Mit Taiji zum Arbeitsplatz oder „Wie gleite ich fegend über’s Herbstlaub?“

Richtig schönes Wetterglück hatten wir in der letzten Zeit! So viel milde Herbstsonne an einem Stück – das hat es schon lange nicht mehr gegeben. Neulich, ich war da gerade auf meinem Weg zur Arbeit, sah ich, wie ein leichter Windstoss einzelne kleine Robinienblätter, die vor mir flach auf dem Boden lagen, etwas lüftete und dabei einbisschen vor sich hinfegte. Neugierig herauszufinden, ob mir das auch gelingt, versuchte ich mit meinen Schuhsohlen ganz knapp über den belaubten Asphalt zu gleiten und nur die kleinen, platten Blätter der Robinie mitzufegen – und eben, ohne dabei ins Schlurfen oder gar Stolpern zu kommen. Das gleiche versuchte ich dann mit all dem anderen Laub, das mir unterwegs unter die Füsse kam … ich glaube mein Arbeitsweg ist mir noch nie so kurz vorgekommen wie an jenem Morgen :-) Erst im Nachhinein erinnerte mich diese kurzweilige Bewegungserfahrung im Laub an die Schrittübungen aus dem Bagua und Taiji, wie ich sie damals bei meinem ersten China Aufenthalt stundenlang geübt hatte. Ich muss zugeben, mit Laub macht das ganze einfach viel mehr Spass! :-) Ich hoffe, ihr konntet auch das gute Wetter geniessen, viel erholsame und kreative Zeit im Freien verbringen und dabei eure Sonnenspeicher richtig volltanken.
Eine ganz gute und gesunde Herbst- und Winterzeit wünsche ich euch allen!

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Eindrücke und Anregungen aus dem Weiterbildungsseminar „Taiji mit älteren Menschen“

Letztes Wochenende fand zum dritten Mal in Bern eine Taiji Weiterbildung statt, in welcher es darum ging, wie Taiji sinn- und wirkungsvoll einem älteren Publikum vermittelt werden kann. Wenn ich daran denke, wie selbst junge Studenten, denen ich im Rahmen des Hochschulsportes Taiji Stunden anbiete, nicht selten nur schon beim Erlernen des äusseren Bewegungsablaufes einer Taiji Kurzform ins Rudern kommen, ist es naheliegend, dass bei den älteren Leuten methodische und didaktische Anpassungen in der Vermittlung von Taiji angebracht sind, um sie in ihren Möglichkeiten und Bedürfnissen besser abzuholen. Ich hatte die grosse Freude in einer sehr interessierten und erfahrenen Seminargruppe – die Teilnehmenden waren alle bereits in fernöstlichen Bewegungskünsten und/oder in der Arbeit mit älteren Menschen bewandert – meine zentralen Unterrichtsinhalte, die Bewegungsprinzipien, weiterzugeben. Als „Gefäss“ für diese Inhalte dienten verschiedene Grundlagenübungen und eine auf die sitzende Position angepasste Taiji Kurzform. Diese Gefässe sind wichtig, da durch sie die Inhalte im wahrsten Wortsinn ja erst fassbar werden. Sie erfüllen also ihren Sinn und Zweck, wenn sie mit entsprechenden Inhalten gefüllt sind. Und so war es mir denn auch ein grosses Anliegen, durch diese Übungen den Teilnehmenden einen Zugang zu den Taiji-Bewegungsprinzipien zu vermitteln bzw. ihren bereits vorhandenen Zugang zu erweitern. Ja, den eigenen Zugang zu diesen Bewegungsprinzipien so stark zu erweitern, dass dadurch sehr einfache, doch nach wie vor gehaltvolle Taiji-Übungen entstehen und vermittelt werden können, von welchen selbst 100 Jährige profitieren können – das finde ich wirklich etwas Grossartiges! Wenn ich mir so die Rückmeldungen der Teilnehmenden (siehe unten) vor Augen halte, bin ich zuversichtlich, dass es ihnen gelingen wird, die im Weiterbildungsseminar kennengelernten und vertieften Bewegungsprinzipien in ihre eigene Arbeit zu übertragen und dort auch durch ihre eigene Übungsgefässe sinn- und wirkungsvoll zur Geltung zu bringen. Auch ich durfte am letzten Wochenende ein paar wirklich gute methodische und didaktische Anregungen sammeln, die ich dann in meinem nächsten Weiterbildungsseminar zu diesem Thema umsetzen möchte. Darauf freue ich mich jetzt schon!  :-)

 

„Für mich war dieses Seminar eine sehr positive Erfahrung. Von den vermittelten Inhalten nehme ich vieles mit, dass ich in meine Bewegungskurse mit Senioren integrieren kann. Die einzelnen Grundlagenübungen, die ich hier kennenlernen durfte, waren klar angeleitet und so erklärt, dass ich ganz viel Neues aufnehmen konnte. Nun will ich drann bleiben und durch eigenes Üben noch etwas vertrauter und sicherer in den Bewegungsabläufen werden. Von mir aus hätten Übungen im Stehen oder auch mit Schritten mehr Raum im Seminar haben können. Dies hätte mir den Inhaltstransfer für meine Gruppen mit aktiveren und fitteren Senioren erleichtert.“

 

