Taiji am Züri-Fäscht – ein toller Event!

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Zigi, Redbull, What’s-up und … Taiji ?!?

Taiji ist nur etwas für alte Leute. Für die Jungen ist das viel zu langsam. Wirklich?! Seit 2014 unterrichte ich Taiji im Pflegezentrum Bachwiesen und zwar nicht etwa den älteren Heimbewohnern, sondern den jungen Auszubildenden, die aus ganz verschiedenen Arbeitsbereichen wie etwa Pflege, Hauswirtschaft, technischer Dienst, KV und Physiotherapie kommen. Mein Schwerpunkt in diesem Kurs ist das Vermitteln der Taiji-Bewegungsprinzipien, welche die Jugendlichen in ihrem Lern- und Arbeitsalltag unterstützen sollen. Dies tue ich mittels kurzen, leicht zu erlernenden Grundlagenübungen mit grossem Vertiefungspotential, aber auch anhand der 5-Elemente Taiji-Kurzform und Achtsamkeitsübungen am Boden.

Dieser Kurs wurde als Massnahme zur Gesundheitsförderung der Auszubildenden am Arbeitsplatz ins Leben gerufen. Aufgrund der positiven Resonanz und der abnehmenden Krankheitstage bei den Teilnehmenden ist dieses Pilot-Projekt erfolgreich weitergeführt worden. Letzten Mittwoch durfte ich gemeinsam mit Frau Margarete Römpler, Qualitäts- und Gesundheitsbeauftragte am Pflegezentrum Bachwiesen und Initiantin dieses Projektes, in Bern an der Verleihung des Grands Prix Suisse „Gesundheit im Unternehmen 2016“ den dritten Preis entgegennehmen.

Am Anlass wurde ich gefragt, was meiner Meinung nach die Wirkung von Taiji ausmache. Gewiss haben die langsamen Bewegungsabfolgen eine beruhigende und ausgleichende Wirkung auf Körper und Geist. Doch damit diese Effekte nicht nur im Kursraum bleiben, sondern sich auch im Arbeitsalltag selbstwirksam bemerkbar machen, ist ein bewusstes Erleben von den für das Taiji charakteristischen Bewegungsprinzipen förderlich. Zum Beispiel reicht es nicht aus, lediglich zu wissen, was „geerdet sein“ heisst. Ein tieferes Verständis von „geerdet sein“ eröffnet sich, wie es der Ausdruck denn auch bezeichnet, im Sein. „Geerdet sein“ will also erlebt und dadurch dann auch immer mehr verinnerlicht, bzw. verkörpert werden. Dann erst können Transfereffekte am Arbeitsplatz und auch Andernorts wirkungsvoll zustande kommen. Schön und gut, aber wie bringt man dieses achtsame nach Innen Lauschen Jugendlichen näher? Mit Zigi, Redbull, What’s-up und dergleichen sind sie es eher gewohnt, sich äusseren Reizquellen zuzuwenden? Da ist dann meine Rolle als Lehrer (= ebenfalls eine äussere Reizquelle) gefragt, um die Jugendlichen bei ihrer Aufmerksamkeitslenkung anzuleiten und hierfür unterstützende Bedingungen zu schaffen. Beziehungsaufbau ist meines Erachtens besonders wichtig, damit ein lernfreundliches und wertschätzendes Arbeitsbündnis zustande kommen kann. Auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden einzugehen, sie dabei aber doch auch ihrer eigenen Verantwortlichkeit gewahr werden zu lassen, kann spannende Erlebnissen hervorbringen. Ein für mich besonders eindrückliches Beispiel hierfür war, wie ich einmal mit Rap Musik im Hintergrund gemeinsam mit 25 Jugendlichen in einer absoluten inneren Stille und Konzentration in der Gruppe durch die Taiji-Form durchgeflossen bin. Ein konstruktives, gegenseitiges Entgegenkommen wurde da vermittelt, durch welches scheinbare Gegensätze (laute Rap Musik vs. stille Bewegungsmeditation) vereint wurden – ist das nicht eine wertvolle Anregung für den Arbeitsalltag?!

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offizielle Pressemitteilung:

Investition in die Zukunft: die Gesundheit der Auszubildenden fördern

Der dritte Platz ging an das Pflegezentrum Bachwiesen. Dieses legte bei seinem Projekt bewusst den Fokus auf die jungen Mitarbeitenden, um sie bei ihrem Einstieg ins Berufsleben zu unterstützen. Dazu bot das Pflegezentrum seinen Auszubildenden unter professioneller Anleitung von Herrn Dr. phil. Marko Nedeljkovic Taiji-Lektionen während der Arbeitszeit an. Ziel war, eine Methode zur Entspannung zu vermitteln, muskuloskelettalen Beschwerden vorzubeugen, aber auch die Lernenden verschiedener Berufsgruppen mit unterschiedlichen Zeitplänen und Kurseinheiten zeitlich und örtlich zusammenzubringen. Dabei waren die Führungskräfte Schlüsselfiguren für die erfolgreiche Umsetzung und Teilnahme der Jugendlichen an den Kursen.

«Die Sensibilisierung unserer Lernenden und Praktikanten für ihre eigene Gesundheit und den Umgang mit Belastungen sowie die Möglichkeit für Entspannung am Arbeitsplatz möchten wir als Betrieb fördern und ist Ausdruck unserer Wertschätzung gegenüber den Auszubildenden», betont Margarete Römpler, Qualitäts- und Gesundheitsbeauftragte.

Die vollständige Pressemitteilung ist unter folgendem Link der Gesundheitsförderung Schweiz abrufbar.

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Die Jurte – ein Raum zum Sein

Zum ersten Mal in Tuchfühlung mit einer Jurte bin ich 2004 gekommen. Damals war ich für ein Auslandstudienjahr nach China gereist und habe an der Sportuniversität in Beijing Chinesische Sprache und TCM studiert. Dankbar war ich um einen verlängerten Wochenendausflug zusammen mit meinem Taiji-Lehrer und seinen Schülern, denn es ging raus aus der engen, stickigen Hauptstadt weit hinaus nach Hohot, dem Hauptort der inneren Mongolei.

Von dort aus wurden wir von Lao Liu, unserem einheimischen Fahrer, in ein entlegenes Jurtendorf gebracht. Dort wurden wir verköstigt und beherbergt. Ich erinnere mich noch sehr gut an den hochprozentigen Willkommenstrunk, an die archaisch anmutenden mongolischen Gesänge begleitet von den weinerlichen Klängen der Erhu, … doch besonders eindrücklich war für mich der grosse, freie Himmel über der weiten Steppe.

