Tuishou in der Sonnenjurte

Auch in diesem Winter fand im Jurtendorf ein Taiji-Seminar statt. Inhaltlich stand diesmal Tuishou – achtsame Taiji-Partnerübungen – im Vordergrund. Die Sonnenjurte diente uns dabei als ein wohlig warmer Seminarraum. Sie bot uns Schutz vor Schnee, Eisregen, Wind und Kälte. Begleitet vom heimeligen Knistern aus dem Holzofen und dem gelegentlichen Prasseln auf dem Kuppeldach konnten wir die Übungen entspannend, lösend und von Innen heraus ausrichtend auf uns wirken lassen. Natürlich haben wir uns auch unter den freien Himmel gewagt und uns etwas dynamischer in der frischen Bergluft bewegt. So vertieft in den Übungen waren die Teilnehmenden, dass die 1 ½ Stunden im Schnee – selbst für die Gfrörli’s – wie im Fluge vergingen! Umgeben von verschneiten Bergwäldern, geschützt eingebettet in einer Senke und berauscht von einem munteren Bergbach fanden wir im Jurtendorf viel Naturverbundenheit, nährende Wärme und Raum für achtsames Bewegen und Bewegenlassen. Ein herzlicher Dank an alle Teilnehmenden, die zu diesem besonderen Erlebnis beigetragen haben und auch an Ursula, die uns mit ihren stärkenden Mahlzeiten mega fein bekocht hat. Spätestens im nächsten Winter gibt es eine Fortsetzung :-)

Hier noch ein paar Bilder und Stimmen von den Teilnehmenden zum Seminar:

„In diesem Seminar durfte ich mir bereits bekannten Übungen neu begegnen. Das hat mir viele schöne Anregungen für das eigene Üben und Unterrichten geschenkt. Das Einfachste pflegen, das nehme ich mir vor. Darüber hinaus habe ich in diesen beiden Tagen einen neuen Zugang zum Tuishou erfahren. Bisher hatte ich nach zwei Stunden Taiji-Partnerübungen bald mal genug, doch hier war das anders. Das Freudvolle und Spielerische, wie auch die prinzipienorientierte Klarheit in deiner Vermittlungsweise entspricht mir sehr. Ich habe viel erlebt und viel gelacht. Danke!“

„Im Tuishou übe ich mich über Kontakt und Bewegung verbunden zu sein und dabei doch bei mir bleiben zu können … und mein Gegenüber gibt mir die Gelegenheit dazu. Meine innere Wahrnehmung mit dem äusseren Geschehen zu verbinden, beides miteinander abzugleichen und so zu einer grösseren Klarheit zu kommen – das finde ich sehr spannend! Dieser Prozess des Übens und Lernens zusammen mit einem Gegenüber hilft mir ganzer zu werden.“

„Deine Hartnäckigkeit am Dranbleiben habe ich sehr genossen! Sowohl dicht als auch fein habe ich die Taiji-Partnerarbeit in diesem Seminar hier erlebt. Sehr schön fand ich, wie die Tuishou-Übungen mit spezifischen Einzelübungen und spielerischen Gruppenaufgaben ergänzt und vertieft wurden. Nebst den gehaltvollen Seminarstunden haben mir auch die gute Stimmung in der Gruppe und dieser besondere Ort hier, das Jurtendorf, sehr zugesagt. Ich freue mich auf’s nächste Mal!“

„Mir hat das Tuishou Seminar sehr gut gefallen: Die kleine Gruppe, die netten Leute, die schöne Winterlandschaft – so viel Schnee gibt es bei uns nur selten – und natürlich auch die Übungen und deren Aufbau. Früher hatte ich über mehrere Jahre regelmässig Taiji geübt, doch seit einiger Zeit hat mich irgendwie diese Begeisterung verlassen. In diesem Seminar hier habe ich neue Impulse bekommen, und das hat meine Lust am Taiji wieder geweckt.“