„Besonders gut hat mir gefallen, dass dem Umgang mit älteren Menschen, ihren Möglichkeiten und vor allem auch ihren Bedürfnissen so viel Beachtung geschenkt wurde. Die Auseinandersetzung mit der Frage „Was ist im Alter wirklich wichtig?“ finde ich sehr wertvoll und weitreichend. Ich denke, dass man durch die Arbeit mit älteren Menschen viel Wesentliches über das Leben in Erfahrung bringen kann und dass man diese Erfahrungen sinnvoll auch in andere Bereiche wie zum Beispiel in die Pädagogik, bis hin zur Arbeit im Kindergarten einbringen kann … Ja, und darüber hinaus bin ich dankbar für diese ganz kurze Taiji fünf Elemente Form, die ich hier lernen durfte.“

 

„Auch ich bin dankbar für diese einfache und kurze Taiji Form, für den einfachen Einstieg mit den Grundlagenübungen und die schönen Anregungen zum spielerischen Abholen und Integrieren der älteren Leute in der Gruppe. Ich fand es sehr schön mitzuerleben, wie lustvoll und herzwärmend du die Taiji Gruppe mit den Heimbewohnern angeleitet hast – Danke!“

 

„Die Grundlagenübungen und die Taiji Form waren mir schon aus deinem Buch bekannt. Diese jetzt im Seminar zu vertiefen und auch ganz konkret in ihrer praktischen Umsetzung so in einer Taiji Gruppe hier in einem Wohn- und Pflegeheim für ältere Menschen zu erleben, das fand ich ganz toll! Mir hat das neue Möglichkeiten aufgezeigt, wie die älteren Leute abgeholt und sinnvoll bewegt in eine Gruppe eingebunden werden können. Ich freue mich auf’s Umsetzen dieser Anregungen in meine eigenen Arbeit als Aktivierungstherapeutin.“

 

„Ganz viele Anregungen und Inputs für weiteres Vertiefen nehme ich aus diesem Seminar mit. Insbesondere die Taiji fünf Elemente Form finde ich wunderschön und auch in ihrem methodischen Aufbau einfach toll. Deine Taiji Gruppenstunde mit älteren Menschen ‚live’ mitzuerleben fand ich sehr anregend und erlebnisreich. Eine total gute Sache! Auch die Stimmung in unserer Seminargruppe fand ich sehr angenehm.“

 

„Dem möchte ich mich gleich anschliessen. Auch ich habe mich in unserer Seminargruppe wohl gefühlt und fand auch die Grösse unserer Gruppe sehr angenehm. Toll fand ich die vorbereitenden Übungen im Sitzen. Beeindruckend, wie einfache Sachen so eine grosse Wirkung haben können! Auch die kurze und doch sehr gehaltvolle fünf Elemente Taiji Form hat mich angesprochen. Für mich war es berührend zu erleben, wie du diese Inhalte in der Taiji Stunde mit den älteren Leuten dann auch umgesetzt hast.“

 

„Deine wertschätzende und integrierende Art hat mich sehr angesprochen. Diese hast du nicht nur den älteren Menschen in der Taiji Gruppe, sondern auch uns allen hier in der Seminargruppe entgegengebracht. Aus den Bereichen Taiji, Qigong und TCM habe ich kaum Vorkenntnisse mitgebracht. Umso mehr schätze ich die ‚Essenzen’ – sag ich mal – die du uns anhand der Grundlagenübungen und der Form vermittelt hast. Dein Fokus auf die Bewegungsprinzipen und auch deine Unterlagen dazu waren für mich sehr hilfreich. Das ganze Seminarsetting hat mich sehr angenehm und lernfreundlich gedünkt. Einzig was für mich noch hilfreich für das Integrieren und Verinnerlichen der Übungen gewesen wäre, wäre das Hervorheben der jeweiligen Übungsindikationen und Wirkorte.“

 

„Ich fand’s super! Das Wochenende hat Spass gemacht und besonders die Taiji Live-Demonstration mit den Heimbewohnern fand ich hervorragend! Echt beeindruckend zu sehen, was im hohen Alter so alles noch möglich ist! Die Übungen im Sitzen finde ich prima, im Seminar selbst hätte ich mir jedoch noch etwas mehr Üben im Stehen gewünscht.“

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Mit dem Taiji-Langstock auf Entdeckungsreise

Letztes Wochenende fand am Sportausbildungszentrum (SAZ) Mülimatt der FHNW in Brugg/Windisch das erste Taiji-Langstockseminar statt. Der hohe und geräumige Gymnastikraum war dafür wunderbar geeignet. Die trockene Witterung ausnutzend übten wir aber auch immer wieder mal draussen an der frischen Herbstluft, gleich neben der Aare. So gleich am fliessenden Wasser selbst im Bewegungsfluss zu sein, und das erst noch mit so einem langen Stock in den Händen, das war schon etwas besonderes. Bereits mit dem Zusägen und Abschleifen des Taiji-Langstockes hat sich die erste persönliche Verbindung zu diesem zunächst eher unscheinbaren Gegenstand gebildet. Wie mannigfaltig ein- und ausdrucksstark so ein schlichter Stock in seiner Anwendung zur Geltung kommen kann, wurde durch Grundlagenübungen, Partnerübungen, sowie auch durch den Bewegungsablauf der Taiji-Langstockform erlebbar gemacht. Diese tollen Taiji-Erlebnisse mit den Teilnehmenden teilen zu dürfen, war mir eine grosse Freude! Bestimmt wird es noch weitere Etappen auf dieser „Entdeckungsreise“ mit dem Taiji-Langstock geben!

Die Rückmeldungen der Teilnehmenden zum Seminar habe ich nachfolgend aufgeführt.