In der Nacht war er mit unzähligen funkelnden Sternen übersät und in der Kälte des frühen Morgens hies er die ersten Sonnenstrahlen willkommen. Ausser den paar Jurten war weit und breit nichts als weiter, freier Raum zum Sein. Himmel und Erde schienen mir einander so nahe zu sein, wie noch nie zuvor.

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Obwohl mir diese zwei Tage in der kargen Natur damals so unglaublich gut taten, schlummerten die Erinnerungen an dieses Erlebnis mehrere Jahre still und warm tief in mir. Erst vor einem Jahr, als ich erfahren hatte, dass es auch hier in der Schweiz ein Jurtendorf gibt, da wurden meine unter den Staubschleier der Zeit geratenen Erinnerungen – wie von einem hellen Glockenklang berührt – wieder wach. Im Internet fand ich die Webseite des in Luthernbad gelegenen Jurtendorfes und machte mich da erst einmal über dessen Konzept und Angebote sachkundig. Der erste und zugleich auch längste Anlass im Jahr findet jeweils im Frühling statt.

Während eines Monates werden die Gästejurten aufgebaut und alle Vorbereitungen für die bevorstehende Saison getroffen. Diese Gelegenheit um die Jurte von Grund auf kennenzulernen, hatte ich gleich letzten Frühling genutzt. Eine Woche lang packte ich beim Jurtenaufbau, beim Knüpfen der Scherengitter, als auch beim Ausbessern der verbindenden Pfade mit an.

Es waren sehr intensive und lehrreiche sieben Tage mit vielen beschenkenden Erfahrungen und Begegnungen. Zu jener Zeit hatte ich mich auch mit den klassischen Schriften der Yang-Familie über die Bewegungsprinzipien im Taiji befasst. Sehr oft musste ich beim Verrichten der Arbeiten innehalten, denn immer wieder war ich freudig überrascht, wesentliche Taiji-Prinzipien im Aufbau der Jurte gespiegelt zu finden.

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Diesen Herbst war ich wieder im Jurtendorf und habe in der Familienlagerwoche teilgenommen. So wie jede Jurte für sich ihren Platz im Dorf hat, so hatte auch jede Familie ihren Raum im Ganzen. So wie alle Jurten über die Pfade miteinander verbunden sind, so entstanden auch mit jedem neuen Lagertag immer mehr verbindende Erlebnisse unter den Teilnehmenden. Das vergnügte Spielen der Kinder war für mich der schönste Ausdruck der gelassen-heiteren Lagerstimmung. Ein spezielles Lagerprogramm gab es nicht, und vielleicht kam es ja gerade auch deshalb zu schönen Stunden stimmigen Beisammenseins: In der Gemeinschaftsjurte als auch unterm freien Himmel entstanden Kreistänze, Sing- und Klangringe, Lagerfeuer und natürlich auch kreative Taiji-Bewegungen mit Gross und Klein … alles hatte seinen Raum und seine Zeit.

Auf’s nächste Jahr ausblickend freue ich mich sehr im September einen zweitägigen Taiji-Workshop im Jurtendorf anzubieten. Das natürlich Schöne und mühelos Kraftvolle der Taiji-Bewegungen an so einem naturverbundenen Ort entfalten zu lassen – das wird etwas ganz Besonderes sein!

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HongKong Park

Während meiner Taiji-Lehrer Ausbildung gab es jeden Sommer eine intensive Trainingswoche in den Bergen. Vor dem Morgenessen wurde eine Stunde still geübt, bis zur Mittagspause fanden drei weitere Unterrichtsstunden statt und am Nachmittag nochmals drei Lektionen bis zum Abendessen. Geübt wurden verschiedene Lockerungsübungen, Kurzformen, die lange Handform, sowie auch einzelne Partnerübungen (Tuishou). Für jene, die nach dem Abendessen noch weiter für sich alleine oder auch mit anderen zusammen üben wollten, für die gab es den „HongKong Park“ – ein freies Üben draussen unter den milden Strahlen der Abendsonne. Und es hatte wirklich etwas von der entspannten, bewegungseinladenden Atmosphäre, wie ich sie auch in den Parkanlagen chinesischer Grossstädte erlebt hatte. Diese Stunden im HongKong Park sind mir in schöner Erinnerung geblieben. Auch jetzt, Jahre später freue ich mich über jede Gelegenheit im Freien üben zu können. So habe ich mit der Zeit einige schöne Taiji-Orte entdeckt, an welchen ich mit meinen Kursgruppen, meinen Trainingspartnern, oder auch für mich alleine in den Fluss der Taiji-Bewegungen eintauchen kann. Getragen von der Erde unter dem weiten Himmel – ganz Verbunden mit der Natur. In einem neulichen Gespräch mit einer Landschaftsarchitektin ist mir der grosse Stellenwert natürlicher und naturnaher Seinsräume wieder einmal mehr bewusst geworden. Dadurch Angeregt möchte ich hier ein paar dieser für mich besonderen „Taiji-Orte“ vorstellen.

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Parkanlage am Universitätsspital Zürich

Dieser wunderbarer Park befindet sich gleich vis-à-vis des Hauptgebäudes der Universität Zürich. Die lebhafte Rämistrasse hinter sich lassend wurde der Besucher noch bis vor Kurzem von einer grossen Wiese mit schönen alten Kiefern, Platanen, Kastanien und Akazien zum entspannten Verweilen eingeladen. Im Herzen des Parks und doch etwas versteckt liegt der wetterfest überdachte Pavillon. So war es für mich und meine USZ-Taijigruppe immer möglich bei jeder Wetterlage im Park zu üben.

Eines morgens jedoch, stellten wir ganz überrascht fest, dass unser Pavillion noch während unserer Taiji-Stunde mit Absperrgittern und Baustellenplanken unzugänglich gemacht wurde und wir uns nicht ohne Weiteres einen Ausweg verschaffen mussten. Da wurden wir von den Bauarbeitern informiert, dass der Bau einer neuen Energiezentrale das Absperren grosser Parkflächen und eben auch des Pavillons erforderte und dies wohl so noch zwei bis drei Jahre dauern würde. Bleibt zu hoffen, dass uns und allen Parkbesuchern der liebgewonnene Pavillon erhalten bleibt. Zum Glück ist noch ein nettes Wiesenstück neben der grossen Kiefer frei geblieben, wo es neben Slacklinern, Physiotherapeuten und ihren Patienten noch genug Raum für eine bewegungsfreudige Taiji-Gruppe gibt.

