Schön war’s im Jurtendorf!

Im schönen Jurtendorf in Luthernbad war ich schon einige male zu Besuch. Doch erst neulich durfte ich es zum ersten Mal in seiner herrlichen Winterpracht erleben. Das war wirklich sehr schön. Es liegt ja nicht gerade auf dem Weg, das Jurtendorf. Ganz zuhinterst im Luthernthal hinter einem Hoger einbisschen versteckt will es im Unteren Niespel gefunden werden. Durch den zum Teil bis zu den Knien reichenden Pulverschnee stampfend, war die Anreise ins Dorf besonders abenteuerlich. Und dann war es da, ganz in sich ruhend, umsäumt von verschneiten Bergwäldern in der winterlichen Stille. Es war mir eine grosse Freude, den Weg zu meiner Gästejurte freizuschaufeln … um dann in diesen runden, willkommenheissenden Raum anzukommen. Das Feuer im Ofen war schnell entfacht und es dauerte nicht lange, schon breitete sich knisternd und knackend eine wohlige Wärme in meinem Nachtlager aus. Orange-golden flackerte das Feuer und verlieh allem rundherum eine warme, heimelige Farbe. Das robuste und doch durchlässig-leichte Scherengitter, das weiche weisse Innentuch, das rundgespannte Lebensband … und auch ich selbst war in ein mildes, tief wärmendes Licht getaucht. Der Schnee auf dem Kuppeldach schmolz allmählich und am nächsten Morgen hingen Eiszapfen draussen am Vordach!

Mit dem Sonnenaufgang überraschte mich ein wunderbares, feines Vogelkonzert. Das hätte ich um diese Jahreszeit an diesem Ort nicht erwartet. Natürlich musste auch der stolze Hahn Maloney sein „Kikeriki“ zum Besten geben! Eine Kostprobe von dieser besonderen Morgenstimmung habe ich aufgenommen und ist hier als „nature life stream“ zu hören :-)

 

Ja, in dieser märchenhaften Umgebung habe ich in einer kleinen aber feinen Gruppe ein Taiji-Wochenendseminar gegeben. Das Thema „bewegtes und stilles Stehen“ war ein sehr schönes und stimmiges. Die meiste Zeit waren wir in der Seminarjurte, doch haben wir auch draussen im Schnee eine temperaturbedingt wohl etwas dynamischere Übungseinheit mit vielen heiteren, spannenden und auch entspannenden Bewegungserfahrungen erleben dürfen! Ja, echt schön war es im Jurtendorf … und ich freue mich jetzt schon auf’s nächste Mal! :-)

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Frisch gebacken!

Mein eigenes Taiji T-Shirt! Diese Idee habe ich diesen Sommer verwirklicht. Das Design war schnell gefunden: mein Space2be-Männdle, das für ‚Freude und Wandel’ steht. Im Internet habe ich mich dann über die verschiedenen Druckverfahren sachkundig gemacht und ziemlich bald mal festgestellt, dass es am einfachsten, schnellsten und auch am günstigsten wäre, die T-Shirts schon fertig bedruckt mir nach Hause zuschicken zu lassen. Doch was hätte ich dabei erlebt und gelernt? Wahrscheinlich nicht besonders viel. Also habe ich mich für die anspruchsvollere Do-it-yourself Variante entschieden und meinen Junior gleich mit ins Abenteuer gezogen :-) So konnten wir gemeinsam wieder mal was ganz Neues ausprobieren und mit grosser Neugier, viel Sorgfalt und Geduld Schritt für Schritt alles durchgehen, bis das fertige T-Shirt wortwörtlich gebacken war!