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„Vom ersten Augenblick an habe ich mich hier im Jurtendorf sehr wohl gefühlt. Schade, dass das Wochenende schon so schnell vorbei ist. Inhaltlich war es sehr viel, was ich an diesen beiden Tagen lernen durfte. Nicht nur die Übungen an sich hatten es in sich, sondern auch die häufigen Partnerwechsel habe ich als sehr bereichernd erlebt. Auch wenn eine Übung die gleiche blieb, mit jedem Partnerwechsel fand ein neuer Dialog ganz ohne Worte, dafür aber mit viel wachem Körpergefühl statt. Das finde ich spannend und möchte mich in diesem Bereich gerne weiter vertiefen. Das nächste Mal bin ich gerne wieder mit dabei!“

 

 

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Buchveröffentlichung: Taiji mit älteren Menschen – einfach und fundiert

Letzten Frühling habe ich begonnen die Unterlagen für mein erstes Weiterbildungsseminar zum Thema „Taiji mit älteren Menschen“ vorzubereiten. Ein umfangreiches Skript ist daraus entstanden, welches ich umbedingt noch mit einem Theorieteil über allgemeine und Taiji spezifische Bewegungsprinzipien ergänzen wollte. Danach war es dann zwar schon sehr gehaltvoll, doch fehlten mir die Bilder zu den Taiji Übungen und Formen. Da habe ich mich nochmals hingesetzt – sowohl als Fotomodell, wie auch als Layouter – und die Skriptinhalte mit Bildern und noch ausführlicheren Beschreibungen ergänzt. „Gschaffig“ verging so der letzte Sommer, in welchem sich mein anfängliches Seminarskript zu einem richtigen Praxisbuch mauserte. Kurz: Es ist ein Buch aus der Praxis für die Praxis.

Es ist mir ein grosses Anliegen mit diesem Praxisbuch die Inhalte und Erfahrungen aus meiner Taiji Unterrichtstätigkeit mit älteren Menschen weiterzugeben. Es soll jene Leserinnen und Leser begleiten, die mit Bewegungseinschränkungen konfrontiert sind und Taiji zur Pflege ihrer eigenen Gesundheit ausüben möchten. Auch Taiji Lehrpersonen, die Kurse mit älteren Menschen anleiten möchten oder dies bereits tun, werden im vorliegenden Praxisbuch viele wertvolle Anregungen für die Gestaltung ihrer eigenen Taiji Stunden finden. Mit meinem Buch wünsche ich ihnen allen viel Freude beim Kennenlernen und Vertiefen der einfachen und doch gehaltvollen Taiji Übungen.

Mittlerweile durfte ich mein Weiterbildungsseminar schon zwei mal durchführen. Das Buch dazu wurde von den Seminarteilnehmenden sehr geschätzt. Wer sich dafür interessiert, kann es bei Books on Demand erwerben oder auch direkt bei mir unter info(at)space2be.ch für CHF 25.- (zzgl. CHF 5.- für Versandkosten) bestellen. Letzteres ist günstiger ;-) Und wer selbst gerne an meinem Weiterbilungsseminar zum Thema „Taiji mit älteren Menschen“ teilnehmen möchte, am Wochenende vom 15. und 16. September 2018 werde ich es nochmals in Bern anbieten. Die ersten beiden Seminare waren echt Klasse! Und ich freue mich jetzt schon sehr auf’s nächste im neuen Jahr!  :-)

Ganz schöne Weihnachtstage und einen guten Start in ein gesundes und freudvolles neues Jahr wünsche ich allen!

 

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„Christmas Taiji“ im kreativen Fotoatelier – eine gelungene Premiere!