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Insel-Park in Bern

Im Inselspital werden aus Platzmangel einzelne Gebäude in die Höhe ausgebaut. Dennoch gibt es auf dem Areal des schweizweit grössten Spitals immer wieder grüne Oasen anzutreffen. Eine davon befindet sich ganz in der Nähe der Kindertagesstätte beim Insel-Heim. Eine schöne, grosse, alte Blutbuche schenkt im Sommer wohltuenden Schatten und bietet bei einsetzendem Regen einen klangvollen Unterstand. Zum Taiji-Üben ist der Kiesboden neben dem Insel-Heim sehr dienlich. Man spürt die Kieselsteine unter den Füssen und bei den Drehungen, Schritten und Gewichtsverlagerungen kann man sie nicht nur unter der Schuhsohle fühlen, sondern auch hören. Manchmal verlassen wir diesen gelenksschohnenden Boden und gehen auf die Wiese, wo der Widerstand des Grases einem sehr gut helfen kann die Fülle im Standbein von der Leere im Spielbein zu unterscheiden. Es ist ein sympathischer Ort, der über die Mittagszeit bei schönem Wetter gerne von den Spitalangestellten zum Picknicken genutzt wird. Aus der nahe gelegenen Kita hört man manchmal die kleinen Kinder spielen, lachen, streiten und schreien. Hie und da dringt mal durch die Sträucher und Hecken ein Autohupen oder Trammquietschen von der Effingerstrasse in den Park herein … währenddem unsere kleine Taiji-Gruppe ganz im Lauschen des Bewegungsflusses der „schönen Weberin am Webstuhl“ vertieft ist … alles hat Platz!

Und der Platz soll in den kommenden Jahren noch grösser und schöner werden! Das durfte ich vor Kurzem von einer Landschaftsarchitektin erfahren, die an der Projektierung dieses erweiterten Landschaftsparks mitwirkt. Natürlich habe ich diese Gelegenheit genutzt um ihr nahe zu legen, dass so ein überdachter Pavillon schon noch was Tolles sei, der es den Besuchern erlaube, auch bei schlechter Witterung den Park als einen naturnahen Freiraum zu nutzen und geniessen. Lassen wir uns mal überraschen! 🙂

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Rieterpark in Zürich

Für alle, die mal in diesem Park waren, werden ihn nie vergessen! Eine etwas abseits am Stadtrand unweit vom Bahnhof Enge gelegene Parkanlage mit Blick auf den in der Morgensonne glitzernden Zürichsee. Seit ich Taiji mache, komme ich sehr gerne immer wieder mal an einem Sonntagmorgen an diesen Ort zum Üben. Manchmal alleine, oft aber auch zusammen mit Freunden. Doch selbst in den frühen Morgenstunden ist man in diesem Park nie ganz allein. Linden säumen die Allee zum Aussichtsfeld, Vögel erfreuen sich der mannigfaltigen Gebüsche, der nahe gelegenen Obstbäume und der stolz empor ragenden Baumkronen. Und mit der aufsteigenden Sonne kommen dann auch immer mehr Leute joggend, Hunde spazierend, Kinderwagen schiebend oder auch einfach gemütlich flanierend vorbei. Bänke hat es viele. Ein schöner Ort zum Sein, um die Beine auszustrecken und dabei seinen Blick in die Weite über den Züri-See schweifen zu lassen, um bei einer Tasse Tee ein Kapitel in einem guten Buch zu lesen, oder eben auch um ein paar mal durch die Taiji-Form zu fliessen.

Sehr friedvoll ist die Stimmung an diesem Ort, der eine anziehende Wirkung auf Gross und Klein hat. Touristen gibt es da nicht besonders viele und jene die doch den Weg zum Rieterpark finden, kommen in erster Linie ins Völkerkundliche Rietbergmuseum zu Besuch. Doch finden sie sich dann nicht selten ganz ergriffen von der beruhigenden und tragenden Wirkung dieser ehrwürdigen Parkanlage. Ein wirklich ganz besonderer Ort.

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Dreilindenpark in Luzern

Selbst Luzerner müssen manchmal ein paar Momente lang überlegen, bis es ihnen langsam zu dämmern beginnt, um welchen Park es denn dabei eigentlich geht. „Ah ja … da ist doch die Musikschule, oder?“ Also, wäre dieser Park in China und nicht hier in der Schweiz, müsste man garantiert Eintritt bezahlen … und das bestimmt nicht wenig! Keine 10 min mit dem Bus vom Bahnhof entfernt, einmal dort, kommt einem die Stadt weit weg vor. Kein Wunder, denn zum Park führt eine steile und nicht allzu kurze Treppe hoch, welche einen die Stadt und alles andere hinter sich sein lässt und einem die Sinne für die prachtvollen, alten Baumriesen aber auch für die zum Greifen nahen Berge um den Vierwaldstättersee öffnet.

Eingebettet in diese märchenhafte Parklandschaft befindet sich das Konservatorium für klassische und mittelalterliche Musik. Die abgelegene Lage dieses Parks schützt ihn vor dem regelrechten Tourismusstrom, der sich fleissig durch die Luzerner Altstadt, die Seepromenade und über die Holzbrücke durchknippst. So sind es vor allem  Hundehalter, Spaziergänger, Musikstudenten und gelegentlich auch ein paar Freunde der bewegenden Künste, die sich dieses einzigartigen Ortes erfreuen.