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Zuerst habe ich uns richtig schöne, blaue T-Shirts aus Bio-Baumwolle besorgt, wobei mir auch faire Herstellungsbedingungen wichtig waren. Danach habe ich uns ein Siebdruckset mit allen wesentlichen Materialien bestellt. Und dann ging’s auch schon bald mal los mit der praktischen Arbeit. Als erstes mussten wir einen Belichtungsfilm erstellen, d.h., das Druckmotiv lichtdicht auf eine Folie drucken. Danach galt es das Drucksieb vorzubereiten. Das war spannend! Da wir mit lichtempfindlicher Fotoemulsion arbeiteten, haben wir unser Wohnzimmer und auch das Badezimmer in eine Dunkelkammer umgewandelt. Gearbeitet haben wir unter Gelblicht, das frei von UV-Strahlen war. Nach der Beschichtung des Siebes mit der Fotoemulsion musste diese über Nacht trocken und am frühen Morgen ging’s dann weiter. Der Belichtungsfilm kam auf’s Sieb und wurde während einigen Minuten mit einem 400 Watt Scheinwerfer ziemlich stark belichtet. Danach ging’s im abgedunkelten Badezimmer weiter. Die unbelichteten Stellen wurden dann mit dem Duschkopf ausgewaschen – und fertig war die Druckschablone! Bis dahin lief alles ganz gut.

T-Shirt-Projekt

Beim Drucken hatten wir dann aber doch noch einige Patzer … sprich, ganz viele spannende Lernerfahrungen! :-) So viele Aspekte kamen da zusammen, die dann alle gemeinsam das Druckergebnis prägten: Wieviel Farbe kommt auf’s Sieb? Welche Konsistenz soll die Farbe haben? In welche Richtung wird gerackelt? Wie oft soll gerackelt werden? Wieviel Druck ist über den Farbrackel auf das Sieb anzuwenden? In welchem Winkel ist der Rackel zu führen? Was wenn es Farbunterläufe gibt? Was wenn das T-Shirt verrutscht? Ups, farbige Fingerabdrücke auf dem T-Shirt! Schnell Hände und T-Shirt waschen gehen. Ou Mann, in der Zwischenzeit ist aber die Farbe im Sieb eingetrockent! Also nochmals das Sieb auswaschen und von vorne beginnen … Das alles hat mich doch auch sehr an die Lernprozesse im Taiji erinnert, wo ebenfalls ganz viele Komponenten zusammenkommen, die dann zur entspannten, zug- und druckstabilen Körperausrichtung und zu einem stimmigen Bewegungsfluss beitragen. Ein ganz wichtiger und grundlegender Faktor, der aus meiner Sicht wesentlich zum Gelingen beiträgt, ist das präsente Drannbleiben, das Hinterfragen, Ausprobieren, Hineinspüren, Wiederholen, Überprüfen … einfach halt eben Drannbleiben und es wirklich wissen wollen, neugierig sein, und ganz wichtig: sich das Wissen aus eigenen Lernerfahrungen aneignen. Klar ist es in jedem Fall ratsam, vorgängig mal die Gebrauchsanweisung zu lesen und sich vielleicht auch ein paar Tutorials zum Siebdruck auf Youtube anzuschauen. Aber das alleine macht noch keinen T-Shirt Druck. Diesen muss man selber machen und das ist auch gut so. Dann ist’s auch was Eigenes … und das darf es meiner Meinung nach auch sein – sowohl beim T-Shirt Drucken, als auch beim vertiefenden Üben von Taiji… Ja, und nach dem Druck haben wir dann die T-Shirts für einige Minuten in den vorgeheizten Ofen geschoben, um die Farbe waschfest auf’s Gewebe zu fixieren. Da wir mit wasserbasierter Siebdruckfarbe gearbeitet haben, ist uns das nur mässig gut gelungen. Diese Farbe ist haut- und umweltfreundlich und so stoffecht mit dem T-Shirt verbunden, dass wenn das T-Shirt gedehnt wird, sich die Farbe eben mitdehnt. Dabei kommt es dann zu feinen Rissen im Druck. Für einen unverwüstlichen Siebdruck von weisser Farbe auf dunkelm Hintergrund wäre Plastisolfarbe wohl die richtige Wahl gewesen, aber für meinen Geschmack hat die gar zu viel kanzerogene Chemie drinn … da ist mir ein etwas luftigeres Weiss, welches das schöne Königsblau durchschimmern lässt eindeutig lieber! „Optimum statt Maximum“ … gilt natürlich nur für’s T-Shirt Drucken ;-)

Wer will, kann sich bei mir gerne so ein originales „Space2be“ T-Shirt bestellen. Untenstehend sind alle Infos aufgeführt.

