle lachen :-) ). Es war wieder einmal ein für mich sehr dichtes Programm, das mir sehr gut gefallen hat. Was mich sehr freut, ist, dass ich in die dritte Lösungsübung so gut hineingefunden habe und ich mich mit dieser jetzt so richtig wohl fühle. Ja, zum ersten Mal fühlt sich diese jetzt wirklich stimmig an. Auch die kurze und doch sehr inhaltsreiche Einstiegssequenz der „White Crane“ Formen nehme ich mit mir mit – spannend fand ich besonders auch die mit der Atmung gekoppelte Bewegungsweise. In der Gruppe habe ich mich sehr wohl gefühlt und bin dankbar für die besonderen Momente und guten Gespräche, die ich mit den Leuten hier erleben und teilen durfte. Ich freue mich auf’s nächste Mal!

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Eindrücke aus dem Taiji Kurzstock Workshop im Jurtendorf

Letztes Wochenende habe ich zwei wunderschöne, naturverbundene Tage im Jurtendorf in Luthernbad erlebt. In einer kleinen Gruppe habe ich dort vertiefende Grundlagenübungen mit dem Taiji Kurzstock vermittelt. Passend zu den gehaltvollen Taiji Übung war auch die Umgebung des Napfgebietes voller inspirierender Sinneseindrücke! Ganz abseits von jeglichem Verkehrslärm war es ein selten schöner Genuss dem Summen der emsigen Bienen im Blütenmeer des Wildrosenbusches zu lauschen. Auch der feine Duft der Blumen – so unverkennbar natürlich und echt! Meditativ anmutend empfand ich auch das Gebimmel der Kuh- und Schafsglocken. Auch das quirlige Murmeln des Bergbaches hatte etwas Belebendes und zugleich auch abkühlend Beruhigendes an sich. Nicht zu vergessen die leckere Küche des Jurtendorfes! Da gibt es super schmackhafte Wildpflanzen im Salat, die ich zuvor noch gar nie so richtig gesehen, geschweige denn gekostet habe – natürlich alles frisch vor Ort gepflückt und zubereitet. Die leckeren vegetarischen Gerichte waren im Nu weggeschmaust. Ebenso auch die sagenhaften Weihen und Crèmen der exzellenten Küchencrew, die keine Wünsche offen liess! Ein grosses Kompliment und herzliches Dankeschön an Andrea und Kathrin! Besonders eindrücklich war für mich das Jurtendorf seit langem wieder mal im Sommer in seiner ganzen Fülle zu erleben. Ein starker Kontrast zur stillen Zurückgezogenheit während den Wintermonaten. So wurden ich und die Teilnehmenden meiner Seminargruppe sehr reich vom Ort beschenkt, der mit seiner Vielfalt auf uns alle einen ganz besonderen Zauber ausübte. Einen Zauber, der weit über das Erleben und Integrieren der Taiji-Übungen hinaus ging und einen selbst, wie auch die Gruppe als Ganzes in seiner eigenen Natürlichkeit aufblühen liess. Dieses besondere Gefühl in Worte zu fassen finde ich gar nicht so einfach. Wer möchte kann im Folgenden gerne die Rückmeldungen der Seminarteilnehmenden zum Taiji Wochenende im Jurtendorf lesen. Wie kleine Kristalle in einem Kaleidoskop tragen sie alle zusammen zu einem wunderschönes Bild bei. Ich freue mich jetzt schon auf meinen nächsten Besuch im Jurtendorf und kann allen Naturfreunden einen Besuch dieser wundervollen Oase nur wärmstens empfehlen!