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Kurpark in Baden

Wenn ich mich zurückbesinne, wo mein Taiji-Üben im Freien so richtig begonnen hat, so führen mich meine Erinnerungen zurück in den Badener Kurpark. Dort verorte ich einige der schönsten Eindrücke während meiner Ausbildungszeit zum Taiji-Lehrer. Im Lehrgang war es vorgesehen, dass die Teilnehmenden sich zwischen den Ausbildungswochenenden regelmässig in Übungsgruppen treffen und gemeinsam das Gelernte wiederholen und sich im Anleiten der Übungen und Bewegungsformen üben. Und so wurde der Kurpark für meine Taiji-Freunde und mich während einigen Jahren zu einem zentralen Ort des gemeinsamen Übens, Austauschens, in Frage Stellens, Experimentierens und Entdeckens. Ob in brütender Sommerhitze oder klirrender Februarkälte, ob bei launenhaftem Aprilwetter oder stürmischem Herbstwind … kein einziges Mal wurde ein Übungstreffen abgesagt. Mit jedem gemeinsam durchgestandenen Unwetter wuchs der Zusammenhalt in unserer Übungsgruppe. Es war eine wunderbare Zeit. Ja und der Park? … Ja, der ist ganz ok. In meinem Fall sind es die Menschen und die mit ihnen geteilten Erlebnisse, die diesen Ort für mich zu etwas Besonderem machen.

Mein Fazit, Taiji im Freien kann ich nur empfehlen … und wenn man so etwas Schönes auch noch mit anderen zusammen Teilen kann, dann wird’s noch schöner! 🙂

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Taiji Tuishou Workshop in Bern

Am 28. März fand in Bern ein kleiner aber feiner Taiji Tuishou Workshop statt, an welchem Adrian Tineo, Fabian Cretton und ich eine kurze Einführung in die Taiji-Partnerübungen, das Tuishou, gegeben haben.

Im Nachfolgenden sind einige Video-Sequenzen zum Workshop zu sehen. Viel Spass!

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Taiji – Interviews

Interview mit Marko Nedeljkovic (2015)
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Interview mit Tony Ward (2011)

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Der Natur auf der Spur

Heute war ein schöner Tag. Zum ersten mal hat es dieses Jahr wieder geschneit. Wie immer wenn es über Nacht schneit, neige ich dazu länger zu schlafen als ich es mir sonst gewohnt war … und das war heute der Fall und dabei war es erst noch ein arbeitsfreier Tag ohne Verpflichtungen! Und als ich aus dem Fenster schaute … Woooooow! So schöööön!

Unglaublich wie das Feine der Schneeflocken das Wesen des Baumes so schön zur Geltung bringen mag. Meine erste Regung – dieses Staunen, woher kam das? Direkt aus dem Herzen! Kein Zufall, dass ich heute um eine Übersetzung des folgenden Zweizeilers aus der Tang Dynastie gebeten wurde:

Vom Chinesischen Landschaftsmaler Zhang Zao (張璪) stammt dieser Zweizeiler, der sich mannigfaltig übersetzen lässt, wie zum Beispiel so:

„Im Aussen von der Natur lernen. Im Innen zur Quelle des Herzens finden.“

Das will ich so einfach mal im Raume stehen lassen. Möge sich die interessierte Leserschaft davon inspirieren lassen. Viele naturverbundene und herzöffnende Erlebnisse im neuen Jahr wünsche ich allen!

Zum Abschluss dieses Blog-Eintrages noch ein paar Foto-Impressionen aus dem 2014.

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zu Hause

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unterwegs zur Arbeit

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draussen im Freien

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Workshop mit Tony Ward in Amsterdam 2014

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Workshop mit Tony Ward in Zürich 2014

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Nacht der Forschung – mit Taiji!

Letzten Samstag fand an der Berner Universität die Nacht der Forschung statt. Viele Institute waren da vertreten, unter anderem auch das Institut für Komplementärmedizin – kurz IKOM. Da habe ich vor zwei Jahren meine Dissertationsarbeit über Taiji und Stressprotektion verteidigt und durfte jetzt wieder auf Einladung einen Vortrag zu meinen Forschungsarbeiten halten. Sehr erhellend war das für mich, nach zwei Jahren nochmals meine eigenen Taiji-Studien zu sichten und vor breitem Publikum zu präsentieren. Ich erinnere mich gut, wie mich damals bei meiner Disputation – so wird die Verteidigung der Promotionsarbeit genannt – mein Co-Referrent, Herr Prof. Seiler, fragte, was ich rückblickend bei meiner Forschungsarbeit anders machen würde. „Nicht viel“, habe ich damals geantwortet. Jetzt hingegen erscheint mir einiges ziemlich fragwürdig, was ich damals als einfach gegeben angenommen habe. Und so fühlte sich auch das erneute Präsentieren meiner eigenen Forschungsergebnisse auf einmal gar nicht mehr so vertraut an. Doch dann, im Anschluss an die Präsentation stürmte eine Gruppe von 4 bis 6 jährigen Kindern in den Vortragsraum. Das war wunderbar zu erleben, wie dieser universitäre Veranstaltungsraum plötzlich mit wirbelnden Luftballons, freudigem Kinderlachen und neugierig strahlenden Augen in ein Erlebnisparadies sich verwandelt wurde! Wow!!! Die Gruppenleiterin des Kinderbetreuungsdienstes erkundigte sich nach der Person, die für das Kinder-Taiji zuständig sei … ja, das war ich und dann ging’s auch schon so richtig los! 🙂 „Na, wisst ihr wie man die Hände wecken kann?“ – „Ja! Mit klatschen!!!“  … genial die Kleinen! Voller Fantasie, Spontaneität und einem grenzenlosen Einfallsreichtum! Wie im Fluge ist die Viertelstunde, die mir zur Verfügung stand, vergangen. Herrlich inspirierend war das, nicht nur für die Kinder und mich, sondern auch für so manch einen der älteren Gäste. Einige lachten mit, andere konnten sich das Ausprobieren einzelner Übung einfach nicht verkneifen – Freude hatten alle. Das nenne ich eine gelungene Taiji-Präsentation 🙂

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Wettbewerb „Wer ist hier der Taiji-Lehrer?“

Auf meinem Weg zum Taiji-Kurs laufe ich immer wieder an diesem Werbeposter mit der Taiji-Gruppe vorbei. Da habe ich mir mal etwas Zeit genommen und mir die Übenden etwas genauer angeschaut. Findet ihr heraus, welche Person auf diesem Bild der Taiji-Lehrer bzw. die Taiji-Lehrerin ist?

Ist es …

a) … der alte Mann links im Bild ?
b) … die Frau hinten mit dem rosa T-Shirt ?
c) … die Frau vorne mit dem verbundenen Arm ?
d) … die Frau hinten rechts im beige-grünen Taiji-Anzug ?
c) … die Frau ganz rechts im grauen Taiji-Anzug ?