Space2be Taiji T-shirt

Material: 100%  Bio-Baumwolle aus Fairtrade Produktion
Farbe: hautfreundliche und naturverträgliche Siebdruckfarbe
Druck: von Hand gedruckt im Siebdruckverfahren
Grössen: erhältlich in S, M, L, XL (nur so lange Vorrat)
Preis: CHF 30.- pro T-Shirt (zzgl. Versandkosten CHF 5.-)
Bestellung: via Email an info(at)space2be.ch

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Taiji am Züri-Fäscht – ein toller Event!

Taiji-Facebook

siehe auch:  https://de-de.facebook.com/pflegezentren.zuerich

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Zigi, Redbull, What’s-up und … Taiji ?!?

Taiji ist nur etwas für alte Leute. Für die Jungen ist das viel zu langsam. Wirklich?! Seit 2014 unterrichte ich Taiji im Pflegezentrum Bachwiesen und zwar nicht etwa den älteren Heimbewohnern, sondern den jungen Auszubildenden, die aus ganz verschiedenen Arbeitsbereichen wie etwa Pflege, Hauswirtschaft, technischer Dienst, KV und Physiotherapie kommen. Mein Schwerpunkt in diesem Kurs ist das Vermitteln der Taiji-Bewegungsprinzipien, welche die Jugendlichen in ihrem Lern- und Arbeitsalltag unterstützen sollen. Dies tue ich mittels kurzen, leicht zu erlernenden Grundlagenübungen mit grossem Vertiefungspotential, aber auch anhand der 5-Elemente Taiji-Kurzform und Achtsamkeitsübungen am Boden.

Dieser Kurs wurde als Massnahme zur Gesundheitsförderung der Auszubildenden am Arbeitsplatz ins Leben gerufen. Aufgrund der positiven Resonanz und der abnehmenden Krankheitstage bei den Teilnehmenden ist dieses Pilot-Projekt erfolgreich weitergeführt worden. Letzten Mittwoch durfte ich gemeinsam mit Frau Margarete Römpler, Qualitäts- und Gesundheitsbeauftragte am Pflegezentrum Bachwiesen und Initiantin dieses Projektes, in Bern an der Verleihung des Grands Prix Suisse „Gesundheit im Unternehmen 2016“ den dritten Preis entgegennehmen.

Am Anlass wurde ich gefragt, was meiner Meinung nach die Wirkung von Taiji ausmache. Gewiss haben die langsamen Bewegungsabfolgen eine beruhigende und ausgleichende Wirkung auf Körper und Geist. Doch damit diese Effekte nicht nur im Kursraum bleiben, sondern sich auch im Arbeitsalltag selbstwirksam bemerkbar machen, ist ein bewusstes Erleben von den für das Taiji charakteristischen Bewegungsprinzipen förderlich. Zum Beispiel reicht es nicht aus, lediglich zu wissen, was „geerdet sein“ heisst. Ein tieferes Verständis von „geerdet sein“ eröffnet sich, wie es der Ausdruck denn auch bezeichnet, im Sein. „Geerdet sein“ will also erlebt und dadurch dann auch immer mehr verinnerlicht, bzw. verkörpert werden. Dann erst können Transfereffekte am Arbeitsplatz und auch Andernorts wirkungsvoll zustande kommen. Schön und gut, aber wie bringt man dieses achtsame nach Innen Lauschen Jugendlichen näher? Mit Zigi, Redbull, What’s-up und dergleichen sind sie es eher gewohnt, sich äusseren Reizquellen zuzuwenden? Da ist dann meine Rolle als Lehrer (= ebenfalls eine äussere Reizquelle) gefragt, um die Jugendlichen bei ihrer Aufmerksamkeitslenkung anzuleiten und hierfür unterstützende Bedingungen zu schaffen. Beziehungsaufbau ist meines Erachtens besonders wichtig, damit ein lernfreundliches und wertschätzendes Arbeitsbündnis zustande kommen kann. Auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden einzugehen, sie dabei aber doch auch ihrer eigenen Verantwortlichkeit gewahr werden zu lassen, kann spannende Erlebnissen hervorbringen. Ein für mich besonders eindrückliches Beispiel hierfür war, wie ich einmal mit Rap Musik im Hintergrund gemeinsam mit 25 Jugendlichen in einer absoluten inneren Stille und Konzentration in der Gruppe durch die Taiji-Form durchgeflossen bin. Ein konstruktives, gegenseitiges Entgegenkommen wurde da vermittelt, durch welches scheinbare Gegensätze (laute Rap Musik vs. stille Bewegungsmeditation) vereint wurden – ist das nicht eine wertvolle Anregung für den Arbeitsalltag?!