„Übungen mit dem Stock kannte ich bis jetzt nur aus dem Aikido. Für dieses Taiji Langstock Seminar habe ich mich angemeldet, weil ich das Bewegen mit dem Stock gerne mal von der Taiji Seite her kennenlernen und neue Impulse in mein bisheriges Training integrieren wollte und der Zeitpunkt dafür auch passend war. In diesem Seminar fand ich es besonders spannend zu erleben, wie lange es dauern konnte, bis etwas Neues, wie z.B. das Verinnerlichen eines neuen Bewegungsablaufes, zustande kam. Dann aber wiederum gab es immer wieder Momente, in denen ich sehr überrascht war, in welch kurzer Zeit sich viel Altes zu lösen vermochte. Dieses Seminar hatte mich in vielerlei Hinsicht auf eine gute Art gefordert. Ich finde du hattest ein wirklich gutes Gespür für die Dosierung des Umfanges und der Intensität der Stoffvermittlung. Für mich war es immer wieder mal an der oberen Grenze meines Aufnahmevermögens, aber nie darüber hinaus! Immer wenn’s viel wurde, gab es eine „Verdauungspause“. Wie wertvoll diese Zeit zum Verdauen und Setzenlassen für mich ist, das habe ich gleich zu Beginn des zweiten Seminartages gemerkt. Alles lief da irgendwie viel leichter und runder als am ersten Tag, wahrscheinlich weil die Vertrautheit mit dem Stock und dessen Handhabung, aber auch in der Gruppe und der ganzen Lernumgebung schon viel grösser war als am Anfang. An einer vertiefenden Weiterführung zum Taiji Langstock bin ich sehr interessiert und zunächst auch einfach mal neugierig darauf zu erfahren, wie sich die Aikido-Stockübungen das nächste mal anfühlen werden.“

„Holz finde ich ein super Material. Dass wir unseren eigenen Taiji Stock selbst zugeschnitten und zurechtgeschliffen hatten, das fand ich besonders toll. Bereits in der Seminarausschreibung hat mich dieses unmittelbare und gestaltende in Bezug treten mit dem Trainingsgegenstand sehr angesprochen. Beeindruckt hat mich, wie es dir gelungen ist, dass verschiedene Altersgruppen und Teilnehmende unterschiedlichen Niveaus von Anfang an alle gleichermassen Platz im gemeinsamen Lernraum hatten. Niemand ist zu kurz gekommen. Alle sind von dir in ihrem individuellen Lernprozess unterstützt und wertgeschätzt worden. Das hat mich als Taiji-Unterrichtende sehr inspiriert und berührt. Bereichernd fand ich auch deine zahlreichen Kreuzverbindungen der Seminarinhalte zu anderen Taiji Grundlagenübungen, wodurch für mich beides ’griffiger’ wurde. Ich fand es sehr spannend, an neue Bewegungsansätze herangeführt worden zu sein, die mir auf den ersten Blick nicht logisch erschienen, sich dann aber doch als sehr entspannt und wirkungsvoll herausstellten. Die Physik dahinter hast du sehr deutlich sichtbar und erlebbar gemacht. Das war wirklich toll. Ich habe es auch sehr geschätzt, dass du den Grundlagenübungen so viel Raum gegeben hast. Durch sie konnte ich mich mit dem Taiji-Langstock so richtig gut vertraut machen.“

„Früher hatte ich im Wing Chun Gong Fu Training intensiv mit dem Langstock trainiert. Dieses Training musste ich dann aber bedingt durch starke Schmerzen in den Handgelenken aufgeben. So war ich sehr gespannt auf dieses Taiji Langstock Seminar und hatte mir einen Wiedereinstieg in die Stockarbeit erhofft. Viele neue Grundlagenübungen, Bewegungsformen und ihre Anwendungen durfte ich in diesem Wochenendseminar mit dem deutlich leichteren Taiji Langstock kennenlernen. Die Inhalte und deine Art, wie du diese vermittelt hast, haben mir sehr zugesagt. Ich bin froh, dass ich nun wieder mit dem Stock trainieren kann, ohne dabei meinen Körper zu überlasten. Jetzt, nach zwei intensiven Seminartagen nehme ich meine Handgelenke zwar etwas deutlicher wahr, doch schmerzen tun sie nicht! Das Training der Grundlagenübungen fand ich einen prima Einstieg in die Taiji-Langstockform. Durch diese Übungen konnte ich mir mehr Vertrautheit zum Material verschaffen, wodurch meine Bewegungen mit dem Stock verbundener und abgestimmter wurden. Das finde ich sehr wichtig, denn für mich ist der Stock eine Waffe, und daher eines besonders sorgfältigen Handlings bedarf. Mehr und öfter dehnen ist das Einzige, was ich mir für ein nächstes Mal wünschen würde. Ansonsten fand ich dieses Seminar wirklich prima und bin dankbar, dass es auch trotz der kleinen Teilnehmerzahl stattfinden konnte. Auch das Trainieren im Freien an der Aare war super!“

„Etwas müde bin ich an das Taiji-Langstock Seminar gekommen, konnte dann aber dem Unterricht trotzdem sehr gut folgen. Das Tempo fand ich gut gewählt. Mir war immer klar, wo wir im Unterrichtsablauf waren und um was es jeweils bei den einzelnen Übungssequenzen ging. Die Übungen fand ich wirklich gut erklärt und auf Fragen bist du super eingegangen! Die Inhalte, die du durch die Bewegungsformen vermittelt hast, gingen für mich weit über den formalen Bewegungsablauf hinaus. Dadurch konnte ich für mich interessante Verknüpfungen und Unterscheidungen zu meinen bisherigen Bewegungserfahrungen machen. Das hat mir neue Perspektiven auf Gewohntes geschenkt. Danke!“