Wer am Wettbewerb teilnehmen möchte, kann mir bis mitte Dezember eine Email mit der Lösungsantwort inklusive Begründung an info@space2be.ch schicken. Bitte gebt mir auch eure Kleidergrösse (S, M, L, XL) an. Zu gewinnen gibt es original „Space 2 be“ T-Shirt. Ich freue mich auf eure Einsendungen! 🙂

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Veranstaltungshinweise

Am Samstag den 6. September 2014 findet an der Universität Bern die Nacht der Forschung statt. Da werde auch ich um 18 Uhr im Hauptgebäude (Raum 026) einen Vortrag „Taiji: Achtsames Bewegen mit Wirkung – aktuelle Forschungsergebnisse“ halten dürfen.
Weitere Infos findet ihr unter www.nachtderforschung.unibe.ch

Am Donnerstag und Freitag den 4. und 5. Dezember 2014 findet in Solothurn der 8. ASA TCM Kongress statt. Unter anderem werde ich da einen Einführungsworkshop zum Thema „Stehen wie ein Baum“ geben.
Weitere Infos findet ihr hier.

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Stille und Bewegung im ETH-Ferienhort

Neulich hatte ich als Gastlehrer im ETH-Ferienhort die Freude gemeinsam mit den Kindern und Hortleiterinnen einen bewegten Vormittag zu gestalten. Das war sehr schön erleben zu dürfen, wie kraftvoll eine sammelnde Ruhe und ein sich freudvolles Bewegen bei meinen 4-7 jährigen Schülern sein konnte. Diese achtsame Stille im Raum und das fröhliche Lachen der Kinder im Hof hallen noch lange nach …

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World Taichi and Qigong day 2014 in Bern

Am Samstagmorgen den 26. April fand auf der Eichholzwiese in Bern für alle interessierte Frühaufsteher ein freies Taiji und Qigong Training statt. Dieses wurde anlässlich des Welt Taiji und Qigong Tages von Adrian Tineo, meinem Tuishou-Trainingspartner, organisiert. Es war eine schöne Trainingsatmosphäre im Freien auf der frischen Wiese voller Morgentau. Neben Adrian, waren Armenio Silva und ich als „Gast-Lehrer“ zugegen, so dass an jenem Morgen verschiedene Taiji und Qigong Formen und Stilrichtungen vertreten waren. Auch unsere aus La Chaux-de-Fonds herangereisten Taiji-Brüder und Schwester gaben ihre Taiji-Form im Yang Stil zum Besten. Für mich war das eine erfrischende Freude, mich selbst wieder mal in den Bewegungsflüssen verschiedener Strömungen und Stilrichtungen zu erleben. Dabei durfte ich so viel Gemeinsames und Verbindendes wahrnehmen, aber auch einige spannende Unterschiede und neue Facetten kennenlernen.

World Taichi and Qigong day 2014 in Bern, SwitzerlandInhaltlich waren im Unterricht bei allen Lehrern die grundlegenden Aspekte der Gesundheitsförderung, der Bewegungsmeditation, sowie auch der Kampfkunst präsent (siehe Video: World Taichi and Qigong day 2014 in Bern, Switzerland). Das machte dieses freie Training zu einem reichhaltigen Event voller Anregungen und Austausch. Bestimmt wird es auch im nächsten Jahr wieder ein freies Training zum Welt Taiji und Qigong Tag geben!

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Dynamisches Taiji im Park … same same but different

Vor gut einem Jahr war ich zusammen mit meinem Sohn Darjan auf der Bäckeranlage Frisbee spielen. Es war einer der ersten Frühlingstage und obwohl die Sonne sich noch etwas hinter den Wolken aufhielt, war es draussen doch genug warm um die dicken Winterkleider zu Hause zu lassen. Im Spiel versuchten wir verschiedene Arten des Werfens und Fangens aus: mal am Boden rollend, mal in die Luft springend, mal stehend, mal rennend, mal auf einem Bein, mal mit einer Hand, mal mit beiden, mal von innen, mal von aussen … naja, jedes mal eben ein bisschen anders. Eigentlich ist das ja sowieso immer der Fall, denn zwei mal die ganz genau gleiche Bewegung zu machen, das können wir aus guten Gründen nicht. Es sind sehr wahrscheinlich gerade diese kleinen und grossen Abweichungen beim Wiederholen eines Bewegungsablaufes, die unseren Körper bewegungskompetenter machen. „Wir lernen durch Unterschiede.“ Dieses Plädoyer für Vielfalt als Katalysator für’s Lernen habe ich damals als Gymnasiast von meiner Deutschlehrerin mit auf den Weg genommen. Darauf erneut Aufmerksam gemacht wurde ich im Fach „Entwicklungspsychologie“ während meines Psychologiestudiums. Da wurden wir darauf hingewiesen, dass die sogenannte intuitive Physik sich bei kleinen Kindern besonders schnell entwickle, weil sie im Spiel immer wieder und wieder die gleichen Sachen tun, zum Beispiel Dinge unermüdlich runter werfen – doch immer wieder ein bisschen anders und das Fallenlassen mit möglichst vielen verschiedenen Gegenständen. Darjan und ich waren da beim Frisbee-Spielen ganz im Flow, da kamen zwei Gymi-Schülerinnen ausgerüstet mit einer professionellen Fotokamera auf uns zu. Sie arbeiteten gerade an ihrer Matura-Arbeit, einem Bildband über das Leben in den Zürcher Stadtpärken, und fragten freundlich nach, ob sie auch uns beim Frisbee-Spielen fotografieren dürfen. Und jetzt, ein gutes Jahr später haben wir von ihnen Post gekriegt. Ihre Arbeit sei nun endlich abgeschlossen und  unter den vielen Fotos sei im fertigen Bildband auch eines von Darjan und mir zu finden.

Ich habe mich sehr über die zugeschickten Fotos gefreut. Beim genaueren Betrachten unserer in den Bildern eingefangenen Bewegungen sind mir immer mehr Parallelen zu Taiji, Bagua, Baihequan – ja zu den Kampfkünsten generell – aufgefallen. Zum Beispiel der feste Stand, die Leichtigkeit und Wendigkeit im Oberkörper, die durch den Körper auf- und absteigenden Spiralbahnen, die Fülle und Durchlässigkeit im unteren Rücken … und für mich besonders wichtig: die Freude an der Bewegung 🙂 Das war sehr schön, den Bewegungsprinzipien, wie ich sie im Taiji erlebe und vermittle, mal in einem ganz anderen Licht zu begegnen.