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offizielle Pressemitteilung:

Investition in die Zukunft: die Gesundheit der Auszubildenden fördern

Der dritte Platz ging an das Pflegezentrum Bachwiesen. Dieses legte bei seinem Projekt bewusst den Fokus auf die jungen Mitarbeitenden, um sie bei ihrem Einstieg ins Berufsleben zu unterstützen. Dazu bot das Pflegezentrum seinen Auszubildenden unter professioneller Anleitung von Herrn Dr. phil. Marko Nedeljkovic Taiji-Lektionen während der Arbeitszeit an. Ziel war, eine Methode zur Entspannung zu vermitteln, muskuloskelettalen Beschwerden vorzubeugen, aber auch die Lernenden verschiedener Berufsgruppen mit unterschiedlichen Zeitplänen und Kurseinheiten zeitlich und örtlich zusammenzubringen. Dabei waren die Führungskräfte Schlüsselfiguren für die erfolgreiche Umsetzung und Teilnahme der Jugendlichen an den Kursen.

«Die Sensibilisierung unserer Lernenden und Praktikanten für ihre eigene Gesundheit und den Umgang mit Belastungen sowie die Möglichkeit für Entspannung am Arbeitsplatz möchten wir als Betrieb fördern und ist Ausdruck unserer Wertschätzung gegenüber den Auszubildenden», betont Margarete Römpler, Qualitäts- und Gesundheitsbeauftragte.

Die vollständige Pressemitteilung ist unter folgendem Link der Gesundheitsförderung Schweiz abrufbar.

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Die Jurte – ein Raum zum Sein

Zum ersten Mal in Tuchfühlung mit einer Jurte bin ich 2004 gekommen. Damals war ich für ein Auslandstudienjahr nach China gereist und habe an der Sportuniversität in Beijing Chinesische Sprache und TCM studiert. Dankbar war ich um einen verlängerten Wochenendausflug zusammen mit meinem Taiji-Lehrer und seinen Schülern, denn es ging raus aus der engen, stickigen Hauptstadt weit hinaus nach Hohot, dem Hauptort der inneren Mongolei.

Von dort aus wurden wir von Lao Liu, unserem einheimischen Fahrer, in ein entlegenes Jurtendorf gebracht. Dort wurden wir verköstigt und beherbergt. Ich erinnere mich noch sehr gut an den hochprozentigen Willkommenstrunk, an die archaisch anmutenden mongolischen Gesänge begleitet von den weinerlichen Klängen der Erhu, … doch besonders eindrücklich war für mich der grosse, freie Himmel über der weiten Steppe.

In der Nacht war er mit unzähligen funkelnden Sternen übersät und in der Kälte des frühen Morgens hies er die ersten Sonnenstrahlen willkommen. Ausser den paar Jurten war weit und breit nichts als weiter, freier Raum zum Sein. Himmel und Erde schienen mir einander so nahe zu sein, wie noch nie zuvor.

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Obwohl mir diese zwei Tage in der kargen Natur damals so unglaublich gut taten, schlummerten die Erinnerungen an dieses Erlebnis mehrere Jahre still und warm tief in mir. Erst vor einem Jahr, als ich erfahren hatte, dass es auch hier in der Schweiz ein Jurtendorf gibt, da wurden meine unter den Staubschleier der Zeit geratenen Erinnerungen – wie von einem hellen Glockenklang berührt – wieder wach. Im Internet fand ich die Webseite des in Luthernbad gelegenen Jurtendorfes und machte mich da erst einmal über dessen Konzept und Angebote sachkundig. Der erste und zugleich auch längste Anlass im Jahr findet jeweils im Frühling statt.

Während eines Monates werden die Gästejurten aufgebaut und alle Vorbereitungen für die bevorstehende Saison getroffen. Diese Gelegenheit um die Jurte von Grund auf kennenzulernen, hatte ich gleich letzten Frühling genutzt. Eine Woche lang packte ich beim Jurtenaufbau, beim Knüpfen der Scherengitter, als auch beim Ausbessern der verbindenden Pfade mit an.