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Taiji im Valle Onsernone

Auch in diesem Sommer fand auf der Alp Collo im Valle Onsernone ein Taiji-Seminar zu den fünf Lösungsübungen statt. Es handelt sich hierbei um lösende Übungen, die in erster Line den Körper entspannen, ihn in seine vertikale Ausrichtung reinfinden lassen und ihn so als ganzes durchlässiger und in sich verbundener werden lassen. Dass diese Übungen sich über die körperliche Ebene hinaus, bzw. hinein auch auf der Gemütsebene ihre lösende Wirkung entfalten können, macht sie aus meiner Sicht zu einer sehr kraftvollen und somit auch achtsam handzuhabenden Übungsform im Taiji.
Erst letztes Jahr habe ich die Alp Collo als einen ganz besonderen Ort für dieses Seminar entdeckt. So durften  die Teilnehmenden auch dieses Jahr sich ganz mit der schönen Natur des Onsernone Tales verbinden und auf der Alp einen sicheren Boden zum Erden und einen einladend-offenen Raum zum Sein finden … Mittlerweile bin ich nun schon seit einigen Wochen wieder zurück im Mittelland, spüre in mir aber immer noch die Frische der vielen Eindrücke aus dem Taiji-Wochenende in den Tessiner Bergen. Die fast brennende Würze der wilden Bergminze, die unglaublichen Kletterkünste der wendig-flinken Eidechsen auf den Trockensteinmauern, das belebende Morgenbad im randvollen Käser-Kessel, der heimelige Duft frischgebackenen Brotes aus dem Holzofen, die friedvolle Abenddämmerung über Berg und Tal unter dem Zeichen der sieben Sterne … Ahh, welch ein Geschenk! … Die Fortsetzung folgt im nächsten Sommer! :-)


Ich will hier aber nicht nur für mich alleine sprechen. Nachfolgend habe ich auch die Rückmeldungen der Teilnehmenden zum Wochenende auf der Alp Collo zusammengetragen:

„Ich fand die Stimmung in unserer Seminargruppe sehr entspannt und habe mich in ihr sehr wohl gefühlt. Meinen persönlichen Schwerpunkt für dieses Wochenende habe ich auf das Entspannen und Loslassen des Beckens gelegt. Durch die Lösungsübungen gelang es mir Verspannungen in meinem unteren Rücken besser loszulassen. Das hat sich über meinen Rücken hinaus auch auf mein Becken wohltuend ausgewirkt. Auch haben mir die Übungen vergegenwärtigt, wie wichtig es für mich ist, sorgfältig auf eine saubere Ausrichtung meiner Knie über meinen Füssen zu achten – insbesondere bei Bewegungen, die aus meinem Beckenraum kommen. Solche Zusammenhänge nicht nur zu verstehen, sondern auch am eigenen Leibe zu erleben finde ich sehr spannend und überaus hilfreich für mein weiteres Training. Sehr aufschlussreich fand ich auch das Vorzeigen einzelner Übungen in der Gruppe. Dies hat mir meine eigenen „Lösungsaufgaben“ ziemlich deutlich gemacht. Den anderen bei ihren Übungen zuschauend sind mir aber auch viele wertvolle Anregungen für mein eigenes Üben zu Teil geworden. Ja, das gemeinsame Üben, aber auch Kochen und Essen habe ich als einen ganz schönen Austausch in der Gruppe erlebt. Also von mir aus hätte dieses Taiji-Seminar ruhig noch einen Tag länger dauern können. Dass es wieder hier auf der Alp Collo stattgefunden hat, finde ich sehr stimmig. Nicht nur weil es ein wunderschöner Ort für so ein verlängertes Taiji Wochenende ist, sondern weil ein solcher Anlass mit so einer tollen Gruppe auch eine Bereicherung für diesen besonderen Ort hier ist.“

 

„In diesem Wochenende wollte ich einen Wiedereinstieg ins Taiji finden. Für mich ist Taiji nicht nur eine Übungsform, durch welche bewusstes Bewegen gefördert wird. Taiji ist für mich auch ein Spiegel für persönliche Themen. Wichtiger als das Lernen langer Bewegungsabfolgen finde ich das Erleben des Bewegungsgefühls. Durch die sich ständig wiederholenden kurzen Bewegungsabläufe der Lösungsübungen durfte ich immer wieder beglückende Momente erleben, in welchen ich aus der Bewegung eine freudvolle Kraft schöpfen konnte und ‚es eifach g’fägt hät!’ Dann gab es aber auch immer wieder Phasen des Vertiefens und Auseinandersetzens, die dann nicht immer so einfach waren und den Bewegungsfluss ins Stocken brachten. Spannend fand ich, wie sich diese beiden Phasen bei mir immer wieder abwechselten, und dass ich dadurch immer wieder neue Aspekte in die ein und dieselbe Übung integrieren konnte. Deine differenzierten Erklärungen und deine an Bildern und Metaphern reichen Übungsanleitungen waren für mich sehr hilfreich. Durch sie bin ich auf das Profunde in den Übungen aufmerksam gemacht worden, ohne dabei die Leichtigkeit zu verlieren. Dies hat mir den Zugang zu den Inhalten der Lösungsübungen um einiges vereinfacht, ohne jedoch dass dabei die Inhalte selbst simplifiziert wurden. Das fand ich wirklich super! “