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Eine Adventsgeschichte

Neulich war ich mit meinem Sohn Darjan am Bürkliplatz Kerzenziehen. Obwohl es etwas Langsames ist eine Kerze Zug um Zug wachsen zu lassen, verging die Zeit erstaunlich schnell. Draussen wurde es bereits dunkel. Wir machten uns zufrieden auf den Heimweg, als uns die Sternenlichter der Weihnachtsbeleuchtung über der Bahnhofstrasse freundlich zufunkelten. Gemeinsam der Frage nachsinnend „Was wäre wohl wenn man die Sternenlichter berühren, oder sogar pflücken könnte?!“ folgten wir der weihnachtlichen Milchstrasse … bis der grosse Tannenbaum am Paradeplatz ganz die Aufmerksamkeit meines Jungen fesselte. Eigentlich wollte ich da auf’s Tramm und machte mir schon Gedanken, was ich uns heute zum Znacht kochen könnte … aber da war Darjan schon beim reich geschmückten Weihnachtsbaum und rannte voller Freude um ihn herum. Ich sprang ihm nach und tat so als gäbe ich mir die grösste Mühe ihn einzuholen und zu fangen. Da er es immer wieder schaffte, mir im letzten Moment doch noch zu entwischen, gab ich ganz zu seiner triumphierenden Begeisterung immer grösser werdenden Ärger vor. Plötzlich aber war Darjan weg. Weit konnte er nicht sein, aber wo war er bloss geblieben?! Ich rief ihn suchend und vernahm bald darauf ein mir wohl bekanntes Kichern zu meiner linken Seite. Ich drehte mich um und rief nochmals nach ihm – da raschelte und gluckste es zu meiner Rechten. Da! Mitten im Nadelgrün zwischen den glänzenden Weihnachtskugeln und hellen Lichterketten! Da war sie – seine blaue Mütze! Und wie ich so durch das Geäst hindurch lugte, sah ich meinen kleinen Jungen mit lachenden Augen fest seine Hände auf den Mund drückend – ein vergeblicher Versuch sich sein lausbübisches Kichern und Glucksen zu verkneifen. „Wow! Eine richtige Weihnachtshöhle!“ staunte ich da und machte mich so klein wie ich nur konnte um mich zu ihm in den Weihnachtsbaum hineinzusetzen. Beinahe hätte ich eine grosse Christbaumkugel unfreiwillig heruntergeholt, aber alles blieb heil und so verweilten wir einen heimeligen Augenblick lang eng beisammen gerückt im Zauber der lichten Stille. Da waren wir, geborgen im Christbaum und umgeben vom harzig-würzigem Duft frischer Tannennadeln und von warmen, sich in den bunten Kugeln spiegelnden Lichterketten. Waaau! War das schön! Gemeinsam mitten drinn – statt nur dabei!

Darjan im Weihnachtsbaum

Darjan im Weihnachtsbaum

Für die Adventszeit und die noch bevorstehenden Festtage wünsche ich euch, liebe Freunde und Bekannte, eine freudvolle und herzlich warme Zeit mit euren Liebsten. Das ist ein wirklich grosses Geschenk, welches eben sogar in einem Weihnachtsbaum seinen Platz finden kann! 🙂

Herzlich, Marko

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Bewegte Herbstzeit

Ereignisreich schön waren die letzten Herbstmonate. Herbst – eine Jahreszeit, wo die Arbeiten abzuschliessen sind und die Ernte einzuholen ist, bevor der Winter kommt; eine Jahreszeit, wo nicht nur die Vorratskammern gefüllt werden, sondern auch das Saatgut für den nächsten Frühling sorgsam beiseite gelegt wird; eine Jahreszeit, wo sich Wind und Wetter von allen Seiten zeigen und den Betrachtenden der Natur einfach staunen lassen. Eine schöne Jahreszeit!

Meine letzten Forschungsarbeiten zu Taiji konnte ich erfolgreich abschliessen. Der interessierten Leserschaft stelle ich gerne alle meine wissenschaftlichen Fachpublikationen zur Verfügung. Diese habe ich unter der Rubrik „Taiji“ bei den Literaturempfehlungen aufgeführt. In einem Satz zusammenfassend lässt sich sagen: Taiji ist für das körperliche und geistige Wohlbefinden eine wirklich gute Sache mit einem ausserordentlich grossen Nachhaltigkeitspotenzial. Also, nichts wie auf zur Selbsterfahrung! 🙂 Es war mir eine grosse Freude, verschiedene Facetten dieser einzigartigen Bewegungsform einem grösseren Publikum im Berner Stadttheater vorstellen zu dürfen. Anlässlich einer Vortragsreihe der Frauenklinik über schul- und komplementärmedizinische Behandlungsansätze in der Menopause konnte ich nicht nur aktuelle Studienergebnisse aus der Taiji-Forschung präsentieren, sondern auch gemeinsam mit Tina Wilhelm das kulturelle Rahmenprogramm gestalten.

Jeweils zwischen den Kurzvorträgen haben wir das Publikum mit verschiedenen Taiji Formen im Zusammenspiel mit einer breiten Palette von Alphornstücken zunächst wohl etwas überrascht, denn ein solches Duett gibt’s nicht alle Tage zu sehen 🙂  Mit jedem Intermezzo waren mehr leuchtende Augen im Publikum zu sehen, sodass zum Abschluss schliesslich alle Anwesenden begeistert die Gelegenheit zum Mitmachen genutzt haben. Taiji in so einer feierlichen Räumlichkeit zu kraftvollen Bergklängen mit über 120 Leuten gemeinsam zu erleben – das war schon etwas ganz Besonderes! Mir ist es ein grosses Anliegen, dass Taiji bei den Leuten nicht als etwas exotisch Mystisches aufgefasst wird, stattdessen die Bewegungen und ihre Wirkungen möglichst praktisch und unmittelbar selbst erfahren werden.