Spontan hat mich Simone Vogel, meine Mitstudentin an der HfH, angefragt, ob ich Lust hätte eine Taiji-Stunde in ihrem Fotoatelier anzubieten. Natürlich habe ich zugesagt und heute war es dann auch soweit. Im grosszügigen Dachgeschoss eines charmanten Altbaus befand sich ihr kreatives Gemeinschaftsatelier: Alter knirschender Parkettboden, Tische, Leinwände, Belichtungsanalagen, hie und da ein Werkzeug, ein frisch eingerahmtes Bild aus Indien – „Om Mani Padme Hum“ –  ein Traum vom Raum! Kreativ und ganz in Resonanz mit der warmen Beleuchtung und gehaltvollen Akkustik, so war dann auch die Taiji-Stunde :-) Im Anschluss gab es noch ein gemütliches Beisammensein mit frischem Zopfbrot, Nachbars‘ Kuchen und wohlig wäremendem Ingwer-Tee. Auch kam in der freiwilligen Kollekte ein kleiner Beitrag zusammen, welcher der Kantha Bopha Stiftung für die medizinische Versorgung der Kinder in Kambodscha überwiesen wurde. So wurde dieser kleine aber feine vorweihnachtliche Taiji-Anlass zu einem schönen Geschenk  für alle :-) Vielen herzlichen Dank allen die dabei mitgewirkt haben!

Let’s keep up the great work!

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Zwischen Feuer und Wasser

Jedes Jahr verbringen mein Sohn Darjan und ich zusammen mit der Familie meines Patenkindes ein Wochenende im Entlebuch an der Emme. Ein wunderbarer Ort, den wir vor vier Jahren bei einem spontanen Ausflug ins Grüne für uns entdeckt haben. Der Bauer, dem das Grasland gleich neben dem Fluss gehört, findet solchen „Natur-Tourismus“ auf seinem Grundstück eigentlich nicht so toll. Die Leute würden immer wieder ihren Abfall dort liegen lassen und Plastik gehöre einfach halt nicht in die Natur … und schon gar nicht auf seine Weide. Recht hat er! Dennoch haben wir ihn damals freundlich um seine Erlaubnis gefragt, unsere Zelte nur für eine Nacht auf seinem Land aufstellen zu dürfen. Natürlich würden wir unseren Abfall und auch den, den wir sonst noch finden würden mitnehmen. Es sei ja vor allem für die Kinder etwas ganz besonderes, so ein Wochenende ganz in der Natur am Flussufer der Emme verbringen zu dürfen ;-) Uns von Kopf bis Fuss musternd meinte er dann,  dass er in unserem Fall mal eine Ausnahme machen würde. Und seither gewährt er uns jedes Jahr das Gastrecht auf seinem friedvollen, zwischen Wald und Wasser gelegenen Stück Weideland.

Diesmal haben wir unsere Zelte zwar aufgestellt, in ihnen geschlafen haben wir aber nicht. Die Nacht war sternenklar. Auch Regen war laut Meteo-App mit 0% sehr unwahrscheinlich. So schliefen wir alle nebeneinander auf unseren mehr oder weniger komfortablen Iso-Matten gebettet auf einer Sandbank unweit des Wasserlaufes. So einfach auf der Erde liegend, dem Rauschen des Wassers lauschend und den funkelnden Sternenhimmel bestaunend fühlt man sich rundum mit der Natur und ihren Kräften verbunden. Müde vom vielen Spielen am und im Wasser sind die Kinder schnell eingeschlafen. Ruhig und tief atmen sie. Schnell lege ich noch eine warme Decke über sie, bevor auch ich ins Schlummerland wegdrifte … Früh werde ich von der Morgenfrische geweckt. Möglichst ohne zu rascheln räckle ich mich aus meinem Schlafsack frei und begebe mich still zur Feuerstelle. Unter der weissen Aschendecke versteckt stochere ich noch etwas Glut von letzter Nacht hervor. Schnell ist wieder ein neues Feuer entfacht, das dann kurze Zeit später auch die anderen nicht ganz so freiwilligen Frühaufsteher heranlockt. Die noch ruhige Morgenstunde nutze ich, um mich für den Tag locker und fit zu machen. Und so finde ich zwischen Feuer und Wasser den idealen Platz dafür. Hinter mir knistert das frisch entfachte Feuer. Wohlig warm entspannt sich mein Rücken. Vor mir fliesst das Wasser munter und kraftvoll in seinem Bett. Fortwährend rauscht es an mir vorbei und weckt meine Sinne. Erdwärts fliesst das Wasser – himmelwärts brennt das Feuer … und ich bin genau dazwischen und darf an all den mannigfaltigen Bewegungen der Natur teilhaben. Wie schön!