 

„Die fünf Lösungsübungen habe ich schon mal in einer Kursstunde kurz kennengelernt und so war ich sehr gespannt darauf, ein Wochenende lang mit diesen Übungen und der für mich noch ganz neuen sieben Sterne Taiji Kurzform vertieft unterwegs zu sein. Die Zeit auf der Alp fand ich wunderbar, und ich bin froh, dass ich noch einen Tag länger hier oben bleiben und alles noch etwas setzten und nachwirken lassen darf. Als mein persönliches Thema für dieses Wochenende habe ich mir vorgenommen, mich gut auf meine Grenzen zu achten. Dabei habe ich mich selbst als sehr neugierig im Umgang mit meinen Grenzen erlebt. Diese einzuhalten ist mir nicht immer gelungen, und das habe ich dann auch als eine Art ‚inneres Brennen’ zu spüren bekommen. Nun gilt es aus diesem Brennenden raus zu finden, und ich bin zuversichtlich, dass mir dies gelingen wird. Obwohl wir nur die ersten drei der fünf Lösungsübungen vertiefter behandelt haben, habe ich dieses Wochenende als sehr inhaltsreich erlebt. Gerne hätte ich noch etwas mehr Zeit zum Üben der sieben Sterne Taiji Form gehabt.“

„Alleine schon die Voraussetzung, dass jede und jeder von uns hier den Weg unter die Füsse nehmen und zur Alp hochwandern musste, ist aus meiner Sicht ein wichtiger Beitrag für die gute Stimmung in der Gruppe. Jeder war in der Gruppe präsent, hatte aber gleichwohl auch seinen eigenen Raum. Für mich liegt in den fünf Lösungsübungen die Essenz des Taiji’s, die es zu entdecken gilt. Je nachdem, mit welcher Frage ich an die Übungen herangehe, bekomme ich ganz spezifische Körpererfahrungen als Antwort zu spüren. Dieser im Erleben verankerten Erkenntnisgewinn finde ich sehr spannend. Diesmal haben mich Schmerzen im Knie – ein Residuum einer anstrengenden Wanderung von letzter Woche – beschäftigt. Das vertikale Ausrichten und Reinfedern in einem Bein habe ich als sehr hilfreich erlebt. Auch die sieben Sterne Taiji Kurzform fand ich sehr spannend. Die Erweiterung der Lösungsübungen mit dem Stock war für mich dann aber fast schon zu viel an neuem Input. Auf intellektueller Ebene sind alle meine Fragen beantwortet worden, nur hätte ich mir noch etwas mehr Zeit zum einfach Machen, Üben, Reinspüren und Verinnerlichen gewünscht. Auch wenn mir die Lösungsübungen vom letztjährigen Seminar bereits sehr gut bekannt waren, war ich doch recht überrascht, wie neu sich zum Teil die für mich vormals so vertrauten Übungen anfühlten und wie vertraut mir einige im Laufe dieses Wochenendes neu dazugekommene Aspekte schon geworden sind. Ich freue mich auf’s weitere Üben, Vertiefen, Entdecken und Integrieren!“

„Das Seminar hier auf der Alp fand ich schöner, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich muss sagen, dass es für mich das erste mehrtägige Seminar dieser Art war. Ich hatte also keine Erfahrungen von früher, auf die ich hätte zurückgreifen können und war mir daher nicht so sicher, ob ich überhaupt in der Lage sein werde, im Gruppensetting mehrere Stunden am Tag Taiji zu üben. Jetzt weiss ich, dass ich es bin! Dass wir uns ausgiebig und vertiefend mit einzelnen, wenigen Übungen befasst und diese aus verschiedenen Betrachtungswinkeln kennengelernt haben, das war für mich sehr stimmig. Da gibt es einiges, dass ich zum Verdauen und zum Weiterpflegen mit nach Hause nehmen kann. Auch die in der Gruppe erlebte Zeit fand ich sehr angenehm und wertvoll. Alles in allem war es für meine persönliche Entwicklung eine sehr gute Erfahrung.“

 

 

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Tuishou in der Sonnenjurte

Auch in diesem Winter fand im Jurtendorf ein Taiji-Seminar statt. Inhaltlich stand diesmal Tuishou – achtsame Taiji-Partnerübungen – im Vordergrund. Die Sonnenjurte diente uns dabei als ein wohlig warmer Seminarraum. Sie bot uns Schutz vor Schnee, Eisregen, Wind und Kälte. Begleitet vom heimeligen Knistern aus dem Holzofen und dem gelegentlichen Prasseln auf dem Kuppeldach konnten wir die Übungen entspannend, lösend und von Innen heraus ausrichtend auf uns wirken lassen. Natürlich haben wir uns auch unter den freien Himmel gewagt und uns etwas dynamischer in der frischen Bergluft bewegt. So vertieft in den Übungen waren die Teilnehmenden, dass die 1 ½ Stunden im Schnee – selbst für die Gfrörli’s – wie im Fluge vergingen! Umgeben von verschneiten Bergwäldern, geschützt eingebettet in einer Senke und berauscht von einem munteren Bergbach fanden wir im Jurtendorf viel Naturverbundenheit, nährende Wärme und Raum für achtsames Bewegen und Bewegenlassen. Ein herzlicher Dank an alle Teilnehmenden, die zu diesem besonderen Erlebnis beigetragen haben und auch an Ursula, die uns mit ihren stärkenden Mahlzeiten mega fein bekocht hat. Spätestens im nächsten Winter gibt es eine Fortsetzung :-)