Verschiedene Weiterbildungen habe ich diesen Herbst besucht. Von der Breite in die Tiefe und wieder zurück … so fühlte sich bei mir jedesmal das Eintauchen in die Workshops von Tony Ward an. Dieses Jahr hatte ich gleich zwei mal – sowohl im Frühling als auch im Herbst – Gelegenheit dazu. Obwohl – oder vielleicht gerade weil sich die Workshop-Inhalte auf ein paar wenige, und von aussen her betrachtet relativ einfache Übungen beschränkten, war das Üben und Lernen sehr vertiefend und intensiv. Immer wieder gab es in den gut vertrauten Bewegungsabläufen neue Aspekte zu entdecken. Was, wenn plötzlich der Ellenbogen zu sprechen beginnt? Ist man dann auch bereit auf diesen zu hören? Oder muss man ihn zuerst kräftiger zu fühlen bekommen? (siehe Abbildung unten)

Spannende Fragen, die zur bewussten Erfahrung grundlegender Bewegungsprinzipien führen können, die – und das finde ich eben etwas vom tollsten im Taiji! – nicht nur im Taiji ihren Geltungsbereich haben, sondern sich sehr gut auch auf alltagspraktische Aspekte übertragen und vor allem auch anwenden lassen. Die Arbeit mit Tony Ward – einem sehr erfahrenen Taiji-Lehrer aus Sydney – überzeugt in ihrer Einfachheit, Weichheit und Stärke. „If there is a conflict, it’s yours. Yield to every push. Relax your center from leg to leg and follow your partner… then you can go behind the force.“ Diese Sätze werden mir gut in Erinnerung bleiben! Neben den lehrreichen Workshop-Stunden hatte ich auch in Amsterdam – das war der Veranstaltungsort – eine prima Zeit! Die Stadt mit ihren alten Handelshäusern an den Grachten, ihren vielen Fahrrädern und gemütlichen Cafés wirkte auf mich sehr freundlich und einladend. Mit dieser Stadt wird es bestimmt ein Wiedersehen geben – da bin ich mir ganz sicher 🙂

Zurück in der Schweiz ging’s dann auch bald schon wieder weiter. Ziemlich spontan habe ich mich für das diesjährige Tai Chi Tcho Treffen in La Chaux-de-Fonds angemeldet. Das war eine gute Entscheidung 🙂 Es ist das einzige Internationale Taiji-Treffen in der Schweiz, dass alle zwei Jahre stattfindet, wo Taiji-Praktiziernde aller Stufen eine vielzahl von Workshops bei Lehrern und Lehrerinnen aus aller Welt besuchen können. Cornelia Gruber und ihr Team aus freiwilligen Helfern haben dieses Treffen auch dieses Jahr sagenhaft organisiert! Es wurde hervorragend gespiesen, für Übernachtungsmöglichkeiten wurde gesorgt, auch gab es einen Taiji-Gala Abend, wo die Lehrer und Lehrerinnen ihre Partnerübungen, Hand- und Waffenformen zum Besten gaben und zum Schluss gab es eine freie Tuishou (= „schiebende Hände“ oder auch „pushing hands“) Runde, wo man sich gegenseitig auf Druck- und Zugstabilität prüfen konnte. Alle 10 min war Partnerwechsel angesagt und die Bandbreite der sagen wir mal „Test-Stärke“ reichte von hauch-feinem craniosacral-therapeutischem Kontakt bis hin zum kraftvollen Abschleppwagenseilzug. Für mich als bekennender „Weich-Pusher“ war das wieder einmal eine sehr eindrucksvolle, zum Teil spielerische, zum Teil konfrontative und in jeder Hinsicht bereichernde Erfahrungswelt. Da bin ich in zwei Jahren gerne wieder mitdabei 🙂

Dieses Jahr sind gleich mehrere spannende Weiterbildungsveranstaltungen auf den Herbst zu liegen gekommen, so auch jene der Schweizerischen Gesellschaft für Taiji und Qigong (SGQT) zum Thema „Zhan Zhuang Qigong – Stehen wie ein Baum“ mit Peter den Dekker aus der besagten schönen Stadt zu Amsterdam. Mit dem stillen Stehen habe ich mich in meiner Vergangenheit immer wieder aus verschiedenen Beweggründen befasst. In seinen vielfältigen, mehr oder minder bewussten Ausprägungsformen begegne ich diesem Phänomen des stillen Stehens tagtäglich, sei es an der Busshaltestelle, an der Migros-Kasse, im Tram, beim Kochen, Zähneputzen, auf dem Spielplatz oder natürlich eben auch beim eigenen Üben und Unterrichten. Daher war dieser Workshop ein klares Muss für mich, der mir dann auch wertvolle Anregungen schenkte.

Freudvolles Stilles Stehen

Ausserordentlich viel lief diesen Herbst und es ist gut, dass jetzt der Winter kommt, wo sich alles zur Ruh setzen und verdaut werden kann. Passend dazu hat kürzlich einer meiner ältesten Taiji-Schüler aus dem Domicil Wohnheim die folgenden Gedichtszeilen von Christian Morgenstern rezitiert:

Zu Golde ward die Welt;
zu lange traf
der Sonne süsser Strahl
das Blatt, den Zweig.
Nun neig, dich, Welt hinab
in Winterschlaf.

Damit stimmig haben auch meine diesjährigen Weiterbildungen mit dem stillem Stehen einen ruhigen Abschluss gefunden. Übungspraktisch geht es aber bewegt weiter und ich freue mich auf die weiteren Taiji-Stunden in Bern und Zürich. Einzig in ihrer Art und daher besonders erwähnen möchte ich die Taiji-Kursgruppe am Zürcher Universitätsspital. Da treffen wir uns jeweils Montag- und Mittwochmorgens in der Früh draussen im Park zum Üben. Die Temperaturen sind zwar etwas kühler geworden, doch in warmen Jacken gepackt ist das Taiji-Übungsprogramm dynamisch-kräftigend und der Start in den Arbeitstag garantiert 100% natürlich frisch 🙂 Wer Lust hat dazu zu stossen, sei jederzeit herzlich willkommen! Platz im Freien hat es – ganz im Sinne von „space 2 be!“ – mehr als genug 🙂

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Rückblick – Einblick – Ausblick