Hier nun die Eindrücke der Teilnehmenden …

„Ich fand es schön, das Jurtendorf mal im Sommer zu erleben. Es ist eine ganz andere Atmosphäre, es ist lebendiger, mit viel mehr Geräuschen und Grün rund herum –wirklich sehr schön, das Jurtendorf im Sommer! Das Seminar hat mich sehr intensiv gedünkt, obwohl ich die Übungen bereits von einem früheren Seminar her kannte. Diese innere Arbeit ist für mich mit intensiven Prozessen verbunden … und jetzt gerade nach dem letzten Nachmittagstraining fühle ich mich im Augenblick ziemlich energiegeladen, beschwingt und auch ein bisschen verpeilt J Du als Seminarleiter machst es wie immer super. Auch diesmal habe ich das Seminar wieder als sehr gehaltvoll erlebt. Und den ganzen Weg von den Entwicklungsprozessen, die dabei in einem stattfinden, finde ich sehr spannend! Auch die Gruppe war ganz toll – herzlichen Dank euch allen!“


„Ich schliesse mich dem an – die Gruppe war echt Klasse! Sehr ausgeglichen von der Zusammenstellung und mit sechs Personen eine angenehme Grösse. Von mir aus hätte sie auch etwas grösser sein dürfen – aber nicht zu gross. Den Ort hier finde ich genial und sehr passend zum Prozesshaften des Workshops. Die verschiedenen Orte, an welchen wir geübt haben, waren mit all ihren eigenen Geräuschen und unterschiedlichen Umgebungen von Grund auf miteinbezogen. Man ist dann nicht so in einem „sterilen white cube“ sondern in etwas Lebendigem naturverbunden eingebettet. Mir gibt das viel. Den Rhythmus des Seminars habe ich sehr angenehm empfunden: Sowohl die Technik zum äusseren Bewegungsablauf als auch der Raum für Innenschau waren stimmig miteinander verbunden. Und ich merke, dass diese Art von Übungen, die nach innen gerichtet sind, im wahrsten Sinne des Wortes unglaublich an die Substanz gehen. Von aussen betrachtet sind das ja eigentlich nur wenige und unscheinbar wirkende Bewegungen, und doch wird durch diese im Inneren einiges angekurbelt und bewegt, das von Aussen gesehen einfach nicht sichtbar ist. Das innere Erleben ist im Vordergrund und nicht die Anzahl der gelernten Übungen. Diese Art von erlebnis­orientierter Arbeit entspricht mir sehr! Gerne bin ich das nächste Mal wieder mit dabei.“


„Ich beginne mal beim Ort. Ich fand ihn wahnsinnig inspirierend und so dicht … genau so, wie es der Workshop auch war. Die vielen Eindrücke muss ich für mich erst einmal in Ruhe etwas setzen lassen … Die Taiji-Workshops, an denen ich bisher teilgenommen habe, waren eher auf das Arbeiten an den Bewegungsabläufen einer Taiji-Form ausgerichtet. Dieses Wochenende jetzt mit dem Fokus auf die innere Arbeit habe ich sehr geschätzt. Ich fand es super, diese Qualität der nach innen gerichteten Wahrnehmung mir so zu vergegenwärtigen und zu vertiefen. Dies zusammen in einer Gruppe zu erleben, fand ich sehr schön. Gerade heute Nachmittag, als wir gemeinsam hier unter dem Sonnenzelt geübt haben, empfand ich es als sehr harmonisch. Zeitweise waren wir alle fast im gleichen Rhythmus unterwegs – das war für mich ein wirklich schönes Erlebnis. Vielen Dank auch dir für’s Weitergeben all der Inhalte, die du dir durch diese eigene Weiterentwicklung der Taiji Zhi Übungen mit dem Kurzstock erarbeitet hast. Den Taiji Zhi Grundübungen bin ich früher schon mal begegnet, habe sie jedoch schon lange nicht mehr geübt. Aus diesen vertiefenden Bewegungserfahrungen mit dem Kurzstock nehme ich auf jeden Fall sehr viel mit. Danke.“