Hier noch ein paar Bilder und Stimmen von den Teilnehmenden zum Seminar:

„In diesem Seminar durfte ich mir bereits bekannten Übungen neu begegnen. Das hat mir viele schöne Anregungen für das eigene Üben und Unterrichten geschenkt. Das Einfachste pflegen, das nehme ich mir vor. Darüber hinaus habe ich in diesen beiden Tagen einen neuen Zugang zum Tuishou erfahren. Bisher hatte ich nach zwei Stunden Taiji-Partnerübungen bald mal genug, doch hier war das anders. Das Freudvolle und Spielerische, wie auch die prinzipienorientierte Klarheit in deiner Vermittlungsweise entspricht mir sehr. Ich habe viel erlebt und viel gelacht. Danke!“

„Im Tuishou übe ich mich über Kontakt und Bewegung verbunden zu sein und dabei doch bei mir bleiben zu können … und mein Gegenüber gibt mir die Gelegenheit dazu. Meine innere Wahrnehmung mit dem äusseren Geschehen zu verbinden, beides miteinander abzugleichen und so zu einer grösseren Klarheit zu kommen – das finde ich sehr spannend! Dieser Prozess des Übens und Lernens zusammen mit einem Gegenüber hilft mir ganzer zu werden.“

„Deine Hartnäckigkeit am Dranbleiben habe ich sehr genossen! Sowohl dicht als auch fein habe ich die Taiji-Partnerarbeit in diesem Seminar hier erlebt. Sehr schön fand ich, wie die Tuishou-Übungen mit spezifischen Einzelübungen und spielerischen Gruppenaufgaben ergänzt und vertieft wurden. Nebst den gehaltvollen Seminarstunden haben mir auch die gute Stimmung in der Gruppe und dieser besondere Ort hier, das Jurtendorf, sehr zugesagt. Ich freue mich auf’s nächste Mal!“

„Mir hat das Tuishou Seminar sehr gut gefallen: Die kleine Gruppe, die netten Leute, die schöne Winterlandschaft – so viel Schnee gibt es bei uns nur selten – und natürlich auch die Übungen und deren Aufbau. Früher hatte ich über mehrere Jahre regelmässig Taiji geübt, doch seit einiger Zeit hat mich irgendwie diese Begeisterung verlassen. In diesem Seminar hier habe ich neue Impulse bekommen, und das hat meine Lust am Taiji wieder geweckt.“

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„Vom ersten Augenblick an habe ich mich hier im Jurtendorf sehr wohl gefühlt. Schade, dass das Wochenende schon so schnell vorbei ist. Inhaltlich war es sehr viel, was ich an diesen beiden Tagen lernen durfte. Nicht nur die Übungen an sich hatten es in sich, sondern auch die häufigen Partnerwechsel habe ich als sehr bereichernd erlebt. Auch wenn eine Übung die gleiche blieb, mit jedem Partnerwechsel fand ein neuer Dialog ganz ohne Worte, dafür aber mit viel wachem Körpergefühl statt. Das finde ich spannend und möchte mich in diesem Bereich gerne weiter vertiefen. Das nächste Mal bin ich gerne wieder mit dabei!“

 

 

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Buchveröffentlichung: Taiji mit älteren Menschen – einfach und fundiert

Letzten Frühling habe ich begonnen die Unterlagen für mein erstes Weiterbildungsseminar zum Thema „Taiji mit älteren Menschen“ vorzubereiten. Ein umfangreiches Skript ist daraus entstanden, welches ich umbedingt noch mit einem Theorieteil über allgemeine und Taiji spezifische Bewegungsprinzipien ergänzen wollte. Danach war es dann zwar schon sehr gehaltvoll, doch fehlten mir die Bilder zu den Taiji Übungen und Formen. Da habe ich mich nochmals hingesetzt – sowohl als Fotomodell, wie auch als Layouter – und die Skriptinhalte mit Bildern und noch ausführlicheren Beschreibungen ergänzt. „Gschaffig“ verging so der letzte Sommer, in welchem sich mein anfängliches Seminarskript zu einem richtigen Praxisbuch mauserte. Kurz: Es ist ein Buch aus der Praxis für die Praxis.

Es ist mir ein grosses Anliegen mit diesem Praxisbuch die Inhalte und Erfahrungen aus meiner Taiji Unterrichtstätigkeit mit älteren Menschen weiterzugeben. Es soll jene Leserinnen und Leser begleiten, die mit Bewegungseinschränkungen konfrontiert sind und Taiji zur Pflege ihrer eigenen Gesundheit ausüben möchten. Auch Taiji Lehrpersonen, die Kurse mit älteren Menschen anleiten möchten oder dies bereits tun, werden im vorliegenden Praxisbuch viele wertvolle Anregungen für die Gestaltung ihrer eigenen Taiji Stunden finden. Mit meinem Buch wünsche ich ihnen allen viel Freude beim Kennenlernen und Vertiefen der einfachen und doch gehaltvollen Taiji Übungen.