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Auf der Alp Collo …

… fand letztes Wochenende zum ersten mal ein Taiji-Wochenendseminar statt. Ich fand es grossartig, mal so abseits von allem ganz naturverbunden ein vertiefendes Taiji-Seminar zu den fünf Lösungsübungen geben zu dürfen. Bis zur Alp Collo gab es noch ein gutes und teilweise auch ein ziemlich steiles Stück zu wandern. Die entlegene Alphütte zu finden war gar nicht so einfach. Doch alle, die sich auf den Weg gemacht haben, sind auch sicher angekommen … und hatten eine ganz gute Zeit! Und das berichteten die Teilnehmenden:

„Ich mache sonst viel Leistungssport. Für dieses Wochenendseminar habe ich mich angemeldet, um eine neue Art des Ausgleichs kennenzulernen, bei der ich mich nicht so stark körperlich verausgabe. Zu erleben, dass Bewegung auch durch entspannen und loslassen möglich ist, war für mich sensationell. In diese Richtung möchte ich gerne weitermachen.“

„Wenn ich vergleiche, wie sich bei mir die fünf Lösungsübungen zu Beginn und zum Schluss des Seminars angefühlt haben, dann staune ich, wie gross der Unterschied ist. Dass ich mit meinen Übungserfahrungen an diesem Wochenende so in die Tiefe kommen würde, dass habe ich nicht erwartet. Ganz herzlichen Dank für deine wertvollen Anleitungen und deine achtsame Art!“

„Dieses Wochenende in den Bergen habe ich sehr genossen. Kurz vorher bin ich von einer lange Reise nach Hause gekommen. Der Langstreckenflug war für meinen unteren Rücken nicht so erfreulich. Die fünf Lösungsübungen waren da wirklich ausgesprochen wohltuend. Mit ihnen kann ich jetzt meine Gelenke und Muskeln sehr selbstwirksam entspannen und lösen. Danke!“

„Mir hat es sehr gut getan während zwei Tagen so fokussiert und prinzipienorientiert mit diesen Lösungsübungen unterwegs zu sein. Die Übungen haben mich deutlich spüren lassen, wo ich überall im Körper noch mehr loslassen und entspannen kann. Ich fand es ein wunderbares Wochenende, so eingebettet in der Natur, in einer tollen Gruppe, mit gutem Essen … alles in allem sehr nährend. Ich freue mich jetzt schon auf’s nächste mal!“

„Kurz bevor ich auf dieses Seminar aufmerksam geworden bin, habe ich im Internet das Video zu diesen fünf Lösungsübungen von Meister Huang Xingxian gesehen. Seine körperliche Lockerheit und die Durchlässigkeit in seinen Bewegungen haben mich sehr beeindruckt. Klar, habe ich bis zum Erreichen einer solchen Entspannung und Lockerheit noch einen weiten Übungsweg vor mir, doch jetzt nach diesem Wochenende merke ich, wie ich diesen Qualitäten wieder ein Stückchen näher gekommen bin. Die Richtung meines Übens fühlt sich für mich absolut stimmig an! Das Seminar fand ich prima. Überrascht hat mich, wie mir durch die Partnerübungen viele Bewegungsprinzipien noch klarer wurden.“

„In diesem Wochenende habe ich für mich ganz viel Schönes entdeckt: diesen traumhaften Ort in der Natur, faszinierende wahrnehmungs- und bewegungsschulende Taiji Übungen, einen spannenden Einblick in die Welt der Chinesischen Schriftzeichen, kochen auf dem Holzofen, baden im Käsertrog, schlafen unter dem freien Sternenhimmel … und das, was mich am meisten berührt hat, die zwischenmenschliche Herzlichkeit. Danke!“

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Taiji im Gantrisch Naturpark … überraschend anders :-)

Am letzten Wochenende war ich zusammen mit meinem Sohn, meinem Studienfreund Christian und seinen beiden Kindern im Gantrisch Naturpark unterwegs. Prächtiges Wetter hatten wir und ebenso war auch die Aussicht auf dem Gantrisch Panoramaweg. Über’s Mittelland erstreckte sich diese bis zu den im Dunst schimmernden Juraketten. Faszinierend, wie sich diese Weite um einen herum auch im eigenen Körper bemerkbar macht!