„Ich habe die Stimmung in der Gruppe heute Nachmittag ebenfalls sehr genossen – besonders nach der Partnerübung. Ich kann mich gut öffnen und mich in ein Gespräch einbringen, … um mich aber so wirklich ganz zu öffnen und auch für die Leute um mich herum präsent zu sein, merke ich, wie wirkungsvoll so Partnerübungen mit achtsamem Körperkontakt für mich ist. So eine Partnerübung zu Beginn des Workshops fände ich persönlich noch recht hilfreich, um zuerst einmal so als eine neue Gruppe zusammenzufinden. Schliesslich waren wir jetzt ja doch zwei Tage gemeinsam unterwegs und haben dabei viel zusammen erlebt. Ich glaube so eine Partnerübung zu Beginn würde die Verbindung und den Austausch untereinander gleich von Anfang begünstigen. Das wäre so meine Anregung für ein nächstes Mal… Deinen Zugang zum Taiji finde ich wunderschön. Extrem gut gefallen hat mir deine neutrale und respektvolle Herangehensweise. Das hat mich stark an meine Arbeit bei der Verarbeitung von Heilpflanzen erinnert. Auch dort wird davon ausgegangen, dass alles bereits schon da ist und eine Verstärkung der natürlichen Heilkraft einer Pflanze mit „positiver Energie“ und zusätzlichen Massnahmen gar nicht nötig ist. Eigentlich reicht es vollkommen aus, wenn wir als Werkzeug ihr dienen und sie respektvoll und bewusst mit möglichst wenig äusserem Dazutun verarbeiten. So kann dann die Entfaltung ihres natürlichen Potentials unterstützt werden. In der Fragestunde gestern Abend hat mich dein Zugang zu den Themen wie „Atmung“ und „Qi“ sehr angesprochen. Du adressierst diese Themen in deiner Arbeit absichtlich nicht direkt, achtest dich aber darauf günstige Bedingungen zu schaffen, um so indirekt deren natürliche Entwicklung zu fördern. Dieser Ansatz ist für mich viel weniger „technisch“, sondern echt und pur im Sinne von naturbelassen. Hier durfte ich diese Herangehensweise das erste Mal auf meinen eigenen Körper bezogen kennenlernen. Der Workshop hat mir sehr gut getan und vieles in mir auf eine gute Art in Bewegung gebracht. Bin das nächste Mal dann gerne wieder mit dabei!“

„Ich beginne mal mit meinem zentralen Thema – meinem Rücken. Denn im Vorfeld war ich mir nicht so sicher, wie sich dieses Seminar auf ihn auswirken würde. Und es ist top! Meinem Rücken haben diese Übungen extrem gut getan – vor allem auch den Fokus immer wieder auf die innere Wahrnehmung gerichtet zu haben. Gerade zu meiner Beckenposition, da konnte ich für mich neue und hilfreiche Inputs aufnehmen. Da bin ich wirklich glücklich, denn morgen gehe ich in die Ferien und freue mich beweglicher und freier zu sein. Von den Seminarinhalten, von diesem wunderschönen Ort hier, aber auch von der Verschiedenartigkeit des Zusammenseins in der Gruppe fühle ich mich sehr bereichert. Sehr beeindruckt hat mich die Wirkung der unterschiedlichen Übungsplätze auf das Erleben von sich selbst und der Gruppe. Der steinige Boden gestern hat die Aufmerksamkeit auf die eigene strukturelle Körperausrichtung gelenkt. Dann das wunderbare Üben stehend im Bachbett, umgeben von erfrischend fliessendem Wasser. Dieser wunderschöne Ort hat mir das Herz geöffnet. Verbunden sein mit der Natur und der Gruppe im Bewegen! Und heute Nachmittag auf der Wiese unter dem Sonnenzelt erlebte ich eine besonders schöne Energie in der Gruppe, die nicht in Worten zu beschreiben ist. Danke herzlich an euch alle! Danke auch dir Marko. Ich habe den Eindruck, dass du diese Taiji Zhi Übungen jetzt anders vermittelst als vor zwei Jahren. Jedenfalls habe ich wieder einiges Neues für mich entdeckt. Ich konnte mich viel besser auf den Stock einlassen. Integrierter. Dadurch war er mehr als nur ein Trainingsgegenstand. Die Ruhe und Verbundenheit von heute Nachmittag, machte mir bewusst, wie ruhiger mein Geist dabei war in diesen 2 Tagen, gegenüber vor zwei Jahren. Das war ein schöner Moment, diese Erkenntnis.“

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