Es waren sehr intensive und lehrreiche sieben Tage mit vielen beschenkenden Erfahrungen und Begegnungen. Zu jener Zeit hatte ich mich auch mit den klassischen Schriften der Yang-Familie über die Bewegungsprinzipien im Taiji befasst. Sehr oft musste ich beim Verrichten der Arbeiten innehalten, denn immer wieder war ich freudig überrascht, wesentliche Taiji-Prinzipien im Aufbau der Jurte gespiegelt zu finden.

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Diesen Herbst war ich wieder im Jurtendorf und habe in der Familienlagerwoche teilgenommen. So wie jede Jurte für sich ihren Platz im Dorf hat, so hatte auch jede Familie ihren Raum im Ganzen. So wie alle Jurten über die Pfade miteinander verbunden sind, so entstanden auch mit jedem neuen Lagertag immer mehr verbindende Erlebnisse unter den Teilnehmenden. Das vergnügte Spielen der Kinder war für mich der schönste Ausdruck der gelassen-heiteren Lagerstimmung. Ein spezielles Lagerprogramm gab es nicht, und vielleicht kam es ja gerade auch deshalb zu schönen Stunden stimmigen Beisammenseins: In der Gemeinschaftsjurte als auch unterm freien Himmel entstanden Kreistänze, Sing- und Klangringe, Lagerfeuer und natürlich auch kreative Taiji-Bewegungen mit Gross und Klein … alles hatte seinen Raum und seine Zeit.

Auf’s nächste Jahr ausblickend freue ich mich sehr im September einen zweitägigen Taiji-Workshop im Jurtendorf anzubieten. Das natürlich Schöne und mühelos Kraftvolle der Taiji-Bewegungen an so einem naturverbundenen Ort entfalten zu lassen – das wird etwas ganz Besonderes sein!

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HongKong Park

Während meiner Taiji-Lehrer Ausbildung gab es jeden Sommer eine intensive Trainingswoche in den Bergen. Vor dem Morgenessen wurde eine Stunde still geübt, bis zur Mittagspause fanden drei weitere Unterrichtsstunden statt und am Nachmittag nochmals drei Lektionen bis zum Abendessen. Geübt wurden verschiedene Lockerungsübungen, Kurzformen, die lange Handform, sowie auch einzelne Partnerübungen (Tuishou). Für jene, die nach dem Abendessen noch weiter für sich alleine oder auch mit anderen zusammen üben wollten, für die gab es den „HongKong Park“ – ein freies Üben draussen unter den milden Strahlen der Abendsonne. Und es hatte wirklich etwas von der entspannten, bewegungseinladenden Atmosphäre, wie ich sie auch in den Parkanlagen chinesischer Grossstädte erlebt hatte. Diese Stunden im HongKong Park sind mir in schöner Erinnerung geblieben. Auch jetzt, Jahre später freue ich mich über jede Gelegenheit im Freien üben zu können. So habe ich mit der Zeit einige schöne Taiji-Orte entdeckt, an welchen ich mit meinen Kursgruppen, meinen Trainingspartnern, oder auch für mich alleine in den Fluss der Taiji-Bewegungen eintauchen kann. Getragen von der Erde unter dem weiten Himmel – ganz Verbunden mit der Natur. In einem neulichen Gespräch mit einer Landschaftsarchitektin ist mir der grosse Stellenwert natürlicher und naturnaher Seinsräume wieder einmal mehr bewusst geworden. Dadurch Angeregt möchte ich hier ein paar dieser für mich besonderen „Taiji-Orte“ vorstellen.

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Parkanlage am Universitätsspital Zürich

Dieser wunderbarer Park befindet sich gleich vis-à-vis des Hauptgebäudes der Universität Zürich. Die lebhafte Rämistrasse hinter sich lassend wurde der Besucher noch bis vor Kurzem von einer grossen Wiese mit schönen alten Kiefern, Platanen, Kastanien und Akazien zum entspannten Verweilen eingeladen. Im Herzen des Parks und doch etwas versteckt liegt der wetterfest überdachte Pavillon. So war es für mich und meine USZ-Taijigruppe immer möglich bei jeder Wetterlage im Park zu üben.