Mittlerweile durfte ich mein Weiterbildungsseminar schon zwei mal durchführen. Das Buch dazu wurde von den Seminarteilnehmenden sehr geschätzt. Wer sich dafür interessiert, kann es bei Books on Demand erwerben oder auch direkt bei mir unter info(at)space2be.ch für CHF 25.- (zzgl. CHF 5.- für Versandkosten) bestellen. Letzteres ist günstiger ;-) Und wer selbst gerne an meinem Weiterbilungsseminar zum Thema „Taiji mit älteren Menschen“ teilnehmen möchte, am Wochenende vom 15. und 16. September 2018 werde ich es nochmals in Bern anbieten. Die ersten beiden Seminare waren echt Klasse! Und ich freue mich jetzt schon sehr auf’s nächste im neuen Jahr!  :-)

Ganz schöne Weihnachtstage und einen guten Start in ein gesundes und freudvolles neues Jahr wünsche ich allen!

 

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„Christmas Taiji“ im kreativen Fotoatelier – eine gelungene Premiere!

Spontan hat mich Simone Vogel, meine Mitstudentin an der HfH, angefragt, ob ich Lust hätte eine Taiji-Stunde in ihrem Fotoatelier anzubieten. Natürlich habe ich zugesagt und heute war es dann auch soweit. Im grosszügigen Dachgeschoss eines charmanten Altbaus befand sich ihr kreatives Gemeinschaftsatelier: Alter knirschender Parkettboden, Tische, Leinwände, Belichtungsanalagen, hie und da ein Werkzeug, ein frisch eingerahmtes Bild aus Indien – „Om Mani Padme Hum“ –  ein Traum vom Raum! Kreativ und ganz in Resonanz mit der warmen Beleuchtung und gehaltvollen Akkustik, so war dann auch die Taiji-Stunde :-) Im Anschluss gab es noch ein gemütliches Beisammensein mit frischem Zopfbrot, Nachbars‘ Kuchen und wohlig wäremendem Ingwer-Tee. Auch kam in der freiwilligen Kollekte ein kleiner Beitrag zusammen, welcher der Kantha Bopha Stiftung für die medizinische Versorgung der Kinder in Kambodscha überwiesen wurde. So wurde dieser kleine aber feine vorweihnachtliche Taiji-Anlass zu einem schönen Geschenk  für alle :-) Vielen herzlichen Dank allen die dabei mitgewirkt haben!

Let’s keep up the great work!

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Zwischen Feuer und Wasser

Jedes Jahr verbringen mein Sohn Darjan und ich zusammen mit der Familie meines Patenkindes ein Wochenende im Entlebuch an der Emme. Ein wunderbarer Ort, den wir vor vier Jahren bei einem spontanen Ausflug ins Grüne für uns entdeckt haben. Der Bauer, dem das Grasland gleich neben dem Fluss gehört, findet solchen „Natur-Tourismus“ auf seinem Grundstück eigentlich nicht so toll. Die Leute würden immer wieder ihren Abfall dort liegen lassen und Plastik gehöre einfach halt nicht in die Natur … und schon gar nicht auf seine Weide. Recht hat er! Dennoch haben wir ihn damals freundlich um seine Erlaubnis gefragt, unsere Zelte nur für eine Nacht auf seinem Land aufstellen zu dürfen. Natürlich würden wir unseren Abfall und auch den, den wir sonst noch finden würden mitnehmen. Es sei ja vor allem für die Kinder etwas ganz besonderes, so ein Wochenende ganz in der Natur am Flussufer der Emme verbringen zu dürfen ;-) Uns von Kopf bis Fuss musternd meinte er dann,  dass er in unserem Fall mal eine Ausnahme machen würde. Und seither gewährt er uns jedes Jahr das Gastrecht auf seinem friedvollen, zwischen Wald und Wasser gelegenen Stück Weideland.

Diesmal haben wir unsere Zelte zwar aufgestellt, in ihnen geschlafen haben wir aber nicht. Die Nacht war sternenklar. Auch Regen war laut Meteo-App mit 0% sehr unwahrscheinlich. So schliefen wir alle nebeneinander auf unseren mehr oder weniger komfortablen Iso-Matten gebettet auf einer Sandbank unweit des Wasserlaufes. So einfach auf der Erde liegend, dem Rauschen des Wassers lauschend und den funkelnden Sternenhimmel bestaunend fühlt man sich rundum mit der Natur und ihren Kräften verbunden. Müde vom vielen Spielen am und im Wasser sind die Kinder schnell eingeschlafen. Ruhig und tief atmen sie. Schnell lege ich noch eine warme Decke über sie, bevor auch ich ins Schlummerland wegdrifte … Früh werde ich von der Morgenfrische geweckt. Möglichst ohne zu rascheln räckle ich mich aus meinem Schlafsack frei und begebe mich still zur Feuerstelle. Unter der weissen Aschendecke versteckt stochere ich noch etwas Glut von letzter Nacht hervor. Schnell ist wieder ein neues Feuer entfacht, das dann kurze Zeit später auch die anderen nicht ganz so freiwilligen Frühaufsteher heranlockt. Die noch ruhige Morgenstunde nutze ich, um mich für den Tag locker und fit zu machen. Und so finde ich zwischen Feuer und Wasser den idealen Platz dafür. Hinter mir knistert das frisch entfachte Feuer. Wohlig warm entspannt sich mein Rücken. Vor mir fliesst das Wasser munter und kraftvoll in seinem Bett. Fortwährend rauscht es an mir vorbei und weckt meine Sinne. Erdwärts fliesst das Wasser – himmelwärts brennt das Feuer … und ich bin genau dazwischen und darf an all den mannigfaltigen Bewegungen der Natur teilhaben. Wie schön!