Auch am zweiten Tag durften wir ganz schöne Resonanz-Erfahrungen in der Natur machen. Bei der Wanderung um den Schwarzsee sind wir einmal etwas von der Route abgestochen und dabei auf einen fantastischen Wasserfall gestossen: Die massive Felswand mitten im grünen Wald, das herunterprasselnde, im Sonnenlicht glitzernde Wasser, das belebende Rauschen und die unzähligen kleinen Wassertröpfchen, die frisch und fröhlich in der Luft tanzten … wunderschön, dieses Zusammenspiel der Naturkräfte!

Im Bauernhof „Muriboden“ der Familie Böhlen bei Riggisberg fanden wir eine wunderbare Herberge. Im Stroh wurde nicht nur geschlafen. Gross war die Freude am weichen Boden nicht nur bei den herumtollenden Kindern!

Natürlich liess auch ich mir diese Gelegenheit nicht entgehen, um auf dieser sanft federnden, goldig-gelben Strohwiese ein paar Taiji-Bewegungen auszuprobieren. Grossartig war das! Doch meine Bewegungen, so ruhig sie auch waren, blieben nicht lange unbemerkt … wie überraschend anders Taiji doch immer wieder sein kann!
Seht selbst. Zum Abspielen des Videos einfach hier klicken. Viel Spass! :-)

 

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Schön war’s im Jurtendorf!

Im schönen Jurtendorf in Luthernbad war ich schon einige male zu Besuch. Doch erst neulich durfte ich es zum ersten Mal in seiner herrlichen Winterpracht erleben. Das war wirklich sehr schön. Es liegt ja nicht gerade auf dem Weg, das Jurtendorf. Ganz zuhinterst im Luthernthal hinter einem Hoger einbisschen versteckt will es im Unteren Niespel gefunden werden. Durch den zum Teil bis zu den Knien reichenden Pulverschnee stampfend, war die Anreise ins Dorf besonders abenteuerlich. Und dann war es da, ganz in sich ruhend, umsäumt von verschneiten Bergwäldern in der winterlichen Stille. Es war mir eine grosse Freude, den Weg zu meiner Gästejurte freizuschaufeln … um dann in diesen runden, willkommenheissenden Raum anzukommen. Das Feuer im Ofen war schnell entfacht und es dauerte nicht lange, schon breitete sich knisternd und knackend eine wohlige Wärme in meinem Nachtlager aus. Orange-golden flackerte das Feuer und verlieh allem rundherum eine warme, heimelige Farbe. Das robuste und doch durchlässig-leichte Scherengitter, das weiche weisse Innentuch, das rundgespannte Lebensband … und auch ich selbst war in ein mildes, tief wärmendes Licht getaucht. Der Schnee auf dem Kuppeldach schmolz allmählich und am nächsten Morgen hingen Eiszapfen draussen am Vordach!

Mit dem Sonnenaufgang überraschte mich ein wunderbares, feines Vogelkonzert. Das hätte ich um diese Jahreszeit an diesem Ort nicht erwartet. Natürlich musste auch der stolze Hahn Maloney sein „Kikeriki“ zum Besten geben! Eine Kostprobe von dieser besonderen Morgenstimmung habe ich aufgenommen und ist hier als „nature life stream“ zu hören :-)

 

Ja, in dieser märchenhaften Umgebung habe ich in einer kleinen aber feinen Gruppe ein Taiji-Wochenendseminar gegeben. Das Thema „bewegtes und stilles Stehen“ war ein sehr schönes und stimmiges. Die meiste Zeit waren wir in der Seminarjurte, doch haben wir auch draussen im Schnee eine temperaturbedingt wohl etwas dynamischere Übungseinheit mit vielen heiteren, spannenden und auch entspannenden Bewegungserfahrungen erleben dürfen! Ja, echt schön war es im Jurtendorf … und ich freue mich jetzt schon auf’s nächste Mal! :-)

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Frisch gebacken!