Eines morgens jedoch, stellten wir ganz überrascht fest, dass unser Pavillion noch während unserer Taiji-Stunde mit Absperrgittern und Baustellenplanken unzugänglich gemacht wurde und wir uns nicht ohne Weiteres einen Ausweg verschaffen mussten. Da wurden wir von den Bauarbeitern informiert, dass der Bau einer neuen Energiezentrale das Absperren grosser Parkflächen und eben auch des Pavillons erforderte und dies wohl so noch zwei bis drei Jahre dauern würde. Bleibt zu hoffen, dass uns und allen Parkbesuchern der liebgewonnene Pavillon erhalten bleibt. Zum Glück ist noch ein nettes Wiesenstück neben der grossen Kiefer frei geblieben, wo es neben Slacklinern, Physiotherapeuten und ihren Patienten noch genug Raum für eine bewegungsfreudige Taiji-Gruppe gibt.

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Insel-Park in Bern

Im Inselspital werden aus Platzmangel einzelne Gebäude in die Höhe ausgebaut. Dennoch gibt es auf dem Areal des schweizweit grössten Spitals immer wieder grüne Oasen anzutreffen. Eine davon befindet sich ganz in der Nähe der Kindertagesstätte beim Insel-Heim. Eine schöne, grosse, alte Blutbuche schenkt im Sommer wohltuenden Schatten und bietet bei einsetzendem Regen einen klangvollen Unterstand. Zum Taiji-Üben ist der Kiesboden neben dem Insel-Heim sehr dienlich. Man spürt die Kieselsteine unter den Füssen und bei den Drehungen, Schritten und Gewichtsverlagerungen kann man sie nicht nur unter der Schuhsohle fühlen, sondern auch hören. Manchmal verlassen wir diesen gelenksschohnenden Boden und gehen auf die Wiese, wo der Widerstand des Grases einem sehr gut helfen kann die Fülle im Standbein von der Leere im Spielbein zu unterscheiden. Es ist ein sympathischer Ort, der über die Mittagszeit bei schönem Wetter gerne von den Spitalangestellten zum Picknicken genutzt wird. Aus der nahe gelegenen Kita hört man manchmal die kleinen Kinder spielen, lachen, streiten und schreien. Hie und da dringt mal durch die Sträucher und Hecken ein Autohupen oder Trammquietschen von der Effingerstrasse in den Park herein … währenddem unsere kleine Taiji-Gruppe ganz im Lauschen des Bewegungsflusses der „schönen Weberin am Webstuhl“ vertieft ist … alles hat Platz!

Und der Platz soll in den kommenden Jahren noch grösser und schöner werden! Das durfte ich vor Kurzem von einer Landschaftsarchitektin erfahren, die an der Projektierung dieses erweiterten Landschaftsparks mitwirkt. Natürlich habe ich diese Gelegenheit genutzt um ihr nahe zu legen, dass so ein überdachter Pavillon schon noch was Tolles sei, der es den Besuchern erlaube, auch bei schlechter Witterung den Park als einen naturnahen Freiraum zu nutzen und geniessen. Lassen wir uns mal überraschen! :-)

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Rieterpark in Zürich

Für alle, die mal in diesem Park waren, werden ihn nie vergessen! Eine etwas abseits am Stadtrand unweit vom Bahnhof Enge gelegene Parkanlage mit Blick auf den in der Morgensonne glitzernden Zürichsee. Seit ich Taiji mache, komme ich sehr gerne immer wieder mal an einem Sonntagmorgen an diesen Ort zum Üben. Manchmal alleine, oft aber auch zusammen mit Freunden. Doch selbst in den frühen Morgenstunden ist man in diesem Park nie ganz allein. Linden säumen die Allee zum Aussichtsfeld, Vögel erfreuen sich der mannigfaltigen Gebüsche, der nahe gelegenen Obstbäume und der stolz empor ragenden Baumkronen. Und mit der aufsteigenden Sonne kommen dann auch immer mehr Leute joggend, Hunde spazierend, Kinderwagen schiebend oder auch einfach gemütlich flanierend vorbei. Bänke hat es viele. Ein schöner Ort zum Sein, um die Beine auszustrecken und dabei seinen Blick in die Weite über den Züri-See schweifen zu lassen, um bei einer Tasse Tee ein Kapitel in einem guten Buch zu lesen, oder eben auch um ein paar mal durch die Taiji-Form zu fliessen.