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Auf der Alp Collo …

… fand letztes Wochenende zum ersten mal ein Taiji-Wochenendseminar statt. Ich fand es grossartig, mal so abseits von allem ganz naturverbunden ein vertiefendes Taiji-Seminar zu den fünf Lösungsübungen geben zu dürfen. Bis zur Alp Collo gab es noch ein gutes und teilweise auch ein ziemlich steiles Stück zu wandern. Die entlegene Alphütte zu finden war gar nicht so einfach. Doch alle, die sich auf den Weg gemacht haben, sind auch sicher angekommen … und hatten eine ganz gute Zeit! Und das berichteten die Teilnehmenden:

„Ich mache sonst viel Leistungssport. Für dieses Wochenendseminar habe ich mich angemeldet, um eine neue Art des Ausgleichs kennenzulernen, bei der ich mich nicht so stark körperlich verausgabe. Zu erleben, dass Bewegung auch durch entspannen und loslassen möglich ist, war für mich sensationell. In diese Richtung möchte ich gerne weitermachen.“

„Wenn ich vergleiche, wie sich bei mir die fünf Lösungsübungen zu Beginn und zum Schluss des Seminars angefühlt haben, dann staune ich, wie gross der Unterschied ist. Dass ich mit meinen Übungserfahrungen an diesem Wochenende so in die Tiefe kommen würde, dass habe ich nicht erwartet. Ganz herzlichen Dank für deine wertvollen Anleitungen und deine achtsame Art!“

„Dieses Wochenende in den Bergen habe ich sehr genossen. Kurz vorher bin ich von einer lange Reise nach Hause gekommen. Der Langstreckenflug war für meinen unteren Rücken nicht so erfreulich. Die fünf Lösungsübungen waren da wirklich ausgesprochen wohltuend. Mit ihnen kann ich jetzt meine Gelenke und Muskeln sehr selbstwirksam entspannen und lösen. Danke!“

„Mir hat es sehr gut getan während zwei Tagen so fokussiert und prinzipienorientiert mit diesen Lösungsübungen unterwegs zu sein. Die Übungen haben mich deutlich spüren lassen, wo ich überall im Körper noch mehr loslassen und entspannen kann. Ich fand es ein wunderbares Wochenende, so eingebettet in der Natur, in einer tollen Gruppe, mit gutem Essen … alles in allem sehr nährend. Ich freue mich jetzt schon auf’s nächste mal!“

„Kurz bevor ich auf dieses Seminar aufmerksam geworden bin, habe ich im Internet das Video zu diesen fünf Lösungsübungen von Meister Huang Xingxian gesehen. Seine körperliche Lockerheit und die Durchlässigkeit in seinen Bewegungen haben mich sehr beeindruckt. Klar, habe ich bis zum Erreichen einer solchen Entspannung und Lockerheit noch einen weiten Übungsweg vor mir, doch jetzt nach diesem Wochenende merke ich, wie ich diesen Qualitäten wieder ein Stückchen näher gekommen bin. Die Richtung meines Übens fühlt sich für mich absolut stimmig an! Das Seminar fand ich prima. Überrascht hat mich, wie mir durch die Partnerübungen viele Bewegungsprinzipien noch klarer wurden.“

„In diesem Wochenende habe ich für mich ganz viel Schönes entdeckt: diesen traumhaften Ort in der Natur, faszinierende wahrnehmungs- und bewegungsschulende Taiji Übungen, einen spannenden Einblick in die Welt der Chinesischen Schriftzeichen, kochen auf dem Holzofen, baden im Käsertrog, schlafen unter dem freien Sternenhimmel … und das, was mich am meisten berührt hat, die zwischenmenschliche Herzlichkeit. Danke!“

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Taiji im Gantrisch Naturpark … überraschend anders :-)

Am letzten Wochenende war ich zusammen mit meinem Sohn, meinem Studienfreund Christian und seinen beiden Kindern im Gantrisch Naturpark unterwegs. Prächtiges Wetter hatten wir und ebenso war auch die Aussicht auf dem Gantrisch Panoramaweg. Über’s Mittelland erstreckte sich diese bis zu den im Dunst schimmernden Juraketten. Faszinierend, wie sich diese Weite um einen herum auch im eigenen Körper bemerkbar macht!

Auch am zweiten Tag durften wir ganz schöne Resonanz-Erfahrungen in der Natur machen. Bei der Wanderung um den Schwarzsee sind wir einmal etwas von der Route abgestochen und dabei auf einen fantastischen Wasserfall gestossen: Die massive Felswand mitten im grünen Wald, das herunterprasselnde, im Sonnenlicht glitzernde Wasser, das belebende Rauschen und die unzähligen kleinen Wassertröpfchen, die frisch und fröhlich in der Luft tanzten … wunderschön, dieses Zusammenspiel der Naturkräfte!

Im Bauernhof „Muriboden“ der Familie Böhlen bei Riggisberg fanden wir eine wunderbare Herberge. Im Stroh wurde nicht nur geschlafen. Gross war die Freude am weichen Boden nicht nur bei den herumtollenden Kindern!

Natürlich liess auch ich mir diese Gelegenheit nicht entgehen, um auf dieser sanft federnden, goldig-gelben Strohwiese ein paar Taiji-Bewegungen auszuprobieren. Grossartig war das! Doch meine Bewegungen, so ruhig sie auch waren, blieben nicht lange unbemerkt … wie überraschend anders Taiji doch immer wieder sein kann!
Seht selbst. Zum Abspielen des Videos einfach hier klicken. Viel Spass! :-)

 

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