Mein eigenes Taiji T-Shirt! Diese Idee habe ich diesen Sommer verwirklicht. Das Design war schnell gefunden: mein Space2be-Männdle, das für ‚Freude und Wandel’ steht. Im Internet habe ich mich dann über die verschiedenen Druckverfahren sachkundig gemacht und ziemlich bald mal festgestellt, dass es am einfachsten, schnellsten und auch am günstigsten wäre, die T-Shirts schon fertig bedruckt mir nach Hause zuschicken zu lassen. Doch was hätte ich dabei erlebt und gelernt? Wahrscheinlich nicht besonders viel. Also habe ich mich für die anspruchsvollere Do-it-yourself Variante entschieden und meinen Junior gleich mit ins Abenteuer gezogen :-) So konnten wir gemeinsam wieder mal was ganz Neues ausprobieren und mit grosser Neugier, viel Sorgfalt und Geduld Schritt für Schritt alles durchgehen, bis das fertige T-Shirt wortwörtlich gebacken war!

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Zuerst habe ich uns richtig schöne, blaue T-Shirts aus Bio-Baumwolle besorgt, wobei mir auch faire Herstellungsbedingungen wichtig waren. Danach habe ich uns ein Siebdruckset mit allen wesentlichen Materialien bestellt. Und dann ging’s auch schon bald mal los mit der praktischen Arbeit. Als erstes mussten wir einen Belichtungsfilm erstellen, d.h., das Druckmotiv lichtdicht auf eine Folie drucken. Danach galt es das Drucksieb vorzubereiten. Das war spannend! Da wir mit lichtempfindlicher Fotoemulsion arbeiteten, haben wir unser Wohnzimmer und auch das Badezimmer in eine Dunkelkammer umgewandelt. Gearbeitet haben wir unter Gelblicht, das frei von UV-Strahlen war. Nach der Beschichtung des Siebes mit der Fotoemulsion musste diese über Nacht trocken und am frühen Morgen ging’s dann weiter. Der Belichtungsfilm kam auf’s Sieb und wurde während einigen Minuten mit einem 400 Watt Scheinwerfer ziemlich stark belichtet. Danach ging’s im abgedunkelten Badezimmer weiter. Die unbelichteten Stellen wurden dann mit dem Duschkopf ausgewaschen – und fertig war die Druckschablone! Bis dahin lief alles ganz gut.