Sehr friedvoll ist die Stimmung an diesem Ort, der eine anziehende Wirkung auf Gross und Klein hat. Touristen gibt es da nicht besonders viele und jene die doch den Weg zum Rieterpark finden, kommen in erster Linie ins Völkerkundliche Rietbergmuseum zu Besuch. Doch finden sie sich dann nicht selten ganz ergriffen von der beruhigenden und tragenden Wirkung dieser ehrwürdigen Parkanlage. Ein wirklich ganz besonderer Ort.

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Dreilindenpark in Luzern

Selbst Luzerner müssen manchmal ein paar Momente lang überlegen, bis es ihnen langsam zu dämmern beginnt, um welchen Park es denn dabei eigentlich geht. „Ah ja … da ist doch die Musikschule, oder?“ Also, wäre dieser Park in China und nicht hier in der Schweiz, müsste man garantiert Eintritt bezahlen … und das bestimmt nicht wenig! Keine 10 min mit dem Bus vom Bahnhof entfernt, einmal dort, kommt einem die Stadt weit weg vor. Kein Wunder, denn zum Park führt eine steile und nicht allzu kurze Treppe hoch, welche einen die Stadt und alles andere hinter sich sein lässt und einem die Sinne für die prachtvollen, alten Baumriesen aber auch für die zum Greifen nahen Berge um den Vierwaldstättersee öffnet.

Eingebettet in diese märchenhafte Parklandschaft befindet sich das Konservatorium für klassische und mittelalterliche Musik. Die abgelegene Lage dieses Parks schützt ihn vor dem regelrechten Tourismusstrom, der sich fleissig durch die Luzerner Altstadt, die Seepromenade und über die Holzbrücke durchknippst. So sind es vor allem  Hundehalter, Spaziergänger, Musikstudenten und gelegentlich auch ein paar Freunde der bewegenden Künste, die sich dieses einzigartigen Ortes erfreuen.

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Kurpark in Baden

Wenn ich mich zurückbesinne, wo mein Taiji-Üben im Freien so richtig begonnen hat, so führen mich meine Erinnerungen zurück in den Badener Kurpark. Dort verorte ich einige der schönsten Eindrücke während meiner Ausbildungszeit zum Taiji-Lehrer. Im Lehrgang war es vorgesehen, dass die Teilnehmenden sich zwischen den Ausbildungswochenenden regelmässig in Übungsgruppen treffen und gemeinsam das Gelernte wiederholen und sich im Anleiten der Übungen und Bewegungsformen üben. Und so wurde der Kurpark für meine Taiji-Freunde und mich während einigen Jahren zu einem zentralen Ort des gemeinsamen Übens, Austauschens, in Frage Stellens, Experimentierens und Entdeckens. Ob in brütender Sommerhitze oder klirrender Februarkälte, ob bei launenhaftem Aprilwetter oder stürmischem Herbstwind … kein einziges Mal wurde ein Übungstreffen abgesagt. Mit jedem gemeinsam durchgestandenen Unwetter wuchs der Zusammenhalt in unserer Übungsgruppe. Es war eine wunderbare Zeit. Ja und der Park? … Ja, der ist ganz ok. In meinem Fall sind es die Menschen und die mit ihnen geteilten Erlebnisse, die diesen Ort für mich zu etwas Besonderem machen.

Mein Fazit, Taiji im Freien kann ich nur empfehlen … und wenn man so etwas Schönes auch noch mit anderen zusammen Teilen kann, dann wird’s noch schöner! :-)

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Taiji Tuishou Workshop in Bern

Am 28. März fand in Bern ein kleiner aber feiner Taiji Tuishou Workshop statt, an welchem Adrian Tineo, Fabian Cretton und ich eine kurze Einführung in die Taiji-Partnerübungen, das Tuishou, gegeben haben.

Im Nachfolgenden sind einige Video-Sequenzen zum Workshop zu sehen. Viel Spass!

