Nach dem Sturm …

Neulich tobte ein orkanartiger Sturm mit Hagelschlag über das obere Limmattal. Auch Wettingen blieb von diesem nicht verschont. Als ich am darauffolgenden Tag zum Lägernhang auf die Buessbergwiese hoch wollte, versperrten mir rote Absperrbänder den Durchgang zum Wald. Ich ahnte schon, dass Forstarbeiten anstanden, um die vom Sturmwind umgestürzten Bäume aus dem Weg zu räumen. Wie sich bald herausstellte, waren die Absperrbänder das kleinste Hindernis. Ganze Baumriesen lagen kreuz und quer – wie hingeworfene Mikado-Stäbchen in Grossformat – im Wald verteilt herum. Nur langsam kam ich vorwärts, denn die Verwüstungen entlang des Weges musste ich immer wieder in grossen Bögen umgehen. Oben auf der Buessbergwiese erwartete mich ein trauriges Bild. Nicht nur waren sämtliche Obstbäume von diesem heftigen Unwetter viel zu früh ihrer Früchte leergefegt worden, etliche wurden stark beschädigt und einige unter ihnen gar gespalten und entwurzelt. Ich begab mich zum oberen Waldrand, wo die Abendsonne noch warm schien. Von dort aus erkannte ich mit etwas Abstand, dass es doch auch noch einige Apfelbäume gab, die zwar ganz schön mitgenommen waren, aber dennoch rüstig und stark in ihrer Mitte da standen. Nicht alles ist dem Sturm zum Opfer gefallen. Das Gesunde, das diese Naturgewalt überstand, hat jetzt, wo das Kranke weggefegt wurde, neuen Raum zum Wachsen bekommen. Alles hat auch sein Gutes, … wenn man bereit ist, es zu erkennen. Manchmal sind auch wir nicht nur äusseren sondern auch inneren, nicht minder heftigen Orkanböhen ausgesetzt. Diese bringen Veränderungen mit sich, die mit viel Schmerz und Leid verbunden sein können. Doch ist dann wirklich alles kaput?! Vielleicht kann man auch da dann mit etwas Abstand erkennen, dass doch noch einiges an Gesundem und Schönem besonders starke Wurzeln hatte und so dem Sturmwind standhalten konnte … und nun, von Altlasten befreit, mit neuer Kraft der Sonne entgegen wachsen kann 🌱☀️

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