T-Shirt-Projekt

Beim Drucken hatten wir dann aber doch noch einige Patzer … sprich, ganz viele spannende Lernerfahrungen! :-) So viele Aspekte kamen da zusammen, die dann alle gemeinsam das Druckergebnis prägten: Wieviel Farbe kommt auf’s Sieb? Welche Konsistenz soll die Farbe haben? In welche Richtung wird gerackelt? Wie oft soll gerackelt werden? Wieviel Druck ist über den Farbrackel auf das Sieb anzuwenden? In welchem Winkel ist der Rackel zu führen? Was wenn es Farbunterläufe gibt? Was wenn das T-Shirt verrutscht? Ups, farbige Fingerabdrücke auf dem T-Shirt! Schnell Hände und T-Shirt waschen gehen. Ou Mann, in der Zwischenzeit ist aber die Farbe im Sieb eingetrockent! Also nochmals das Sieb auswaschen und von vorne beginnen … Das alles hat mich doch auch sehr an die Lernprozesse im Taiji erinnert, wo ebenfalls ganz viele Komponenten zusammenkommen, die dann zur entspannten, zug- und druckstabilen Körperausrichtung und zu einem stimmigen Bewegungsfluss beitragen. Ein ganz wichtiger und grundlegender Faktor, der aus meiner Sicht wesentlich zum Gelingen beiträgt, ist das präsente Drannbleiben, das Hinterfragen, Ausprobieren, Hineinspüren, Wiederholen, Überprüfen … einfach halt eben Drannbleiben und es wirklich wissen wollen, neugierig sein, und ganz wichtig: sich das Wissen aus eigenen Lernerfahrungen aneignen. Klar ist es in jedem Fall ratsam, vorgängig mal die Gebrauchsanweisung zu lesen und sich vielleicht auch ein paar Tutorials zum Siebdruck auf Youtube anzuschauen. Aber das alleine macht noch keinen T-Shirt Druck. Diesen muss man selber machen und das ist auch gut so. Dann ist’s auch was Eigenes … und das darf es meiner Meinung nach auch sein – sowohl beim T-Shirt Drucken, als auch beim vertiefenden Üben von Taiji… Ja, und nach dem Druck haben wir dann die T-Shirts für einige Minuten in den vorgeheizten Ofen geschoben, um die Farbe waschfest auf’s Gewebe zu fixieren. Da wir mit wasserbasierter Siebdruckfarbe gearbeitet haben, ist uns das nur mässig gut gelungen. Diese Farbe ist haut- und umweltfreundlich und so stoffecht mit dem T-Shirt verbunden, dass wenn das T-Shirt gedehnt wird, sich die Farbe eben mitdehnt. Dabei kommt es dann zu feinen Rissen im Druck. Für einen unverwüstlichen Siebdruck von weisser Farbe auf dunkelm Hintergrund wäre Plastisolfarbe wohl die richtige Wahl gewesen, aber für meinen Geschmack hat die gar zu viel kanzerogene Chemie drinn … da ist mir ein etwas luftigeres Weiss, welches das schöne Königsblau durchschimmern lässt eindeutig lieber! „Optimum statt Maximum“ … gilt natürlich nur für’s T-Shirt Drucken ;-)

Wer will, kann sich bei mir gerne so ein originales „Space2be“ T-Shirt bestellen. Untenstehend sind alle Infos aufgeführt.

Space2be Taiji T-shirt

Material: 100%  Bio-Baumwolle aus Fairtrade Produktion
Farbe: hautfreundliche und naturverträgliche Siebdruckfarbe
Druck: von Hand gedruckt im Siebdruckverfahren
Grössen: erhältlich in S, M, L, XL (nur so lange Vorrat)
Preis: CHF 30.- pro T-Shirt (zzgl. Versandkosten CHF 5.-)
Bestellung: via Email an info(at)space2be.ch

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Taiji am Züri-Fäscht – ein toller Event!

Taiji-Facebook

siehe auch:  https://de-de.facebook.com/pflegezentren.zuerich

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Zigi, Redbull, What’s-up und … Taiji ?!?

Taiji ist nur etwas für alte Leute. Für die Jungen ist das viel zu langsam. Wirklich?! Seit 2014 unterrichte ich Taiji im Pflegezentrum Bachwiesen und zwar nicht etwa den älteren Heimbewohnern, sondern den jungen Auszubildenden, die aus ganz verschiedenen Arbeitsbereichen wie etwa Pflege, Hauswirtschaft, technischer Dienst, KV und Physiotherapie kommen. Mein Schwerpunkt in diesem Kurs ist das Vermitteln der Taiji-Bewegungsprinzipien, welche die Jugendlichen in ihrem Lern- und Arbeitsalltag unterstützen sollen. Dies tue ich mittels kurzen, leicht zu erlernenden Grundlagenübungen mit grossem Vertiefungspotential, aber auch anhand der 5-Elemente Taiji-Kurzform und Achtsamkeitsübungen am Boden.

Dieser Kurs wurde als Massnahme zur Gesundheitsförderung der Auszubildenden am Arbeitsplatz ins Leben gerufen. Aufgrund der positiven Resonanz und der abnehmenden Krankheitstage bei den Teilnehmenden ist dieses Pilot-Projekt erfolgreich weitergeführt worden. Letzten Mittwoch durfte ich gemeinsam mit Frau Margarete Römpler, Qualitäts- und Gesundheitsbeauftragte am Pflegezentrum Bachwiesen und Initiantin dieses Projektes, in Bern an der Verleihung des Grands Prix Suisse „Gesundheit im Unternehmen 2016“ den dritten Preis entgegennehmen.