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Taiji – Interviews

Interview mit Marko Nedeljkovic (2015)
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Interview mit Tony Ward (2011)

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Der Natur auf der Spur

Heute war ein schöner Tag. Zum ersten mal hat es dieses Jahr wieder geschneit. Wie immer wenn es über Nacht schneit, neige ich dazu länger zu schlafen als ich es mir sonst gewohnt war … und das war heute der Fall und dabei war es erst noch ein arbeitsfreier Tag ohne Verpflichtungen! Und als ich aus dem Fenster schaute … Woooooow! So schöööön!

Unglaublich wie das Feine der Schneeflocken das Wesen des Baumes so schön zur Geltung bringen mag. Meine erste Regung – dieses Staunen, woher kam das? Direkt aus dem Herzen! Kein Zufall, dass ich heute um eine Übersetzung des folgenden Zweizeilers aus der Tang Dynastie gebeten wurde:

Vom Chinesischen Landschaftsmaler Zhang Zao (張璪) stammt dieser Zweizeiler, der sich mannigfaltig übersetzen lässt, wie zum Beispiel so:

Im Aussen von der Natur lernen. Im Innen zur Quelle des Herzens finden.“

Das will ich so einfach mal im Raume stehen lassen. Möge sich die interessierte Leserschaft davon inspirieren lassen. Viele naturverbundene und herzöffnende Erlebnisse im neuen Jahr wünsche ich allen!

Zum Abschluss dieses Blog-Eintrages noch ein paar Foto-Impressionen aus dem 2014.

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zu Hause

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unterwegs zur Arbeit

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draussen im Freien

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Workshop mit Tony Ward in Amsterdam 2014

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Workshop mit Tony Ward in Zürich 2014

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Nacht der Forschung – mit Taiji!

Letzten Samstag fand an der Berner Universität die Nacht der Forschung statt. Viele Institute waren da vertreten, unter anderem auch das Institut für Komplementärmedizin – kurz IKOM. Da habe ich vor zwei Jahren meine Dissertationsarbeit über Taiji und Stressprotektion verteidigt und durfte jetzt wieder auf Einladung einen Vortrag zu meinen Forschungsarbeiten halten. Sehr erhellend war das für mich, nach zwei Jahren nochmals meine eigenen Taiji-Studien zu sichten und vor breitem Publikum zu präsentieren. Ich erinnere mich gut, wie mich damals bei meiner Disputation – so wird die Verteidigung der Promotionsarbeit genannt – mein Co-Referrent, Herr Prof. Seiler, fragte, was ich rückblickend bei meiner Forschungsarbeit anders machen würde. „Nicht viel“, habe ich damals geantwortet. Jetzt hingegen erscheint mir einiges ziemlich fragwürdig, was ich damals als einfach gegeben angenommen habe. Und so fühlte sich auch das erneute Präsentieren meiner eigenen Forschungsergebnisse auf einmal gar nicht mehr so vertraut an. Doch dann, im Anschluss an die Präsentation stürmte eine Gruppe von 4 bis 6 jährigen Kindern in den Vortragsraum. Das war wunderbar zu erleben, wie dieser universitäre Veranstaltungsraum plötzlich mit wirbelnden Luftballons, freudigem Kinderlachen und neugierig strahlenden Augen in ein Erlebnisparadies sich verwandelt wurde! Wow!!! Die Gruppenleiterin des Kinderbetreuungsdienstes erkundigte sich nach der Person, die für das Kinder-Taiji zuständig sei … ja, das war ich und dann ging’s auch schon so richtig los! :) „Na, wisst ihr wie man die Hände wecken kann?“ – „Ja! Mit klatschen!!!“  … genial die Kleinen! Voller Fantasie, Spontaneität und einem grenzenlosen Einfallsreichtum! Wie im Fluge ist die Viertelstunde, die mir zur Verfügung stand, vergangen. Herrlich inspirierend war das, nicht nur für die Kinder und mich, sondern auch für so manch einen der älteren Gäste. Einige lachten mit, andere konnten sich das Ausprobieren einzelner Übung einfach nicht verkneifen – Freude hatten alle. Das nenne ich eine gelungene Taiji-Präsentation :)

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