Taiji und Qigong zur Gesundheitsförderung

Seit bald zwei Jahren bin ich im Vorstand der Schweizerischen Gesellschaft für Qigong und Taijiquan (SGQT) als Fachbereichsleiter für Taijiquan aktiv. Die Öffentlichkeitsarbeit für Qigong und Taiji – das haben wir im Vorstand beschlossen – soll gefördert werden.  Ich für meinen Teil habe während der letzten Corona bedingten Unterrichtspause im Frühling meine frei gewordene Zeit genutzt, um die aktuelle wissenschaftliche Studienlage zu Taiji und Qigong als Sturzprophylaxe, bei Rückenschmerzen und zur allgemeinen Gesundheitsförderung zu recherchieren. Die Ergebnisse habe ich dann nach den WZW-Kriterien – WZW steht für Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit – reflektiert. Daraus entstanden ist ein Informationsdokument für Krankenkassen, Ärzte und therapeutische Fachkräfte, das ihr hier gerne herunterladen und lesen könnt und wenn ihr möchtet natürlich auch sehr gerne weiterstreuen dürft. Erste Krankenkassen haben bereits positiv auf diese informative Zusammenfassung der Evidenzlage reagiert und haben eine Aufnahme von Qigong und Taijiquan in ihren Leistungskatalog der Zusatzversicherung angekündigt. Bleibt zu hoffen, dass auch alle weiteren Krankenkassen bald nachziehen werden, zumal alle WZW-Kriterien überzeugend erfüllt sind.

Darüber hinaus wäre gerade in jüngster Zeit sehr wünschenswert, das im Gesundheitswesen nebst den rigorosen Massnahmen zur Krankheitsprävention ebenso, wenn nicht sogar noch mehr auch Massnahmen zur Gesundheitsförderung gefördert werden. Denn das Abträgliche zu vermeiden und das Gesunde zu fördern sind immer noch zwei verschiedene Paar Schuhe. Während das Erstere primär misserfolgsmotiviert ist, d.h. es gilt einen potentiellen Misserfolg zu vermeiden, dominiert beim Zweiteren die Erfolgsmotivation, d.h. es gilt einen erwünschten Zustand zu erreichen. Da könnte ich jetzt noch viel über motivationspsychologische Betrachtungsweisen und deren Wirkung auf unsere Befindlichkeit schreiben … doch was schlussendlich zählt, ist die eigene Praxis und die darf meines Erachtens mehr im Zeichen des Pflegens und Förderns des Gesunden stehen, als im Zeichen des Bekämpfens des Krankmachenden. So habe ich mich während meines Corona Frühlings- und Sommers nebst meiner Schreibtischarbeit auch ganz praxisbezogen intensiv mit einer kleinen aber feinen Taiji-Qigong Übungsserie befasst. Entstanden ist dabei als kreatives Gemeinschaftswerk ein Video zu dieser Übungsabfolge. Sonja Schumacher hatte das Video aufgenommen und mit künstlerischen Elementen vortrefflich die Brücke zwischen Theorie und Praxis verbildlicht, Karl Zehnder hat das Ganze musikalisch untermalt und dabei gekonnt seine klassisch anmutenden Pianomelodien mit modernen Impulsen stimmig zu den Bewegungen akzentuiert, und ich meinerseits habe in dieser Momentaufnahme die 21er Taiji-Qigong Form zum Besten gegeben. Schön, wenn es euch gefällt – noch besser aber, wenn es euch selbst – in welcher Form auch immer – „zur Kräftigung des Körpers und zur Bewegung der Vitalenergie“ bewegt! ;-)  … was auch immer die kommende Winterzeit mit sich bringen wird, mögen wir alle das Beste daraus machen und den Blick für das Gesunde nicht verlieren!

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