Am Anlass wurde ich gefragt, was meiner Meinung nach die Wirkung von Taiji ausmache. Gewiss haben die langsamen Bewegungsabfolgen eine beruhigende und ausgleichende Wirkung auf Körper und Geist. Doch damit diese Effekte nicht nur im Kursraum bleiben, sondern sich auch im Arbeitsalltag selbstwirksam bemerkbar machen, ist ein bewusstes Erleben von den für das Taiji charakteristischen Bewegungsprinzipen förderlich. Zum Beispiel reicht es nicht aus, lediglich zu wissen, was „geerdet sein“ heisst. Ein tieferes Verständis von „geerdet sein“ eröffnet sich, wie es der Ausdruck denn auch bezeichnet, im Sein. „Geerdet sein“ will also erlebt und dadurch dann auch immer mehr verinnerlicht, bzw. verkörpert werden. Dann erst können Transfereffekte am Arbeitsplatz und auch Andernorts wirkungsvoll zustande kommen. Schön und gut, aber wie bringt man dieses achtsame nach Innen Lauschen Jugendlichen näher? Mit Zigi, Redbull, What’s-up und dergleichen sind sie es eher gewohnt, sich äusseren Reizquellen zuzuwenden? Da ist dann meine Rolle als Lehrer (= ebenfalls eine äussere Reizquelle) gefragt, um die Jugendlichen bei ihrer Aufmerksamkeitslenkung anzuleiten und hierfür unterstützende Bedingungen zu schaffen. Beziehungsaufbau ist meines Erachtens besonders wichtig, damit ein lernfreundliches und wertschätzendes Arbeitsbündnis zustande kommen kann. Auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden einzugehen, sie dabei aber doch auch ihrer eigenen Verantwortlichkeit gewahr werden zu lassen, kann spannende Erlebnissen hervorbringen. Ein für mich besonders eindrückliches Beispiel hierfür war, wie ich einmal mit Rap Musik im Hintergrund gemeinsam mit 25 Jugendlichen in einer absoluten inneren Stille und Konzentration in der Gruppe durch die Taiji-Form durchgeflossen bin. Ein konstruktives, gegenseitiges Entgegenkommen wurde da vermittelt, durch welches scheinbare Gegensätze (laute Rap Musik vs. stille Bewegungsmeditation) vereint wurden – ist das nicht eine wertvolle Anregung für den Arbeitsalltag?!

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offizielle Pressemitteilung:

Investition in die Zukunft: die Gesundheit der Auszubildenden fördern

Der dritte Platz ging an das Pflegezentrum Bachwiesen. Dieses legte bei seinem Projekt bewusst den Fokus auf die jungen Mitarbeitenden, um sie bei ihrem Einstieg ins Berufsleben zu unterstützen. Dazu bot das Pflegezentrum seinen Auszubildenden unter professioneller Anleitung von Herrn Dr. phil. Marko Nedeljkovic Taiji-Lektionen während der Arbeitszeit an. Ziel war, eine Methode zur Entspannung zu vermitteln, muskuloskelettalen Beschwerden vorzubeugen, aber auch die Lernenden verschiedener Berufsgruppen mit unterschiedlichen Zeitplänen und Kurseinheiten zeitlich und örtlich zusammenzubringen. Dabei waren die Führungskräfte Schlüsselfiguren für die erfolgreiche Umsetzung und Teilnahme der Jugendlichen an den Kursen.

«Die Sensibilisierung unserer Lernenden und Praktikanten für ihre eigene Gesundheit und den Umgang mit Belastungen sowie die Möglichkeit für Entspannung am Arbeitsplatz möchten wir als Betrieb fördern und ist Ausdruck unserer Wertschätzung gegenüber den Auszubildenden», betont Margarete Römpler, Qualitäts- und Gesundheitsbeauftragte.

Die vollständige Pressemitteilung ist unter folgendem Link der Gesundheitsförderung Schweiz abrufbar.

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