Seit meinem letzten Blog-Eintrag sind nun schon einige Monate vergangen. Und ich stelle begeistert fest – Taiji wandelt sich immer wieder und wieder und wieder … und bleibt wohl gerade dadurch seinem Kernprinzip des Wandels treu 🙂 Neulich hat mir eine Kursteilnehmerin erfreut mitgeteilt, dass ihre Krankenkasse ihren Beitrag für den Taiji-Sommerkurs übernommen habe. Und ein paar Tage zuvor habe ich auf meinem Heimweg durch Bern die folgende Werbung einer Krankenkasse auf der Strasse gesehen: Und da denke ich als erstes: „Hey, schön! Da wird mit Taiji für Spitzenqualität Werbung gemacht! Da dürfte es also bis zur allgemeinen Anerkennung von Taiji seitens der Krankenkassen Zusatzversicherungen nicht mehr allzulange dauern!“ … und dann als zweites: „Hmmm, Taiji in Stöckelschuhen … sicherlich medienwirksam, doch hier den unteren Rücken entspannt zu lassen, das dürfte nicht einfach sein …“ Jedenfalls freut es mich, dass sich Taiji immer mehr auf den Strassen und im Alltag zeigen und sehen lässt. Meine Kurse halte ich bei schönem Wetter auch immer draussen im Anna-Seiler Park, im Mon Bijou Park und in Zürich in der schönen Parkanlage des Universitätsspitals. Immer wieder bleiben Leute stehen und schauen zu, kommen Kinder und machen die Bewegungen nach, und hie und da gesellen sich uns auch Tiere wie Enten beim nahegelegenen Weiher dazu, und einmal ist sogar eine Katze mitten in unserem Taiji-Kreis hereinspaziert, wo sie sich genüsslich  gestreckt und herumgerollt hat 🙂 Selten aber kommen die Leute auf einen zu und fragen nach. Doch neulich, als ich im schönen Park des Zürcher Unispitals zwischen den alten Bäumen für mich die Quickfist-Form durchgeflossen bin, kam ein junger Mann freundlich auf mich zu, und meinte auf Englisch mit einem starken französischen Akzent “ Hi, I saw your Taiji-Form. It looks very beautiful! Is it a Chen-Style Taiji-Form? I have never seen it before …“ Cédric, aus Nancy ist Forscher und Teilnehmer an einem Kongress an der ETH. Am Abend ist er in den nahegelegenen Park gekommen um da selbst ein paar Taiji-Übungen zu machen. Und so kam es zu einem netten kurzen Austausch – schön, wie Taiji verbinden kann 🙂 Meine Morgenkurse in Zürich werde ich diesen Herbst / Winter immer draussen halten und bin gespannt wie dieses „open-air Taiji“ auf mich und die Kursteilnehmenden wirken wird. Freue mich aber jetzt schon auf die Erfahrung der Verbundenheit mit der Natur und dem Wandel der Jahreszeiten! Wenn ich so an meine Taiji-Lehrerausbildung zurück denke, gehören die winterlichen Taiji-Stunden in unserer Übungsgruppe im Badener Kurpark definitv zu den Highlights. Warm eingepackt, langsam und ruhig Taiji-Spuren in der winterlich-weissen Parklandschaft zu hinterlassen, sich zwischendurch mit frischem Ingwertee aufzuwärmen, um sich danach wieder durch achtsame Bewegung mit der morgentlichen Stille zu verbinden – einfach was besonderes … auch schmeckt danach die „Heissi Ovi“ definitiv am besten 🙂 … aber noch ist’s nicht Winter und so geniesse ich die Taiji-Kurse in der noch warmen Spätsommersonne 🙂

Neulich habe ich ein wunderschönes Bild von Christine, einer guten Freundin aus meiner damaligen Taiji-Lehrerausbildungsklasse aus Vancouver zugeschickt bekommen. An diesem Foto habe eine so grosse Freude, dass ich es umbedingt hier auf meiner Homepage zeigen möchte:

Irgendwie hat es mich – je länger ich es mir angeschaut und auf mich wirken lassen habe, je mehr fasziniert. Wunderschön, schlicht und doch einfach Klasse, wie das Schwere des Steins solid erdverbunden ist und zugleich sich aber auch durch seine perfekt ausgerichtete Struktur ganz leicht dem Himmel entgegen erhebt – DAS Taiji-Bild guthin! 🙂 Es hat mich auch stark an mein eigenes Taiji-Logo erinnert:

Oft fragen mich die Leute, was den dieses Zeichen eigentlich bedeute. Ich frage dann zurück, was sie denn sehen?

„Ein in Leinen eingewickeltes Baby.“

„Ein strahlendes Männlein.“

„Eine schwangere Frau.“

„Also wenn ich es etwas drehe, sieht es für mich aus wie ein Goldfisch, der gerade gepuupst hat.“

… Ja, was stellt es eigentlich dar? In erster Linie wohl das, was die Leute darin erkennen. Auch für mich sieht es aus wie ein Steh-Auf-Männchen, welche wir damals in der Primarschule aus einem mit Zeitungsschnitzeln und Fischkleister verklebten und mit etwas Gibs gefülltem Ballon gebastelt haben. Es stellt für mich stabile, genährte Erdverbundenheit dar, die Raum für heitere Leichtigkeit schaft. Eine bildliche Verkörperung eines der grundlegendsten Taiji-Prinzipien: „Füsse sind unten und Kopf ist oben“ – schlicht, einfach, gut und schön! … finde ich. Doch wer mich etwas besser kennt, der weiss natürlich, dass dahinter auch ein chinesisches Zeichen steckt. Und in diesem Fall wird das Zeichen „yi“ gelesen. Oben ist „ri“ – die Sonne dargestellt und unten steht „yue“ – der Mond. Beide  zu einem Zeichen vermählt sind bezeichnend für „Wandel“.  In dieser Darstellungsform erlaube ich mir die Umschreibung des Zeichens als „freudvoller, nährender Wandel“. Eine körperliche Ausdrucksform dieses Zeichens, das ist es wo es mich im und durch das Taiji hinbewegt.

Am 7. Oktober wird im Berner Stadttheater eine medizinische Informationsveranstaltung zur Menopause geben. Dort werde ich gemeinsam mit Tina Wilhelm das künstlerische Rahmenprogramm gestalten. Taiji und Alphorn treffen dabei aufeinander. Durch Bergklänge und Bewegungsflüsse werden neue Erlebnislandschaften geformt, auf die ich mich jetzt schon sehr freue. Wer dabei sein möchte, ist herzlich eingeladen! Der Eintritt ist gratis, aber eine telefonische Platzreservation ist nötig. Den Info-Flyer zum Programm findet ihr hier:

Publikumsevent 2013

Und so freu ich mich auf’s nächste Wiedersehen mit allen alten und neuen Taiji-Freunden – sei es nun beim oben erwähnten Publikumsevent, beim open-air Taiji im Park oder wo auch immer! Schöne Herbstsonnentage wünsche ich allen!

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